Exit-Strategie oder nicht, für Startups und Unternehmen ein großers Unterschied

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Der Titel dieses Artikels ist bewusst gewählt und nur zu wahr. Ob eine Exit-Strategie verfolgt wird oder nicht, hat Auswirkungen auf nahezu jeden Bereich im Unternehmen. Leider — und das ist kein Fake — sondern Ergebnis aus vielen Gesprächen und Erlebnissen aus den letzten Jahren. Die Entscheidung zu einer klaren Exit-Strategie ist eine eindeutige Richtungsvorgabe. Zu selten jedoch wird diese Richtungsvorgabe in allen Unternehmensbereichen durchgezogen und weiter verfolgt.

Wie können derartige Unterschiede zwischen „mit Exit-Strategie“ oder “ohne“ zum Beispiel aussehen?

Prinzipiell lässt sich sagen: meist bedeutet “Exit-Strategie”, dass das Unternehmen bewusst zügig wachsen und der Kundenstamm sowie Leads und Userdaten so rasch als möglich und so weit als möglich erweitert werden soll. Im besten Fall soll dies mit so wenig Aufwand wie möglich erreicht werden, sodass der Revenue so groß als möglich ist.

Aber genau in dem letzten Satz steckt in meinen Augen das Problem. Wenn man in kurzer Zeit rasch viel erreichen möchte, muss man meist Anfangs mehr investieren, als wenn man stetig und kontinuierlich das Unternehmen natürlich wachsen lässt. „Investieren“ bedeutet in dem Fall eines Startups zB. Ressourcen bzw. Mittel wie Geld, Personal, Technik und auch eingesetzte Software aufzustocken. Da es bei Startups aber meist Trend ist, mit so wenig Geld wie möglich auszukommen, besteht hier ein klarer Konflikt.

Mit dem Wissen, dass Unternehmen/Startups, die eine Exit-Strategie verfolgen so rasch als möglich Ihren Unternehmenswert vergrößern wollen, bedeutet das im digitalen Zeitalter zB. Userdaten zu sammeln, so viele potentielle Leads als möglich zu generieren — und das in möglichst kurzer Zeit. Es ist kein Geheimnis mehr, dass Userdaten heute bares Geld wert sind.

Wenn man mit seinem Unternehmen demnach eine Exit-Strategie verfolgt, muss man in Bereichen wie Marketing, Sales, BusDev inkl. dazugehörigen Personalressourcen und benötigtem Equipment mehr aufwenden bzw. diese rasch ausbauen. Um es mit dem Modewort „Growth“ zu sagen: Wachstum so rasch als möglich zu fördern und auszubauen.

Wenn man also bei langsamen und natürlichen Unternehmenswachstum ohne Exit-Strategie zum Beispiel nur 2 Mitarbeiter im Marketingteam und 2 im Salesteam hat, sollte das mit klarem Fokus auf Exit-Strategie schon anders aussehen. Mit Exit-Strategie könnten es zB. 4 im Marketingteam und 3 im Sales-Team sein.

Dabei ist auch ein wichtiger Punkt, die richtigen Mitarbeiter einzusetzen. Gerade bei einer Exit-Strategie ist es wichtig, Teamleute zu finden, die zu 110% das Unternehmen weiterbringen möchten. Natürlich sind die richtigen Mitarbeiter in jedem Unternehmen wichtig, aber bei klarer Exit-Ausrichtung wirken sich die falschen Entscheidungen in der Regel viel schneller und stärker aus.

Das kann bedeuten, dass man Mitarbeiter zu Beginn rasch ersetzen muss, wenn sich herausstellen sollte, dass diese nicht mit den Entscheidungen des Unternehmens, des Teams oder gar der Geschwindigkeit mithalten können.

Wie schon angeschnitten, sollte sich auch im Budget ein Unterscheid abzeichnen. Ich bleibe hier am Beispiel des Marketings. Baut man das Unternehmen nur langsam Stück für Stück auf, kommt man zum Beispiel mit einer Summe von € 5.000 aus. Du kannst es vielleicht schon erraten… mit Exit-Strategie wären es dann zum Beispiel € 10.000.

Es zeichnet sich hier also ein Muster ab. Mit klarer Exit-Ausrichtung sind Unternehmen bzw. Startups dazu getrieben, oftmals mehr Mittel für rasches und erfolgreiches Wachstum einzusetzen, als ihnen bewusst ist. Anderenfalls wird das Ergebnis in vielen Fällen nicht so ausfallen wie gewünscht.

Auch die Wahl der richtigen Mitarbeiter ist wichtig. Wenn die Teammitglieder für die eigene Sache bzw. ihren Aufgabenbereich nicht brennen und mit Eifer dabei sind, sind sie in meinen Augen nicht die Richtigen für die Position. Denn wenn ein Teammitglied des jungen Unternehmens mit klarem Exit-Fokus auch nur annähernd 99% statt 110% gibt, es an einer Position in einem Unternehmen mit Exit-Strategie falsch.

An dieser Stelle möchte ich auch betonen, 110% heißt nicht, dass der oder die Mitarbeiter von 7 Uhr in der Früh bis 8 Uhr abends arbeiten müssen. Das könnte z.B. auch bedeuten, dass in nur 5 der sonst üblichen 8 Stunden pro Tag mind. die Arbeit erledigt die man sonst an einem normalen 8-Stunden Tag inkl. Überstunden schafft.

Der 5-Stunden Arbeitstag funktioniert! Es gibt schon ausreichend erfolgreiche Beispiele dafür.

Kurz gesagt und zusammengefasst heißt das also ganz speziell für junge Unternehmen mit Exit-Strategie:

  • 110% Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
  • mehr Budget
  • größeres Team
  • mehr Ausrüstung und/oder Software
  • bis ins letzte Detail ausgereifte Strategien
  • Messung und schnellstmögliche Optimierung jedes einzelnen Schrittes

HINWEIS!

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