Überlauf Konten

Nach letzter Woche, wo ich ja über einen Banking Hackathon geschrieben habe, geht es heute wieder um das Thema “richtiger Umgang mit Geld”. Nachdem ich beim letzten Mal ja über die 2 Konten Strategie geschrieben habe, geht es heute darum, wie viel Geld habe ich eigentlich auf den ganzen Konten? Dabei werde ich zwischen kurzfristig, mittelfristig, und langfristig benötigtem Geld unterscheiden.

Kurzfristig

Wenn das Geld kurzfristig zur Verfügung stehen sollte, sollte man als Faustregel dort 3 Nettomonatsgehälter liegen haben. Damit können dann wirklich die kurzfristigen Kosten gedeckt, werden falls doch einmal etwas kaputt geht oder etwas größeres gekauft werden muss. Auf dem anderen Konto für kurzfristiges Geld, was ausschließlich für die Freizeit gedacht ist, habe ich mir einfach selbst ein Limit gesetzt. Bei mir ist es zB 1/3 meines monatlichen Gehaltes, sodass ich nicht zu viel ausgebe, mir aber trotzdem ein schönes Leben machen kann. Hier würde ich einfach vorschlagen: schaut euch einfach mal 2 Monate an, was ihr so durchschnittlich für die Freizeit ausgebt und setzt euch dann ein Limit. Dieses Konto kann auch gut und gerne jeden Monat bis auf 0 Euro ausgereizt werden. Ihr bekommt ja am 1. des nächsten Monats das gleiche Geld wieder.

Mittelfristig

Sobald ihr mehr als 3 Nettomonatsgehälter auf eurem Konto habt und gleichzeitig auch das Freizeitgeldkonto gefüllt ist, geht all das restliche Geld in den Topf für mittelfristige Ausgaben. Dieser Topf soll vor allem in außergewöhnlichen Situationen helfen mindestens 6 Monate die fixen Kosten gedeckt zu haben. Ein Beispiel für solch eine Situation wäre die spontane Arbeitslosigkeit oder ähnliches. Dieses Geld sollte auch sehr schnell zur Verfügung stehen, gleichzeitig aber auch eine gewisse Rendite abwerfen. Meiner Meinung nach eignet sich hier vor allem das Tagesgeldkonto — auch wenn das neuerdings ja nicht mehr so wirklich Zinsen generiert. Nichtsdestotrotz, würde ich auf diesem Konto so lange etwas einzahlen, bis ich ungefähr 6 Monate ohne Gehalt leben könnte, ohne sofort die Wohnung verlassen zu müssen, etc. Eine Alternative wäre natürlich auch ein Festgeldkonto, da ich davon aber nicht wirklich viel halte, würde ich das nicht empfehlen.

Langfristig

Wenn auch dieses Ziel erreicht ist und der Topf für mittelfristiges Geld gefüllt ist, geht es an den letzten Topf und der zielt vor allem darauf ab in weiter Zukunft Geld zu haben. Dieser Topf soll auch dafür benutzt werden, im Alter genügend vorgesorgt zu haben. Hierfür eignen sich verschiedene Dinge und von meiner Erfahrung her, kommt es zum einen auf das Alter des Sparers an und zum anderen wie viel Geld man gerade hat. Eine Immobilie können sich halt nicht alle Studenten leisten, aber Studenten können mittlerweile für 25 Euro im Monat in Fonds oder ETFs investieren — was ich definitiv empfehlen würde. Alleine schon um ein Gefühl für den Aktienmarkt zu bekommen, weil ich der festen Überzeugung bin, dass sich auf lange Zeit nur das Investieren auf dem Aktienmarkt rechnen wird. Deswegen würde ich sobald die ersten beide Töpfe voll sind zunächst erst einmal in Fonds oder ETFs investieren. Wenn man dann damit seine ersten Erfahrungen gemacht hat, kann man irgendwann auch in Aktien oder Immobilien investieren.

Auch wenn sich das alles so weit weg anhört, aber hier gilt: je früher man damit beginnt — auch mit kleinen Beträgen — desto eher lohnt es sich am Ende. Ich habe mich zum Beispiel für ein paar Fonds entschieden und werde das Geld, welches ich dort rein stecke — wahrscheinlich erst benutzen, wenn ich Rentner bin. Hier stehen vor allem der Zinsesszinseffekt und die Zeit auf der Seite der Sparer.

Dieses 3 Topf Modell hat mir geholfen mich kontinuierlich in das Thema reinzufuchsen ohne groß Nachdenken zu müssen, ob ich all meine Ausgaben decken kann. Auch wenn dieses Prinzip viel Geduld und Zeit verlangt ist es meiner Meinung nach das Beste. Natürlich kann man auch mit Fonds schon vorher anfangen bevor der 2. Topf voll ist. Aber grundsätzlich sollte man sich an diese Idee halten.

#focus

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