Wald-Michelbach — where is the bass drum?

Ein Erlebnis-Bericht vom Auswärtsspiel in Wald-Michelbach


Gibt’s was schöneres, als einem sonnigen Samstag-Nachmittag mit 40 Leuten eine Bus-Tour in den Odenwald zu unternehmen, ein bisschen Handball zu spielen, etwas schief zu singen und abschließend noch eine leckere Schlachtplatte zu essen? Vermutlich nicht viele Dinge, aber von denen soll an dieser Stelle nicht die Reden sein.

Nach dem gelungenen Ausflug aus dem Vorjahr hatten die Old Warriors beschlossen, auch in diesem Jahr einen Bus für den Auswärtstripp in den Odenwald zu buchen.

An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an das Reiseunternehmen Schuchardt Darmstadt und unseren Busfahrer Gerd Gernand, die diesen Trip möglich gemacht haben. Ein ebenso großer Dank an Ralf Domes, der dies erneut in die Wege leitete.

Da die Wald-Michelbacher mit uns von der D in die C-Klasse aufgestiegen sind, mussten wir uns glücklicherweise nicht von diesem schönen Ziel trennen. Von Griesheim ging es über Bessungen, wo eine große Gruppe der Ankunft des Busses entgegenfieberte.

Und da ist das Ding!


Wer das coolste T-Shirt anhat, kann an dieser Stelle jeder selbst entscheiden.


Weiter ging es nach Pungscht. Da mussten noch ein paar Spieler, der Trainer und vor allem ein paar ortsanssäsige Naturalien eingeladen werden, was stilecht mit einem Rollbrett erledigt wurde. Kurz vor dem Ortsrand wurde dann vom Coach noch mal durchgezählt.

Erkenntnis #1: Robbie ist noch nicht da, also warten, bis er auch endlich eintrudelt.

Erkenntnis #2: Wir haben gar nicht genug Spieler. Kurze Umfrage: noch jemand im Bus, der Handball spielen kann? Da, in der letzten Reihe, Hubi Wagner — seines Zeichens Deutscher Vizemeister im Sudoku und noch im Besitz eines gültigen Passes erklärt sich nach jahrelanger Handball-Abstinenz bereit, mitzuspielen. Seiner dreisten Forderung, man möge ihm im Gegenzug ein paar Schuhe und Socken zur Verfügung stellen, wurde zähneknirschend zugestimmt.

Nach ein paar Kilometern auf der Autobahn, einem sehr langen und sehr dunklen Tunnel, vielen Kurven und grünen Wiesen und zahlreichen durch ebendiese Grünflächen mäandernden Bächen waren wir an unserem Ziel angekommen. Wald-Michelbach, die Perle des Odenwalds.

Nach einer freundlichen Begrüßung der SG-Spieler begann dann die lange Warmmach-Phase für das Spiel, welches, an dieser Stelle muss glaube ich kein Spannungsbogen mehr aufrechterhalten werden, am Ende mit 29:21 gewonnen wurde. Leider wurde ein spannendes und faires Spiel von der Verletzung von SG-Rückraumspieler Michael Benz getrübt, der sich wenige Minuten vor Schluss das Handgelenk brach.

Michael, wir wünschen dir im Namen aller Old-Warriors-Spieler alles Gute, dass du schnell wieder fit wirst!

Vor dem Spiel hatte Coach Fidi Feldmann eine seiner berühmten Ansprachen gehalten:

“Männer, wir haben jetzt zwei Spiele in Folge verloren. Da viele von uns nicht weiter als bis Drei zählen können, sollten wir es an dieser Stelle mit dem Verlieren belassen.”

Viel besser kann man erwachsene Männer vermutlich nicht motivieren und wenn man beim DHB nach einem Nachfolger für Martin Heuberger sucht, sollte man sich diesen Namen schon mal notieren. Irgendwo.

