An der Quelle der natürlichen Familie in Südtirol

Der Sonnentemplerorden gilt, seit den kollektiven Ritualmorden in der Schweiz und Kanada, als aufgelöst. Hinweise deuten auf sein Fortbestehen im Jahr 2021 als Geheimorden in einem Südtiroler Luxushotels hin. Oder ist es alles nur ein Marketing-Gag?

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von Valerie Lux, 17.11.2021, aktualisiert am 02.12.2021

In der Nacht des 5. Oktober 1994 wurde die Freiwillige Feuerwehr zu einem Bauernhof des Weilers Cheiry im Schweizer Kanton Freiburg gerufen. Ein Haus brannte. Mit Blaulicht, Helm und einem Feuerwehrauto rasten sie heran. In den verkohlten Überresten fanden sie ein grauenerregendes Bild: 23 Leichen, die verstreut auf dem Boden lagen. Die Leichen waren in goldene und weiße Kultgewänder gehüllte Tote der Sekte “Sonnentempler”, 18 von ihnen kreisförmig ausgerichtet, als symbolisierten sie Sonnenstrahlen. Sie formierten eine Sonne aus toten Körpern. Tote Kinder und Erwachsene lagen in einer Art Kapelle mit Spiegelwänden und leuchtendroten Stoffbahnen unter einem Christusgemälde. Einige Köpfe waren in Müllsacke gehüllt, andere trugen Talare. Die Obduktion ergab, dass davon 15 Menschen Selbstmord begingen, sieben als „Verräter“ durch Pistolenschüsse hingerichtet wurden und man dem Rest durch Betäubungsmittel beim Sterben „half“. Unter den Toten war der Gründer der Sonnentemplersekte, John di Mambro und seine 12-jährige Tochter Emanuelle.

Fast genau 25 Jahre später, am 20. September 2019 veröffentlicht Margit Steinmar vom luxuriösen 5***** Hotel Quelle in den Südtiroler Alpen ein Video auf Youtube. Der Tag wurde von ihr treffend ausgesucht: Der 20. September ist der internationale Weltkindertag, ausgerufen von den Vereinten Nationen. In dem Video sieht man wie zwei Männer in einer Feuerwehr-Uniform ein Kind einschüchtern, in einer Umgebung, in der nackte Menschen zusammen schwitzen. Da man in der Welt des pädokriminellen Onlinemarketings unter Luxushotels vermutlich nicht direkt in seinem Werbevideo auf Youtube ermordete Kinder zeigen kann, muss man sich Codes bedienen: Einem Kuscheltier. Das kleine Nilpferd-Kuscheltier sitzt direkt auf der Saunabank -und schaut einem, in einem weißen Kultgewand gehüllten Sonnentempler zu, wie er aggressiv mit einem Holzstab auf Eiskugeln auf den heißen Saunasteinen eindrischt. Das Ganze nennt das Hotel Quelle “Sauna Experience” auf ihrem YouTube-Kanal:

Am 22. März 1997 ging ein Anruf bei der Feuerwehrstelle im Chalet Saint-Casimir in Kanada ein. Als sie zur Brandstelle kamen, einem brennenden Landhaus, wurden fünf Leichen von der Feuerwehr geborgen. Aus einem Nebenhaus entkamen drei Jugendliche, die man unter Drogen gesetzt hatte. Das gerettete Mädchen und die beiden Jungen im Alter von 13, 14, und 16 Jahren berichteten, dass sich ihre Eltern zusammen mit drei weiteren Sonnentemplern auf die Reise zum Planeten Sirius gemacht hätten. Die Eltern gingen in den Tod, ohne die Fürsorge ihrer zuvor betäubten Kinder geregelt zu haben. Auch dieses letzte Drama der sogenannten “rituelle Gewalt”, die seitdem Kriminalpsychologen und Sektenbeauftragte umtreibt, wurde geschickt inszeniert: Die fünf Sonnentempler wählten ihren Freitod zu Frühlingsbeginn.

Zahlenspiele, okkulte Praktiken und Verweise auf die Unendlichkeit zwischen Leben und Tod, das sind die Kennzeichen von ritueller Gewalt. Erst seit den 90-ger Jahren werden Symptome von ritueller Gewalt systematisch von Polizeibehörden und psychologischen Gesundheitsdiensten erfasst. Und dennoch ist die wissenschaftliche Datenlage dazu fast kaum vorhanden.

“Seit Jahren berichten uns vorwiegend Frauen von Geheimgesellschaften, die im Verborgenen ein System von absoluter Abhängigkeit, extremer Gewaltanwendung und sexuellem Missbrauch aufgebaut haben. Die Frauen schildern Rituale, in denen vergewaltigt, gefoltert und getötet wird”

heißt es auf dieser offiziellen Fachtagung zu ritueller Gewalt der Diakonie mit der Fachstelle für Sekten- und Weltanschauungsfragen in Münster. Und alles deutet bislang darauf hin, dass das Hotel Quelle in Südtirol ein solcher Ort wie der Weiler Cheiry in Kanton Freiburg werden könnte. Oder ist dieses Werbevideo nur völliger Humbug, aufgenommen von übermütigen Aufgussmeistern und spielt das Luxushotel einfach nur mit makaberer Symbolik?

“In 30 Jahren Beratungstätigkeit bin ich erst auf zwei vergewaltigte Frauen gestoßen, die nachweislich in satanischen Ritualen gefoltert wurden und beispielsweise ein Neugeborenes töten mussten”, sagt Martina Zsack-Möllmann, Geschäftsführerin des Frauenhauses Solingen in Deutschland auf Anfrage von #TEAMLUX. Sie verfasste 2002 den Aufsatz “Die Lust am Töten getarnt als satanisches Ritual”, der heute noch als Standardaufsatz zu dem Thema gilt. “Okkulte Rituale in Verbindung mit Gewaltexzessen finden vorallendingen in der finanziellen Oberschicht statt. Der 0–8–15-Pädophile lässt sein Kind auf dem Parkplatz vergewaltigen, der Reiche will da schon mehr Aufwand, Gewalt getarnt mit ideologischer Dekoration. Der kann ja schließlich auch für solche Veranstaltungen zahlen.”

