Auf dem Agenturblog über Kunden bloggen? — So besser nicht!

Sylvia Fritsch
Nov 6, 2017 · 3 min read
Credit: Pexels.com

Viele Kommunikationsagenturen führen heutzutage ein Blog und das ist auch gut so, verleiht doch kontinuierlich guter und zielgruppenrelevanter Content einen gewissen Expertenstatus und größere digitale Sichtbarkeit. Was sollen Kommunikationsagenturen da schon falsch machen? Immerhin handelt es sich hier um schreibende Kommunikationsexperten und die müssten ja eigentlich wissen, worum es beim Bloggen geht, oder nicht?

Dennoch stoße ich immer wieder auf Agenturblogs, die in ihren Blogposts einen Kunden nach dem anderen einfach nur vorstellen — ohne jeden Bezug zur Arbeit, die sie für diesen Kunden tun. Diese Blogposts haben keinen Bezug zueinander. Sie vereint nur, dass es über Kunden der Agentur geht.

Auf Außenstehende wirkt das oftmals wie plumpe Werbung oder wie eine lieblos heruntergeschriebene nüchterne Presseinformation. Das klingt dann zum Beispiel so:

“Kunde xy verfügt über eine innovative Produktpalette. Das Sortiment setzt sich aus x, y und z zusammen und ist sehr hochwertig.”

Klingelts da?! Genau: Diese Art von Content interessiert wohl niemanden außer den beschriebenen Kunden selbst. Jemand, der mehr über diese Agentur, über ihre Arbeitsweise erfahren möchte oder Einblicke ins Agenturleben sucht, wird bei solchen Inhalten schnell das Weite suchen.

Was man sich vorab überlegen sollte

Was also tun? Jeder Blog, und damit auch jeder Agentur- oder Berater-Blog, sollte möglichst vor dem Start gründlich positioniert und strategisch ausgerichtet werden. Das bedeutet unter anderem auch, sich zu überlegen, “was will ich mit dem Blog erreichen, wo will ich hin?” sowie “für wen schreibe ich diesen Blog, wen will ich damit ansprechen?”.

Hat man seine Blog-Zielgruppe, oder noch besser seine konkrete Persona definiert, sollte man sich überlegen: “Welche Fragen stellen sich meine potentiellen Leser?”, “Was sind ihre Probleme, Interessen und Sorgen in Hinblick auf meine Dienstleistung?”, “ Welche verwandten Themen könnten ihnen auch von Nutzen sein?”

Jeder Beitrag sollte durch die Sichtweise der Leser überprüft werden: Interessiert ihn das wirklich? Was hat er davon? Nur dann werden Leser sich von dem Blog angesprochen fühlen, ihn immer wieder aufsuchen und später vielleicht zu Kunden werden.

Somit nochmals die Frage:

Welchen Mehrwert hat für Blogleser ein Blogpost, der nüchtern die wichtigsten Fakten zu einem Kunden runterrattert?

Genau: keinen!

Wie kann ich dennoch über meinen Kunden schreiben?

Was aber, wenn ich doch meinem Kunden einen Gefallen tun will und ihm einen Blogpost widmen möchte? Dann heißt es kreativ werden und geschickt aufarbeiten, aber immer in Hinblick auf die Leser.

z.B.:

  • Wie wir ein Produkt unseres Kunden selbst nutzen
  • Best-Practice-Beispiel — unsere Arbeit für diesen Kunden
  • Listen-Post, z.B. die 10 kinderfreundlichsten Hotels, einer davon ist unser Kunde
  • unser Kunde als Experte, der uns Fragen zu einem branchenrelevanten Thema beantwortet

Möglichkeiten gibt es viele, wenn man sich überlegt, wie man Content rund um den bestehenden Kunden so aufbereitet, das er auch für andere (potentielle) Kunden interessant wird. Dann ist es eine win-win Situation für die Leser, den Kunden und letztendlich auch die Agentur, die ihr Können unter Beweis stellt.

Übrigens: Ähnliches gilt für Facebook-Seiten. Auch hier sehe ich immer wieder Seiten von Agenturen, die lieblos Fakten über einen Kunden nach dem anderen posten. Auch das muss nicht sein, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Sylvia Fritsch

Written by

PR-Professional, digital Enthusiast, Blog-Lover. “PR Spionin”.

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