„Sag mir was du liest, und ich sage dir wer du bist“

Jürgen Schmidt, strg.at über Fake News, Big Data und Content

„Sag mir was du liest, und ich sage dir wer du bist“ — Jürgen Schmidt, strg.at über Fake News, Big Data und Content

Jürgen Schmidt, Geschäftsführer von strg.at, bekennt: „Ich verstehe nichts von Werbung.“ Aber er versteht viel von Content. Sein Thema ist Publikum. Audience und was man über sie herausfinden kann und was man von ihr Wissen muss. Im Vorfeld seines Vortrages bei der Confare Konferenz #Digitalize — Market einige Gedanken rund um Fake News, Big Data und Content.

Wahrheit oder Wahrhaftigkeit wird in digitalen Medien einmal mehr durch Fake News bis an die Grenzen der Belastbarkeit strapaziert.

Das sagt Jürgen Schmidt zu Fake News: „Wie viele Angaben, die Menschen über sich im Internet machen, sind wirklich wahr? Daher die Schlussfolgerung: Was wir nicht messen können, wissen wir nicht.“

„Data is the new oil!“

Das heißt, dass das Kommunikationsgeschäft also die Content-Wertschöpfung im weitesten Sinne „datengetrieben, getargetet und zielfokussiert“ zu sein hat. Schmidt bekennt: „Wir arbeiten durch die Bank mit Daten die sehr schlecht sind.“ Targeting und Retargeting steht darum auf tönernen Füssen. Ein Beispiel: „Wenn sich jemand im, zum Beispiel, Sport-Channel eines Online-Mediums aufhält, wissen wir nicht ob dieser Mensch selbst aktiv Sport treibt oder nur vor irgendwelchen Schirmen als passiver Zuschauer seinem Interesse folgt.“

Big Data ist keine Frage der Datenmenge

Der strg.at-Geschäftsführer stellt klar: „Entscheidend sind die Daten-Qualität und –Intelligenz“. Und wer hat, aus seiner Sicht, Daten-Wahrheit: Google! Das Eingabefeld der Suchmaschine sind der einzige Ort im Internet an dem Menschen nicht lügen. Es gibt aber noch einen zweiten Ort, wo im Netz nicht gelogen wird: im Content.

Jürgen Schmidt im Interview (strg.at gmbh)

„Content-Nutzung zeigt was Menschen wirklich interessiert.“

Jürgen Schmidt plädiert: „Die Personalisierung von Content ist die entscheidende strategische Option.“ Dazu braucht es „Emotions-Linguistik, evolutionäre Algorithmen und neuronale Netze“. Das ist Zukunftsmusik.

Vergangenheit ist die digitale Transformation. „Die ist zu Ende, abgeschlossen“. Die gesamte Gesellschaft basiert mittlerweile auf Software. Gegenwart und auch Zukunft ist die Aufmerksamkeit von Menschen. Sie zu bekommen im Austausch gegen, beispielsweise, die Aufmerksamkeit von Marken durch Content.

„Es geht darum, Content so aufzubauen, dass er in der Nutzung durch Menschen sticky ist also hohe Verweildauer erzeugt.“ Content wird dann wiederum genutzt, um wahrhaftige Affinitäten und Interessen von Menschen zu ermitteln und verlässliche Profile damit zu gewinnen. Das geht dann so: Content enthält Keywords über die Interessen von Konsumenten extrahiert werden. Mit semantischen Methoden, Ontologien, Engagement-Rates etc. können dann Ebenen der Personalisierung geschaffen werden.

„Wenn ich auf deine Seite komme und du hast nichts für mich was mich interessiert, hast du versagt“, subsummiert Schmidt Content-Strategien.

(strg.at gmbh)