Das Fünf Sterne Hotel liegt ganz am Ende eines Tales direkt an der Grenze von Italien zu Österreich. Wie das Hotel Feuerstein im Pflerschtal, befindet es sich in einem Talschluss, es ist von allen drei Seiten von hohen Felswänden umgeben. Die Bundesstraße führt direkt zum Hotel, dahinter gibt es noch ein kleines Dorf, dann ist Schluss. Ohne Auto gibt es kein Entkommen. Aber es gibt wunderschöne grüne Wiesen, sanft geschwungene Hügel und Tannen, die sich dort oben an den Bergwänden auf 1400 Metern über dem Meeresspiegel emporziehen. Um sich von den horrenden Investitionskosten an dem “Kraftort der alles Schöne in sich vereint” nach dem Umbau vom 4 zum 5 Sterne Hotel zu erholen, beauftragt die Familie Steinmair in den Jahren danach vier Frauen aus der Zeppelin Group aus dem italienischen Meran. Valentina, Anja und Liliana beraten sie für die ästhetischen Außendarstellung, im Design und Konzept ihres 5-Sterne Hotels nach der Symbolik der Sonnentempler. Drei Presseanfragen von TEAMLUX im November 2021 werden weder telefonisch noch per Email von der Zeppelin Group zum Hotel Quelle beantwortet. Dabei spielen die weiblichen Marketingmitarbeiter der Werbeagentur eine Schlüsselrolle in der Akquiese neuer Mitglieder: Sie sollen die Gäste mittels Onlinemarketing in das weit abgeschiedene Tal bringen, um die langfristige finanzielle Liquidität der permanent expandierende Anlage mit Spa, Schwimmbädern und den seit 2018 eigenen Chalets “Salena” zu sichern zu können. Denn eine Familie, die knapp 1000 Euro pro Nacht zahlen kann, davon gibt es nicht viele. Dabei kommt Zeppelin-Mitarbeiterin Anja ein Abschlusszertifikat zu Digital Nudging — dem digitalen Anstupsen, besonders zu Gute. In dem Kurs lernte sie psychologische Effekte von “Dark Patterns und Persuasive Design” kennen, heißt es auf ihrem erfolgreich bestandenen Diplom von LinkedInLearning. Sprich: Plank kennt die Kraft der “dunklen Muster”, des unterbewussten Marketings, das subtil auf die Psyche abzielt und Konsumenten manipulieren kann.

Zusammen mit der Zeppelin-Group perfektioniert Sohn Manuel das Design auf der Webseite und auf dem Instagram-Account, sowie auf der hoteleigenen Facebookseite, sodass anscheinend durch das Onlinemarketing explizit schwerreiche Familienmütter- und Väter angesprochen werden, die keine Berührungsängste mit ritueller Gewalt haben. “Wir setzen hier deshalb auf professionelle PR-Arbeit, um die Gäste auch mit den richtigen Botschaften zu erreichen — schließlich ist die Konkurrenz entsprechend groß”, sagt Margit gegenüber dem österreichischen Magazin HotelStyle im Jahr 2019. Das “Nature Spa Resort Quelle” liegt in einem abgelegenen Südtiroler Tal, in welchem die Gäste nicht rein zufällig vorbeischauen”, stellt das Wiener Magazin für “gehobene Hotellerie” in einem Begleitinterview fest. Also müssen die Gäste mit den “besonderen Wünschen” angesprochen werden. Direkt an der österreichischen Grenze gelegen, verspricht nun das Hotel Quelle ab jetzt in der High Society von Politikern und österreichischen Konzernvorständen die Abgeschiedenheit, die sie Zuhause nicht finden: Die Diskretion hinter geschlossenen Hoteltüren. Hier können sie laut Onlinemarketing das tun, was sie zuhause nicht machen können. Kinder schlagen? Kinder vergewaltigen? Kinder mit Drogen betäuben und danach töten, so wie es die Sonnentempler in ihren Kollektivmorden machten? Wir wissen es nicht. “Je vous informe que nous n’avons pas d’élément ou d’avis à transmettre sur le sujet” lässt Kriminalinspektor Brügger TEAMLUX per Email in französischer Sprache ausrichten — wir haben keine Meinung zu dem Thema und können keine Einschätzung übermitteln. Brügger wurde gebeten sich den Onlinemarketingauftritt des Hotels Quelle anzusehen. Er leitete damals die Ermittlungen der Kantonspolizei Freiburg nach den Kollektivmorden im Jahr 1994 am Weiler Cheiry in der Schweiz. Also doch alles nur ein Marketingscherz der Werbeagentur Zeppelin?

Für Fünf Sterne Hotels wie das Hotel Quelle gilt der absolute Grundsatz der Privatsphäre und “Datenschutz” für ihre Gäste. Im Urlaubsland Südtirol heißt das Diskretion. Oder: “Privacy” wie es die Italiener mit dem Begriff aus dem Englischen sagen:

Erster Anruf am 13. November 2021 vom deutsch-italienischen Investigativjournalistenkonsortium #TEAMLUX an der Rezeption des Hotel Quelle.

