Nerdy Studentenjob: mein erstes Jahr bei einer Online-Marketing Agentur

Simay Zwerger
Nov 27, 2015 · 5 min read
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Als ich vor genau einem Jahr zum ersten Mal ins Büro von Resonanz Online Marketing kam, hätte ich nie gedacht, dass ich in 12 Monaten so viel lernen würde. Wenn ich jetzt zurückblicke, bin ich richtig zufrieden mit mir und meinem Arbeitgeber. Denn ohne meinen Studentenjob als Web-Texterin würde ich ganz sicher nicht wissen, was ein Besenreiser ist, oder warum Yoga in der Schwangerschaft sinnvoll ist. In meinem Job werden also Fragen beantwortet, bevor ich sie stellen kann. Aber wer weiß, irgendwann wird mir dieses Wissen sicher noch zugute kommen!

Langweiliger Studentenjob? Nicht mit mir!

Ich hatte schon damit gerechnet, einen stinknormalen Studentenjob wie in einem Callcenter suchen zu müssen. Doch es sollte alles anders kommen. Ahnungslos ging ich an einem kalten Novembertag zum Brunch meines Vaters, der “ein paar Freunde” eingeladen hatte. Und dann war da diese Frage: “Sag mal schreibst du eigentlich gerne?” Etwas perplex antwortete ich: “Ja… schon. Aber halt privat, und zum Spaß. Warum fragt ihr denn?” Zwei Wochen später hatte ich meinen ersten Arbeitstag. So schnell ging das. Und zum Glück verbringe ich meinen Arbeitstag doch nicht mit “Guten Tag, Simay Zwerger am Apparat, wie kann ich Ihnen behilflich sein?”

Schöne neue Welt: Einführung ins Online Marketing

Um ehrlich zu sein, hatte ich an meinem ersten Arbeitstag noch nicht viel Ahnung von Online Marketing. Nach einer kompakten Einführung von meinem neuen Kollegen David konnte ich mir zwar schon mehr darunter vorstellen, doch die wichtigsten Faktoren für ein erfolgreiches Internetauftreten sollte ich erst später kennenlernen. Meine erste Aufgabe bestand darin, eine Keywordrecherche durchzuführen. Das braucht man, um auf seiner Homepage die passendsten Worte zu benutzen, nach denen auf Google auch wirklich gesucht wird. Zugegebenermaßen fiel mir das nicht immer leicht, denn es erfordert eine gewisse Vorkenntnis in Bezug aufs Suchverhalten der InternetnutzerInnen.

Bei meinem ersten Gespräch ließ ich meine Arbeitgeber David und Barbara auch wissen, dass ich eigentlich noch nicht so ganz verstanden hatte, wie man das perfekte Keyword findet. Sie hatten Verständnis dafür und schlugen mir vor, mich mehr auf Textproduktion zu spezialisieren. Genau das, was ich mir vorgestellt hatte!

Let’s talk about software, baby

Bevor ich im Online Marketing arbeitete, benutzte ich meistens Microsoft Word, um Texte zu schreiben. Bei Resonanz Online Marketing ist jedoch oft der Fall, dass wir im Team an einem Text arbeiten müssen, also stieg ich auf Google Docs um. Die wichtigsten Funktionen hat man in diesem Schreibprogramm ohnehin, und der Vorteil ist, dass man Dokumente für andere freigeben kann, die diese bearbeiten dürfen. Für allgemeine Kommentare, Diskussionen, Vorschläge verwenden wir die Projektmanagement-Software Basecamp, die ich davor auch nicht kannte.

Praktisch ist auch, dass ich in meinem einen Jahr bei Resonanz gelernt habe, wie man mit WordPress umgeht, beziehungsweise mit der firmeninternen Software “Jacomo”, einem weiteren CMS (CMS steht für Content Management System, einer Software mit der man Webseiten erstellt und bearbeitet).

“Früher hab ich ja Paint als Bildbearbeitungsprogramm benutzt…”

Das ist halt ein bisschen peinlich, wenn man dann neben einer Webdesignerin sitzt, die gerade eine coole Grafik mit InDesign erstellt. Zu meiner Verteidigung kann ich nur sagen, dass ich früher tatsächlich mit drei Microsoft-Programmen (Word, Paint und Excel) ausgekommen bin. Und ja, ich geb’s ja zu, so viele weitere Softwares kannte ich auch nicht. Aber das hat sich ja jetzt zum Glück geändert!