Im Spiel brauchte die vor Motivation strotzende Truppe dann doch etwas Zeit, um ins Spiel zu finden. Was zum einen an dem starken Halblinken der Gastgeber lag, zum anderen an dem Fakt, dass es etwa 15 Minuten dauerte, bis die Rückraumspieler Tobi und Arne kapierten, dass man über eine defensive 6:0 besser drüber wirft, anstatt dem zugestellten Kreisläufer den Ball entgegenzuschleudern. Pinni, der die ersten 30 Minuten im Tor stand, hielt drei Siebenmeter in Folge. Einen sogar mit dem Kopf. Die Torhüter machen Sachen. Irre.

Irre auch das Comeback von Hubert “Hubi, Hubi, Hubi” Wagner, der nach seiner Einwechslung mit drei starken Offensivaktionen zwei Tore erzielte, um sich nach wenigen Minuten wieder auswechseln zu lassen. Das hat Klasse. Über 10:9 setzten sich die Warriors auf 17:12 und 25:17 ab, um beim 26:21 noch mal etwas Luft zu holen. Gutes Stichwort. Irgendwann in der zweiten Hälfte folgte der zweite Einsatz von unserem Hubi. Wenn ihr an dieser Stelle im moderaten Tempo bis 20 zählt, könnt ihr nachempfinden, wie lange er nach seiner Einwechslung brauchte, um

a) in die Abwehr zu rennen
b) einen Tempogegenstoß mit einem Tor abzuschließen und
c) sich nach Luft schnappend wieder gegen unseren Dauerläufer Michael Lux auswechseln zu lassen.

Großes Tennis! Am Ende dann ein überzeugender Sieg, an dem folgende Herrschaften ihren Anteil hatten:

Pinnstock und Miraglia (im Tor), Feuerbach, Henkes (7/3), Drewes (1), Heese, Domes (2), Lux (2), Wagner (3), Fuchs (3), Pape (1), Maneshkarimi (3), Schneider (6), Martin (1)

In der Folge wurde der Sieg in der Kabine mit einer doch eher gewöhnungsbedürftigen Musikmischung gefeiert: Von den Scorpions über Helene Fischer und Pur — die Bandbreite war erstaunlich. Erschreckend und fast schon wieder bewundernswert, wie textsicher große Teile der Mannschaft bei dem 90er-Jahre-Techno-Hit “Hyper, Hyper” von Scooter sind.

https://www.youtube.com/watch?v=RHVSshgPlQs

Aber egal, am wichtigsten für uns alle war natürlich, dass unser Erfolgstrainer endlich wieder einen Sieg feiern durfte, was er mit einer ausgiebiegen Fön-Session dann auch tat:


Ja, so sieht pures Glück aus…


Nach der Verabschiedung von unseren Gastgebern, die beiderseitig mit der Absicht garniert wurden, “dass wir im Sommer was zusammen machen müssen”, ging es wieder in unseren Bus. Nach einer Runde aus Lajos legendärer Flasche demonstrierte Hubi, weshalb er sich seine Luft für die dritte Halbzeit aufgehoben hatte. Mit einem vielfältigen Repertoire an Lieder überbrückte er die Fahrt zum “Deutschen Kaiser” in Klein-Gumpen (spricht man wohl Kloa-Gumbe) und animierte den Großteil des Busses zum Mitsingen.

Mit großem Hunger fiel die Meute wie auch im letzten Jahr im großen Gastraum des Kaisers ein, wo schon ein paar weitere nachgereiste Bessunger um Wolfgang Feuerbach warteten. Das Essen alleine war die ganze Unternehmung wert und wer wollte, konnte noch ein Stück Odenwald mit in die Heimat nehmen.

Herrlich! Mit ein paar Souvenirs im Gepäck ging es zurück in den Bus, der uns glücklich, satt, zufrieden, heiser und unternehmenslustig in der Heimat absetzen sollte. Über den Rest des Abends breiten wir an dieser Stelle das Mäntelchen des Schweigens und verbleiben mit dem Hinweis:

Sitzplatz-Reservierungen für nächstes Jahr werden unter play@thewarriors.de entgegengenommen.

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