Nein, Gästelisten kann uns das Hotel Quelle nicht weitergeben. Sie wissen schon, Datenschutz. Doch die junge Mitarbeiterin namens “Isa” ist entsetzt und besorgt, als man am Samstagvormittag, den 13. November verlangt, zum Geschäftsführer Manuel Steinmair durchgestellt zu werden, es sei dringend, es gehe um einen Fragekatalog zu der potentiellen Möglichkeit von rituellen Gewalt in den eigenen Hotelräumen. Der Bitte von #TEAMLUX am Abend zurückzurufen, kommt Manuel nicht nach. Er ist Obmann des Hotellerie- und Gastronomieverband HGV des Nachbarortes Gsies, spielt Fussball im örtlichen Verein und hat das Hotel im Jahr 2017 von seinen Eltern Erich und Margit Steinmair mitsamt dem Namen übernommen. Vater Erich ist schon seit langem im Ruhestand, endlose siebenundreißig Jahre lang war er der Präsident des Tourismusvereins Gsieser Tal-Welsberg-Taisten. Über 15 Jahre war er außerdem Mitglied der Raiffeisenkasse Gsies-Welsberg-Taisten und führte das Finanzinstitut als geschäftsführender Verwaltungsrat, der höchsten Position einer Bank. Im Gsieser Tal ist das Hotel Quelle der größte Arbeitgeber. In den 80-ger Jahren war Erich einer der ersten Hoteliere in Südtirol, die sich ein Schwimmbad bauten.

Die Imperium der Familie Steinmair agiert fast deckungsgleich wie das Imperium einer gewissen Familie Mader 80 Kilometer entfernt an der Brennergrenze. Peter Paul Mader ist Multimillionär, Immobilienhändler und Chef des Fünf Sterne Hotels Feuerstein im Pflerschtal. Die Ähnlichkeiten sind verblüffend: Ein kleines Tal mit wenigen hundert Einwohnern, die meisten davon arbeiten für die Patriarchen Peter Paul Mader oder für Erich Steinmair, in einem ganz am Talende verorteten Luxushotel, im Pflerschtal ist es das Fünf Sterne Hotel Feuerstein, im Gsieser Tal das Fünf Sterne Hotel Quelle. Feuersteinchef Mader und Quellenchef Steinmair haben wichtigen Einfluss in dem örtlichen Finanzsystem der Raiffeisenkassen, Steinmair kann direkt als Verwaltungsrat die Kreditvergabe an andere Unternehmen in Tal mitbestimmen, Mader nimmt Einfluss über seine Hintermann Benno Linser auf die Geschäfte der Raiffeisenkasse Wipptal. Wenn man bei beiden Hotels über den Berg steigt oder durch einen Tunnel im Pflerschtal oder im Gsieser Tal geht, beginnt Österreich. Es wäre ideal für den Transport illegaler Menschenware. Denn dieses Faktum vereint beide Patriarchen — die Verwendung von dem FBI international eingestuften pädophilen Codes und Symboliken auf der Webseite und dem Instagram- und Facebookaccount.

Der Sonnentemplerorden in der Schweiz bestand aus mehreren hunderten Mitglieder in den 90-ger Jahren, er pachtet und kauft Höfe und betreibt eigene Landwirtschaft. Doch viele Sektenmitglieder kritisieren ihrer starke finanzielle Ausbeutung des Führers John di Mambro. Er beteuert, wer am meisten an die Verwaltung der Sekte zahle, würde zu den “100 ausgewählten Familien” gehören, die in besonderen Enklaven und abgeschiedenen Landgütern in den Alpen, den von ihm angekündigten erwarteten Weltuntergang überstehen, um das Überleben der Menschheit sicherzustellen. Viele Hinweise deuten darauf hin, dass sich das Luxushotel Quelle als eine dieser Enklaven sieht. Und eine Familie, in der alle Mitglieder im selben Betrieb arbeiten, erfüllt auch ohne ideologischen Überbau häufig schon die Anforderungen einer sektenähnlichen Gemeinschaft: Die Mitglieder vereint die wirtschaftliche Abhängigkeit, der daraus resultierende Gruppenzwang, und die erbliche Tradition und Loyalität untereinander.

Es ist das Jahr 1994. Tochter Sarah Steinmair erleidet schwere Verletzungen im Alter von 6 Jahren. Im selben Jahr, in dem der erste Kollektivmord passiert, in Cheiry, Freiburg in der Schweiz. Von offizieller Seite heißt es in einer Werbebroschüre “The Hotel Quelle Times”, es sei kein Vorfall ritueller Gewalt gewesen, das Kind hätte bei “Umbauarbeiten und Erweiterungen des Hotels” einen Unfall erlitten. Heute leitet die 33-jährige Sarah die Salena Chalets, mit einem geschwungenen S im Logo, das exakt dem S des Logo des Templerordens entspricht, dem Unendlichkeitszeichen. Wie ihre jüngste Schwester Julia, die für die Beauty-Abteilung im Hotel verantwortlich ist, und ihrem Bruder Manuel, kann sie sich nicht von ihrer Familie lossagen. Alle drei Geschwister können im Alter von Mitte 30 fast ausschließlich Berufserfahrung im eigenen Familienhotel vorweisen. Manuel Steinmair, jetzt selbst Vater eines vier Monate alten Säuglings, beantwortet die Email mit der Presseanfrage von TEAMLUX nicht (Stand: 02.12.2021).

Margit und Erich Steinmair sind gut vernetzt in der Südtiroler Politik mit regierenden SVP-Politikern und den Medien. Tochter Sarah wird mit 312 Stimmen in den Gemeinderat der Nachbargemeinde Gsies im Jahr 2020 gewählt. Als SVP-Abgeordnete natürlich. Ihr Ziel sei es “junge Bürgerinnen zu unterstützen”. Die Südtiroler Wirtschaftszeitung nennt Vater Erich Steinmair in einem 2013 erschienen Zeitungsartikel einen “Gsieser Leitwolf”. Weil er es geschafft hat, Geld zu verdienen in die felsige Einöde am Rande der Dolomiten — “in einem vermeintlich strukturschwachen Tal”. Als Dankeschön wird der Autor Robert Weißensteiner von Erichs Raiffeisenkasse Wels-Gsies-Taisten dafür im Jahr 2014 als Redner auf ihrer Hauptversammlung eingeladen.

