Ein Abend allein

Ich hatte nie ein großes Problem damit, alleine zu einem Event zu gehen. Ich bin immer lieber alleine gegangen, als jemanden mitzuschlüren, den es eigentlich gar nicht interessiert.

Und so habe ich auf Konzerten teilweise großartige Kontakte geknüpft, interessante Gespräche geführt und sogar Freunde gefunden. Ich habe mich fast immer willkommen und aufgenommen gefühlt, wenn ich irgendwo alleine in der Schlange vorm Einlass stand.

Heute war das anders. Aufgrund einer Reihe von ungünstigen Verkettungen haben es meine beste Freundin und ich es nicht geschafft zusammen zu Luke Mockridge zu gehen. Da ich aber nun mal eine Karte hatte und mich drauf gefreut habe, bin ich trotzdem gegangen. Was anderes kam für mich gar nicht in Frage. Und die Show war großartig. Ich bin jedes Mal wieder überwältigt davon, was Luke in den letzten fünf Jahren alles erreicht hat und wie er mich immer noch zum Lachen bringen kann, wie sonst fast keiner. Aber darum geht es grad nicht.

Es geht um das Drumherum. Von dem Moment an, wo ich mich in die Schlange gestellt habe, bis zu dem Zeitpunkt als ich mich wieder in den Bus nach Hause gesetzt habe, fühlte ich mich angestarrt und bemitleidet. Weil ich alleine da war. Es kann gut sein, dass ich mir das teilweise auch etwas eingebildet habe, aber die Blicke waren da. Und erst durch sie habe ich in Frage gestellt, ob es normal ist was ich mache und habe mich selbst komisch gefühlt.

Und genau das find ich so schade. Nicht, weil ich jetzt Angst hätte, dass die dachten ich hätte keine Freunde oder mich als komisch abgestempelt haben. Das interessiert mich wenig. Sondern, dass man nicht einfach mal einen Abend in der Öffentlichkeit alleine verbringen kann. Man kann auch alleine Spaß haben und etwas genießen. Nur weil ich alleine da war, war es kein schlechter Abend. Ich habe viel gelacht, bin froh das neue Programm von Luke gesehen zu haben und würde mich immer wieder so entscheiden. Aber das nächste Mal bitte ohne die mitleidigen Blicke meiner Sitznachbarn.

Man braucht nicht immer jemanden an seiner Seite, um einen schönen Abend zu haben. Manchmal reicht es, einfach den Moment so zu nehmen wie er ist und mit sich allein glücklich zu sein.
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