A code a day keeps the nerd away

Achtung, jetzt wird’s nerdy. Gemeinsam mit KollegInnen habe ich nämlich das Google Analytics Zertifikat gemacht (und bestanden!). Das bedeutet, dass ich jetzt offiziell vertraut bin mit der Tracking-Software von Google, und analysieren kann, wie oft eine Webseite aufgerufen wird, was die Besucher dort so treiben und noch vieles mehr. Vor einem Jahr hab ich ja noch nicht einmal gewusst, dass es so etwas wie Google Analytics überhaupt gibt, und heute sitze ich frisch zertifiziert an meinem Arbeitsplatz.

Und obwohl ich das nie erwartet hätte, habe ich zudem noch Einblicke in HTML und CSS, also ins Coden bekommen! Früher dachte ich, das wäre nur etwas für Vollnerds, doch eigentlich ist es eine so logische und erlernbare Sprache, dass ich mittlerweile selbst <strong> ein bisschen was programmieren kann</strong>.

Wir antworten, bevor Sie fragen!

Hauptsächlich habe ich aber gelernt, wie man Texte fürs Internet schreibt. Zum Beispiel, wie wichtig die richtigen Keywords sind, was eine gute Überschrift ausmacht, und dass man im Netz besser nicht so schreibt, als würde man seine Diplomarbeit verfassen.

Da ich die meiste Zeit damit beschäftigt war, verschiedene Blogartikel für Kunden zu erstellen, habe ich auch inhaltlich viel gelernt. Nun weiß ich zum Beispiel, dass Yoga in der Schwangerschaft in vielerlei Hinsicht unterstützend und kräftigend wirkt, oder dass man bei Hautproblemen wie Besenreisern nicht auf sich allein gestellt ist!

Wussten Sie außerdem, dass man eine Visitenkarte ruhig bunt, persönlich und ein bisschen ausgefallen designen darf? Denn der erste Eindruck zählt, und auf mich hat der erste Eindruck meines neuen Arbeitgebers auf jeden Fall positiv, persönlich und ein bisschen ausgefallen gewirkt. (Sonst wäre ich vermutlich nicht mehr hier!)

“Wo liegen Ihre Schwächen?”

Eine Sache bereitet mir etwas Unbehagen: ich fühle mich nicht immer wohl, wenn ich das Gefühl habe, in die Köpfe der Menschen zu schauen. Was ich damit meine ist, dass es recht einfach ist, herauszufinden, wie sich Internetnutzer verhalten. Im Zeitalter von Transparenz, Wikileaks und Datenschutz finde ich es erstaunlich, wie viel ich durch meine Arbeit mit simplen Analyse-Tools über Ottilie Normalverbraucherin erfahren kann. Doch natürlich ist es wichtig, dass ich zum Beispiel weiß, welche Leute unsere Blogbeiträge lesen, damit ich dementsprechende Texte verfassen kann. Daher bleibt mir vorerst wohl nichts anderes übrig, als die Tatsache zu akzeptieren, dass jeder im Netz Spuren hinterlässt, die andere Menschen wiederum lesen und verfolgen können.

Ich bin allerdings beruhigter, seit ich weiß, dass im Netz nur statistische Daten getrackt werden, und nicht persönliche. Man kann also nicht sagen, welcher Mensch genau etwas angesehen hat, sondern nur, dass es irgendein Mensch war. Sogar bei meiner Google Analytics Prüfung wurde gefragt, welche Daten NICHT von den Internet-NutzerInnen an Analytics weitergegeben werden, und die richtige Antwort ist: persönliche Daten! :-)

Was ist Online Marketing — und wenn ja, wie viele?

Zum Schluss verrate ich Ihnen noch, was ich an meinem ersten Arbeitstag gegoogelt habe: “Was ist Online Marketing?” Natürlich überforderte mich die Bandbreite an Antworten erst einmal, doch zum Glück kann ich nach einem Jahr meine Frage schon ziemlich gut beantworten: es ist ein wahnsinnig vielfältiger Bereich, der immer wichtiger wird, und viele Arbeitsplätze bereitstellt.

Die Arbeit bei Resonanz Online Marketing ist für mich ein absoluter StudentInnen-Traumjob, weil ich gerne schreibe und wissbegierig bin. Man kann so viel lernen: über die skurrilsten Themen dieser Welt oder über die Menschheit und ihr Internetverhalten. Und am schönsten ist, dass ich viele nette Leute kennengelernt habe, mit denen ich gerne noch viele weitere Jahre zusammenarbeiten möchte!

Simay Zwerger

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Idealistische Weltverbessererin mit Hang zum übersexualisierten Wortwitz. Manchmal in Rage, meistens in Anglizismen. Join the family ❤️

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