In den 90-ger Jahren besitzen die Sonnentempler mehrere Immobilien in der Schweiz, der Führungszirkel überredet neue Sektenmitglieder Erbschaften und Bankkoten der Geheimgesellschaft zu vermachen. Sektenanführer Di Mambro gaukelte den Mitgliedern vor, einen Schlüssel zu einer anderen Welt zu besitzen und seine Befehle von Meistern von einem anderen Stern zu erhalten, er läuft auf den Anwesen permanent mit einem Schwert herum. Die Anführer verpflichteten die Mitglieder der Sonnentempler, den Orden um jeden Preis geheim zu halten. Der Geheimbund war streng hierarchisch aufgebaut: Die Sektenführer regelten das Sozialleben aller Mitglieder, sie trennten Paare und Familien nach Gutdünken und arrangierten neue Ehen und bestimmten die Namen der Kinder. Als Di Mambro 1982 ein Kind mit einem Mitglied der Sekte zeugt, behauptet er, der Säugling sei der wiedergeborene Jesus Christus. Er nennt seine Tochter “Emanuelle”, ein hebräischer Name, dessen biblische Bedeutung mit dem auferstandenen Jesus gleichgesetzt wird. Am 22. Januar 1987 tauft Margit ihren ersten Sohn auf den Namen Manuel, die deutschsprachige Version des Namens Emanuelle. Kann es sein, dass hier der Bruch zwischen den Sonnentempler-Orden in der Schweiz und Südtirol beginnt und die Steinmairs sich unabhängig von Di Mambros Lehre machen? Nach der Schweizer Wissenschaftlerin Alexandra Stark, bedrohte Di Mambro diejenigen Sektenmitglieder mit dem Tod, die ihr Kind nach seinem benannten. Und das man als Sektenmitglied seine Mitgliedschaft geheim hielt und somit zum exklusiven und auserwählten Menschengruppe gehörte, war selbstverständlich. Es war streng verboten, über den Orden zu sprechen. Die Waadtländerin Rosemarie Jaton kannte bis zu dem Tod der gesamten Familie ihres Bruders 1994 in Cheiry noch nicht einmal den Namen “Sonnentempler”.

Zweiter Anruf am 14. November 2021 vom deutsch-italienischen Investigativjournalistenkonsortium #TEAMLUX bei Hotel Quelle

Das Telefon klingelt. Margit Steinmair, Mutter von Geschäftsführer Manuel, hebt ab.

Lux: “Frau Steinmair, sagt Ihnen der Sonnentempler-Orden etwas?”

Steinmair: “Nein, kenne ich nicht.”

(…)

Lux: “Uns liegen Ermittlungen vor, dass ihr Hotel ein zentraler Umschlagsort für rituelle Gewalt sein könnte.”

Steinmair: “Ich bin für diese Angelegenheit nicht zuständig. Wenn Sie ein Problem haben, wenden Sie sich an unseren Verkauf.”

(…)

Lux: “Darf ich ihnen kurz erklären, das Herz im Herz und der Schmetterling, das sind internationale FBI-Kennzeichen für Pädophile, die wir auf ihrem Instagram-Account ihrer Hotels gefunden haben…

Ein leeres Tuten in der Leitung.

Frau Steinmair hat aufgelegt.

Das Gespräch dauerte 1:43 Minute.

Fünf Sterne Okkultimus mit Mehrwert verkaufen

“Natürlich kosten schönes Design und gute Architektur viel Geld und müssen auch entsprechend als Mehrwert verkauft werden”, geben Margit und Erich Steinmair im Interview gegenüber der Zeitschrift “HotelStyle” zu Protokoll. Dem Magazin haben sie zum Abdruck des Interviews ein Bild aus den jüngeren Tagen ihrer Ehe geschickt: Dort ist Margit Steinmair mit dem keltischen Kreuz um den Hals zu sehen. Oder stellt es ein riesiges Silberkreuz dar? Das Keltenkreuz ist ein Symbol der rechtsextremen Szene. Und ein Logo, das verboten ist in Deutschland, es ist ein sogenanntes verfassungsfeindliches Symbol, steht gegen die demokratische Ordnung. Das Keltenkreuz gleicht geometrisch dem Hakenkreuz, wobei das Hakenkreuz durch ein im Kreis stehendes Kreuz ersetzt wurde, wie es im Bericht des Bundesverfassungsamt im Jahr 2018 heißt. “Die Verbindung von Okkultismus und Faschismus ist spätestens seit dem Fund von okkulten Ritualräumen in der NS Ordensburg Wewelsburg in Paderborn belegt”, sagt Martina Zsack-Möllmann, die Forscherin zu ritueller Gewalt und Leiterin des Frauenhauses Solingen.

Der Professor für Rechtssoziologie, Massimio Introvigno aus Turin gibt zu Protokoll, die Sonnentempler könnten eine religiös bemäntelte Tarnorganisation von Rechtsextremen sein. Im Streit um die Nachfolge des rechtsextremen Sektenführer Julien Origas im Jahr 1983, habe man dann später rücksichtslos die Abtrünnigen durch die Massenmorde in Kanada und der Schweiz eliminiert. Fest steht: Die Gründung des Sonnentemplerorden in den 50-ger Jahren geht direkt auf Aleister Crowley zurück, den Hitlerfreund und legendären Theoretiker satanischer Rituale und sexualmagischer Praktiken.

Und anscheinend laden die Steinmairs auch gerne Militärangehörige in ihr Hotel. Ein Kamerad der Zeitschrift für “Soldaten und Wehrtechnik” übernachtet eine Woche in dem Luxushotel und weiß danach nur Positives von Margit und Erich Steinmair zu berichten: “Und tatsächlich schläft man unter einem Sternenhimmel ein und träumt von der Schönheit der Dolomiten” beschreibt er in der Militärausgabe des Hardthöhenkuriers in einem undatierten Artikel. Margit hat in einigen Hotelzimmern einen Sternenhimmel aus LED-Lichtern über den Betten an den Zimmerdecken montieren lassen. Der Sternenhimmel ist für die Mitglieder der Sonnentempler-Sekte etwas Heiliges: Sie glauben, dass das Sterben in kollektiven Ritualmorden kurz vor einem vermeintlichen Weltuntergang der einzige Weg zur Rettung auf den Planeten Sirius im Sternenhimmel ist. Ermordung für Erlösung, lautet die Losung der Sekte.

Hugo Stamm ist Sektenexperte und langjähriger Betreiber des Sektenblogs für den Tages-Anzeiger und dem Nachrichtenmagazin Watson aus der Schweiz. Seit den Siebzigerjahren befasst sich der Journalist mit neureligiösen Bewegungen, Sekten, Esoterik, Okkultismus und Scharlatanen und hat dazu mehrere Sachbücher verfasst. Herr Stamm, halten Sie es überhaupt für möglich, ob noch weitere Ableger der Sonnentempler im Jahr 2021 existieren? “Nach den Vorkommnissen rund um die Sonnentempler war klar, dass noch eine kleine Splittergruppe im Geheimen Treffen organisierte. Dabei dürfte es sich um lediglich ein paar Templer gehandelt haben. Ob diese immer noch aktiv sind, ist unklar. Ich vermute eher, dass sie sich inzwischen anderen Gruppen angeschlossen haben”, sagt er gegenüber #TEAMLUX.

Haben Sie sich anderen Gruppen angeschlossen, oder existierte schon immer unbekannter Ableger der Sonnentempler in Südtirol, parallel zu den Sektenbünden in der Schweizer Alpen, Kanada und Frankreich? Warum sonst sollte das Hotel fast deckungsgleich jede Symbolik der Sonnentempler in der Außenrepräsentation kopieren? Bei dem ersten Kollektivmord 1994 in Cheiry, Freiburg fand man ein Schwert neben den Leichen. Mit einer roten Kordel sind die Schwerter und die Ordensketten der Sonnentempler umwickelt, Kerzenleuchter gehören zum obligatorischen Inventar einer Ritualmesse des Ordens. Für das Hotel Quelle posiert nun ungarische Sommelier Jöo Akos mit einem Schwert mit einer roten Kordel neben einem Kerzenleuchter. Alles nur Zufall? Auf weiteren Bildern ist Jöo Akos mit einem goldenen Sonnen-Ansteckpin am Revers zu sehen, Mitarbeiterinnen des Hotels sind häufig sich mit riesigen Sonnen oder kreisförmigen Halsketten auf den Bildern der Social Media Accounts des Hotel Quelle zu sehen. Besonders empfehlenswert: Der Wein “Aton”. Aton ist der ägyptischen Sonnengotts, der Wein wird von Sommelier Akos auf der Webseite des Hotels empfohlen.

Schon früh wird Sohn Manuel mit der Aufgabe des Marketings der Sonnentempler beauftragt, er gibt die Aufgabe mehrere Jahre an die Zeppelin Group weiter, den Aufbau der Webseite, des Facebook-und Instagram-Accounts des Fünf Sterne Resorts zu betreuen. Seine Eltern konzentrieren sich nun ausschließlich auf die Inneneinrichtung und die Gestaltung der Architektur am Badesee der “Quelle”. Permanent wird das Geld von den reichen Gästen genommen und in kultische Einrichtungen mit Sonnensymbolik auf dem Gelände von Hotel Quelle gesteckt oder investiert in die Verkleidung der Innenräume mit okkulten Symbolen und Sternenhimmeln an der Decke, die das ewige Feuer symbolisieren sollten. Erich und Margit bauen im allgemeinen Südtiroler Bauboom Anfang der 2000-er als gäbe es kein Morgen mehr: Zehn Saunas, darunter eine Kältesauna mit echtem Schnee, Eiskristalle auch im Sommer. Eine “Erlebnis-Tiefgarage” mit 80 Stellplätzen für Stammkunden. Ein hoteleigenes Kino. Whirlpools. Überall Lounges zum Zurückziehen. Ein Wellnessbereich auf 3500 Quadratmetern. “Beauty-Etagen”, getrennt für Männer und Frauen, geleitet von der jüngsten Tochter Julia. Und geschlechtergetrennte Spas. Männer gehen in die eine Etage. Frauen ziehen sich in einem anderen Bereich des Hotels zurück. “Damit die Damen ungestört tratschen und sich Desperate Housewives auf unseren Flachfernsehern ansehen können”, begründet das Margit Steinmair im HotelStyle-Magazin. Ein Bio-Badeteich wird angelegt. Ein eigener Gemüse- und Kräutergarten. Die Sonnentempler ernähren sich ausschließlich biologisch in eigenen Kommunen in der Schweiz. Und eine Hauskapelle wird gebaut. Margit und Erich widmen die kleine Kapelle Sankt Christopher, dem Heiligen der Reisenden vom Diesseits ins Jenseits. Für die Sonnentempler hat Christopher viele Bedeutungen: Der Heilige gilt als Hundsköpfiger, so wie auch der Planet Sirius der Stern des Hundes ist. Außerdem soll Christopher ein Kind auf seinen Schultern über einen reißenden Fluss als Transitroute getragen haben. Laut der Webseite fungiert das die Christopher-Kapelle als Schutzpatron für Autofahrer. Die Fotos der geparkten ausgebrannten Autos nach den Kollektivmorden in der Schweiz 1994 gingen damals um die Welt. Alles nur ein Zufall? Die Holzkapelle wird direkt neben der neu errichteten “Wasserrad-Sauna” gebaut, eine Sauna, deren Radspeichen permanent Wasser als Dampf zirkulieren. Sonnenstrahlen oder Radspeichen: Für den geneigten Beobachter ist es ein und dasselbe Symbol.

Nach Otto Schmidt, Autor der Evangelischen Informationsstelle zu Sekten, traten angesichts der finanziellen Engpässe und zunehmenden Verfolgungsängste der Führung bei den Sonnentemplern ab dem Jahr 1991 ein neues Thema auf: der “Transit”, der Übergang in eine andere Welt. Viele Mitglieder hatten den Orden verlassen, verlangten den Zugriff auf ihre Bankkonten zurück. Der Gedanke des Überlebens des Weltendes auf dieser Erde, erwies sich nun für Sektenführer Di Mambro als Illusion. Diese Welt ist so schlecht, dass hier ein Leben unmöglich ist, ließ er die Sektenmitglieder glauben. Wer “überleben” will, muss in eine andere Welt gehen, in eine, wie es die theosophischen Wurzeln der Gemeinschaft lehren, höhere Welt, in eine höhere Entwicklungsstufe, wo die irdischen Probleme überwunden sein werden. Die Vorstellungen, wie dieser Transit zu geschehen hätte, blieben undeutlich. Bisweilen sprach Di Mambro von einem UFO aus dem Sternenhimmel, das die Sonnentempler abholen würde. Später wurden die Mitglieder über die Form des Transits gänzlich im Unklaren gelassen, aber ermahnt, stets erreichbar zu bleiben, um den Ruf zur Versammlung, die den Transit initiieren sollte, nicht zu verpassen. In drei verschiedenen Wellen von Kollektivmorden starben 74 Kinder und ihre Eltern durch Kopf-Pistolenschüsse der Gründer in den Jahren 1994 in Cheiry, 1995 in Veicor, Frankreich und 1997 in Morin-Height, Kanada.

Ist das alles nur ein Marketing-Gag mit dem Spiel okkulter Symbolik der Zeppelin Group oder befindet sich in Südtirol tatsächlich augenscheinlich der solventere Ableger der Sonnentempler, der es geschafft hat eine finanziell gut abgesicherte Gemeinschaft aufzubauen? Stabilisiert durch den Betrieb des Luxushotels, dessen Räume sowohl als Ritualräume für die Sektenmitglieder, als auch von “normalen” Urlaubsgäste genutzt werden können. Es wäre eine Anlage mit Dual-Use-Function im strukturschwachen Tal. Okkultismus und Betriebswirtschaft bilden laut der werblichen Außenrepräsentation keinen Gegensatz, sondern ergänzen sich einander.

Im Zimmer 807 des Salet Chalena verbirgt sich die Sonne

“Nature Family” ist laut früheren Recherchen von #TEAMLUX im pädokriminellen Marketing das Code-Wort für die Familie mit natürlichen sexuellen Kontakten untereinander. Wenn Fotos nicht ausreichen, dann vielleicht Texte. Entsprechende Zimmernamen wie “Nature Suite” verweisen auf eine natürliche Ungezwungenheit zwischen Familienmitgliedern. So wie es die Natur eben will. Die Zahl 807 ist der Titel einer zweiminütige Arie von Schubert, in der die Sopranstin unter dem fröhlichen Geträller insbesondere das Wort “alleine” dehnt. Die Zimmernummer geht auf einem Vorschlag der Zeppelin Group Meran zurück, die prominent auf ihrer Webseite mit der Verbindung von Musik und Marketing wirbt. Wir produzieren “Good Vibrations” heißt es da. Und das erwarten die Gäste in der Nature Suite mit der Nummer 807 laut Schuberts Arie “Auflösung 807”:

Verbirg dich, Sonne,

Denn die Gluten der Wonne

Versengen mein Gebein;

Verstummet, Töne,

Frühlings Schöne

Flüchte dich und lass mich allein!

Quillen doch aus allen Falten

Meiner Seele liebliche Gewalten,

Die mich umschlingen,

Himmlisch singen.

Geh unter, Welt, und störe

Nimmer die süssen, ätherischen Chöre.

Und das Hotel Quelle scheut sich anscheinend nicht, anscheinend genau diejenigen Gäste anzuziehen, aus deren Seele liebliche Gewalten herausquellen und sie umschlingen. Denn sie bieten schließlich Ungestörtheit am Ende der Welt. Im strukturschwachen Tal, aus dem es kein Entkommen gibt: Dem Gsieser Tal. In der Enklave, in dem man auf den Weltuntergang warten kann: Gehe unter, Welt, und störe nimmer. Aber nur mit den Familien, die es sich leisten können: Mit einem Whirlpool, einem Sternekoch und einem eigenen Gemüsegarten. Die Apokalypse für 1000 Euro pro Nacht pro Familie.

Nobel geht die Welt zugrunde

Und wenn dann mal die Energiepreise im Winter 2022 so stark ansteigen, dann können sich die Gäste immer noch mit ihren eigenen oder fremden Kindern wärmen, die sie untereinander tauschen. Damit die pädophilen Luxusurlauber auch ja den richtigen Weg in das Tal am Ende der Welt finden, hat man zusammen mit der Zeppelin Group noch einmal ordentlich in die Mottenkiste des traditionellen Päderastiemarketings gegriffen.

Mehr als vier pädokriminelle Symbole deuten im Onlinemarketing laut der Cyberdivision des FBI darauf hin, dass das Hotel Quelle noch kurz vor dem Weltuntergang die Portemonnaies schwerreicher Gäste anziehen möchte, die als sexuelle Liebhaber kleiner Jungen und kleiner Mädchen klassifiziert werden.

Ähnliche Zeichen finden sich bei ihren weiteren Referenzkunden aus dem Luxussegment: das Hotel Feuerstein von Peter Paul Mader, dem Family Grand Spa des Cavallino Bianco St. Ulrich und im Adler Hotel Andalo in Trient. Produced by Zeppelin, wie es so schön unten im Impressum der letzten zwei genannten Hotelwebseiten steht.

Laut dem untestehenden FBI-Dokument aus dem Jahr 2007 sind die vier Zeichen der Spirale, des Dreiecks, der Herz und des Schmetterlings internationale Verständigungssymbole für die Tolerierung pädosexueller Handlungen an Jungen und Mädchen vor dem Teenager-Alter. Kann es ein wirklich ein Zufall sein, dass die dreieckigen Winkel der Fotos und die Dekorationsgegenstände in Spiralform auf dem Instagram-Kanal und der Webseite von Hotel Quelle von den drei Frauen der Zeppelin Group so justiert worden sind, dass ausgerechnet die pädokriminellen Kommunikationssymbole erscheinen?

Das Herz im Herz — steht in der internationalen digitalen Kommunikation für die Akzeptanz von Vergewaltigungen von kleinen Mädchen der Gästen der reichen Urlauber. Das FBI fand damals diese Symbolik auch häufig auf Schmuckstücken wieder — so wie es jetzt die Mitarbeiter von Hotel Quelle passend als Halskette und als Dirndl-Anhänger zusammentragen.

Anche la farfalla è chiaramente riconoscibile sui canali dei social media dell’Hotel Quelle. Le ali parallele simboleggiano due cuori che si fronteggiano e sono state classificate dal Federal Bureau of Investigation in diversi raid come simbolo di notifica per la depenalizzazione degli atti sessuali tra bambini e adulti nelle chat dei consumatori di pornografia infantile.

Marketing mit pädosexueller Symbolik auf Kosten der Steuerzahlerinnen: Das Land Südtirol

Ein großer Fan von diesem zielgruppenspezifischem Marketing ist Wolfgang Toechterle. Er ist Marketingvorstand der IDM Standortmarketingagentur, der Werbefabrik für das Autonomiestatut Südtirols. In den Jahren 2009–2011 arbeitet er Seite an Seite mit einer gewissen Frau namens Cristina Boggio, die für das Südtiroler Tourismusmarketing EU-Fördermittel eintrieb. Boggio hält heute eine Chefposition bei der Zeppelin Marketing Group inne. Und sie hat von ihrem Ex-Kollegen den Auftrag erhalten, offiziell für Südtirol Werbung auf allen Kanälen zu verwirklichen. Die eigene Marketingfirma des Landes Südtirol hat eine andere Marketingfirma beauftragt, für sich Marketing zu machen. Die Südtiroler Landesregierung hat IDM mit einem reichen Geldsegen beschenkt, fast 15 Millionen Euro mehr im Vergleich zum vorherigen Jahr flossen aufgrund der Corona-Krise. Von Jahr 2019 bis zum Jahr 2020 hat sich die Bilanzsumme der Standortagentur damit fast um ein Drittel erhöht. “Die Erhöhung ist grundsätzlich darauf zurückzuführen, dass die von Dritten erbrachten Werbedienstleistungen für die eigene Tätigkeit stark zugenommen haben” lässt Aufsichtsrat Peter Gliera als Protokoll mit seiner Unterschrift im “Informationen zum Jahresabschluss” auf S. 98 im Handelsregister Bozen hinterlegen. Also engagiert IDM die Zeppelin Marketing Group für die Außendarstellung von Südtirol.

Presseanfrage an IDM: “Inwiefern befürworten die Mitarbeiter der Marketingagentur die Entkriminalisierung der sexuellen Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern?” möchte #TEAMLUX in einer Email von der Geschäftsführung wissen. Die Antwort von IDM kommt postwendend am 12.11. ohne einen Namen und Absender im Emailkopf. “Wir stehen Ihnen für Interviews bzw. zur Beantwortung Ihrer Fragen nicht zur Verfügung und untersagen Ihnen hiermit explizit, uns in irgendeiner Weise zu zitieren”.

IDM Marketingchef Wolfgang Toechterle hingegen steht gerne für die Fragen von anderen wirtschaftsrelevanten Akteuren in Südtirol zu Verfügung. Beispielsweise für Joachim Leiter, Geschäftsführer der Werbeagentur Additive aus Lana, Italien.

“Diese besondere Beziehung zwischen Südtirol und seinen Gästen kommt einer Liebesbeziehung sehr nah. Wir haben da einen gewaltigen Schatz. Und eine Verantwortung für unsere Kommunikation. Gerade jetzt.”

lässt sich Wolfgang Toechterle im Jahr 2020 in diesem Interview zum Standortmarketing Südtirol zitieren.

Letzter Anruf von TEAMLUX im Bundeskanzleramt Österreich. Der Leiter der Bundesstelle für Sektenfragen, Dr. German Müller, ist bereit für ein Gespräch. “Ich kann alleine aufgrund des Onlinemarketing vom Hotel Quelle weder falsifizieren noch verifizieren, dass wir hier von einem direkten Ableger der Sonnentempler sprechen können”, sagt Müller. “Auch ich habe in 21 Jahren Beratungstätigkeit erst mit 3 Fällen von ritueller Gewalt zu tun gehabt, und alle Opfer stammten aus dem Prostitutionsmilieu. Aber wenn Sie als Journalistin deswegen von der Staatsanwaltschaft ausgewiesen worden sind, dann sind sie sicher dran an einem großen, dicken Fisch. Passen Sie auf, dass ihnen kein als Selbstmord fingierter Autounfall passiert.”

Haben Sie Hinweise zum Hotel Quelle, denen wir als Redaktion noch nicht nachgegangen sind? Sind sie selbst Opfer von ritueller oder sexueller Gewalt in Südtirol geworden? Kontaktieren Sie die Chefredaktion bitte umgehend auf Telegram: @luxvalerie

Hinter den Kulissen der Recherche

Am 1. Dezember 2021 wurden die Herausgeberin Priska Schenk und die Chefredakteurin Valerie Lux vom Bundesnachrichtendienst des Team Lux auf eigenen Initiative bei der Polizeiwache Welsberg im Gsieser Tal vorstellig und protokollierten den Beamten die oben genannten Informationen.

Das Anzeigen zu Kindesmissbrauch und Gewalt an Frauen entweder nicht entgegengenommen oder weitergeleitet werden, ist laut unseren Ermittlungen nicht die Ausnahme, sondern der Normalzustand in Südtirol. In unserer Redaktion gehen wir mittlerweile davon aus, dass es im ganzen Urlaubsland straffrei möglich ist, physische und sexuelle Gewalt an Kindern zu verüben. Ein Netzwerk aus Politikern, Polizei und Südtiroler Top-Hoteliers verhindern systematisch die juristische Aufarbeitung. Carabinieri verschiedenster Polizeidienststellen verwarnen die männlichen Täter mündlich bei Verdacht auf Missbrauch, ihr Kind nicht noch einmal zu vergewaltigen. Anzeigen oder schriftliche Aufnahmen in landesweite Polizeidatenbanken werden dazu jedoch keine erstellt. Mehrere Opfer sexueller Gewalt in Südtirol berichteten der Redaktion bislang übereinstimmend, dass in den letzten Jahren ihre Anzeigen von der Staatsanwaltschaft Bozen in keinerlei Ermittlungen resultierten. Aus Angst vor Vergeltung, möchten sie ihren Namen nicht gedruckt sehen.

Für die Theorie des Netzwerks eines Kindesmissbrauchsring, der gedeckt wird von Staatsanwälten und Politikern, spricht auch, dass Chefredakteurin Lux am 17. September 2021 während ihrer Recherche aus Italien von Oberstaatsanwalt Giancarlo Bramante durch das militärische Sonderkommando DIGOS-Staatspolizei zwangsausgewiesen wurde und sie von allen Mitgliedern der Landesregierung unter SVP-Landeshauptmann Arno Kompatscher auf “Rufschädigung” verklagt wurde. Sollte sie jemals wieder in das italienische Südtirol zurückkehren, würde sie für acht Monate in eine geschlossene italienische Psychiatrie eingewiesen werden, drohte Oberstaatsanwalt Bramante des Landgerichts Bozen ihr. Über 700 Südtiroler Einwohner hatten sich im Sommer 2021 aktiv mit Hinweisen in sechs TEAMLUX-Gruppen an ihrer Recherche über den Telegram-Messenger beteiligt. Bramante ließ ihren Laptop, Diktiergerät, Smartphone, Tablet beschlagnahmen, sodass sie durch die damit verbundene Zwei-Faktor-Authentifizierung den Zugriff auf die Telegram-Gruppen und ihr Emailpostfach verlor, in der ihr Informanten zentrale Hinweise zukommen ließen. Bis heute kann Lux deswegen auch nicht mehr auf ihren Instagram- Facebook- oder Youtube-Account zugreifen. Im Monat Oktober 2021 musste die Chefredakteurin dann auch ihre Artikel auf dem kleinen Bildschirm eines Second-Hand-Handys aus München tippen.

Der Redaktion ist bislang nicht bekannt, dass Polizeistationen oder Staatsanwälte Ermittlungen aufgrund der Recherchen von #TEAMLUX aufgenommen haben.

Sie können unsere Ermittlungen auch live auf unserem neuen Youtube-Kanal verfolgen zum Hotel Feuerstein und Hotel Quelle vom 18. November 2021:

Über die Chefredakteurin

Valerie Lux *1991, ist eine international tätige Investigativjournalistin und Youtuberin. Ihre preisgekrönte Auslandsberichterstattung ist auf Europas größtem IT-Nachrichtenportal heise-online und MIT Technology Review erschienen. Sie hat für den Radiosender Deutschlandfunk und das CEO World Magazine in New York publiziert. Die “Nachwuchswirtschaftsjournalistin des Jahres 2018” (Handelsblatt) begann ihre Karriere 2015 mit einer Militärreportage über den NATO-Einsatz im Kosovo. Sie studierte Politikwissenschaften und Philosophie an der Elite-Humboldtuniversität in Berlin, in Passau und an der University of Turku in Finnland. Seit 2018 lebt und arbeitet sie in Italien.

Sie wohnen nicht direkt in Italien, möchten jedoch digital mitarbeiten im Investigativteam von #TEAMLUX? Kein Problem! Wir suchen immer ehrenamtliche Analysten und Rechercheure, die uns bei unserer Arbeit helfen, grenzüberschreitende Kriminalität wie Kindesmissbrauchsringe und Menschenhandel innerhalb der Europäischen Union aufzudecken. Einfach eine Nachricht an die Chefredakteurin Valerie Lux auf Telegram: @luxvalerie. Wir treffen uns jeweils digital per Video-Redaktionskonferenz am Mittwoch (6pm) und Samstags (4pm) und tauschen unsere Rechercheergebnisse aus.

— Aus unseren laufenden Ermittlungen —

Unklar bislang ist unserer Redaktion die Symbolik folgender Bilder:

*1991, ist eine international tätige Investigativjournalistin und Chefredakteurin vom Bundesnachrichtendienst #TeamLux.

*1991, ist eine international tätige Investigativjournalistin und Chefredakteurin vom Bundesnachrichtendienst #TeamLux.