Unzufrieden sein, reicht nicht.
Wer ist heute noch in der Lage, 5 Minuten am Stück zu denken?
Ohne Ablenkung, ohne aufzustehen und sich einen Kaffee zu holen. Ohne aufs Smartphone zu schauen oder daran zu denken was der Kollege gerade über einen denkt.
Was erwarte ich vom Leben?
Was bin ich bereit dafür zu tun?
Auf was bin ich bereit zu verzichten?
Wie soll mein Leben in 3 Jahren aussehen?
Wie sieht mein idealer Tag in 3 Jahren aus?
Wie meine ideale Woche?
Wenn Geld mein Ziel ist … wieviel Geld? Und wie würde mein Leben dann aussehen? Was würde ich mir wirklich kaufen wollen? Gibt es wirklich nur neue Freuden oder auch neue Ängste (Diebstahl, falsche Freunde, Wertverlust …)
Wer von uns, hat sich schonmal in aller Abgeschiedenheit und ohne Möglichkeit einer Ablenkung hingesetzt, und wirklich nachgedacht? Wobei es nicht darum geht, Worte und Gedanken von anderen „nach“zudenken – sondern eigene Gedanken entwickeln. Den Gedanken Zeit zu geben sich abzulagern. Sie reifen zu lassen. Sie von allen Seiten eingehend zu betrachten. Sie drehen und wenden. Sie verbinden oder auseinander zu reissen. Vom Ergebnis her zu denken. Abzuschweifen und wieder zum Ausgangspunkt zurück zu kehren.
Das bedeutet wirkliche Arbeit. Das merken Sie, wenn sie sich auf einmal dabei erwischen, mal wieder abgeschweift zu sein. Über die noch auszuräumende Spülmaschine nachdenken, oder das dunkle Muttermal an ihrem Knie, das sie schon immer mal checken lassen wollten.
Denken ist anstrengend. Es erfordert Arbeit.
Aber auch nichts ist auch leichter, einfacher und überall zu tun.
Es hilft schon viel, wenn sie schon mal ein „Denkziel“ haben. Also etwas, über das sie nachdenken möchten. Ihr neuer Job zum Beispiel. Oder ihr bestehender Job, der ihnen keine Freude mehr macht. Was ist es, das sie an ihrer aktuellen Tätigkeit so anwiedert? Weshalb stehen Sie Montags schon mit einem Gefühl der Unlust auf?
Es gibt Menschen, die sind Ihr Leben lang unzufrieden über Dinge, über die Sie nie nachgedacht haben.
Unzufrieden über etwas zu sein ist einfach.
Auslöser für die Unzufriedenheit zu finden ist einfach.
Die wirklichen Hintergründe dafür zu „erdenken“, ist es nicht.
Unzufrieden sein, reicht nicht.
Ihr Knie heilt auch nicht nur weil Sie das Pflaster wechseln oder sich eine andere Hose anziehen. Sie nehmen Ihr Knie ja immer mit.
Sie können Weltmeister in der Disziplin „Unzufriedenheit“ sein. Sie werden immer besser darin. Sie strengen sich wirklich an und geben sich jede Mühe, der beste unzufriedene zu sein …
ändern wird sich dadurch nichts
Nachdenken ist Training.
Wenn ich während des Studiums 4 Stunden in der Bibliothek verbracht habe, was glauben Sie wie lange ich effektiv etwas gelernt habe?
Wenn sie zum Fussballtraining gehen, wie lange trainieren Sie wirklich? Ich meine wirkliches, richtiges Training, das Sie besser macht und Ergebnisse bringt?
Nichtmal die Hälfte der Zeit!!!
Sie stehen rum. Sie suchen Bücher. Sie werden abgelenkt. Sie warten auf den Ball. Sie unterhalten sich mit anderen usw…
Wenn ich sie also jetzt Frage, wie lange Sie intensiv darüber nachgedacht haben, weshalb Sie ihren Job wechseln möchten, und was ihr neuer Job sein soll und wie er aussieht – seien Sie ehrlich.
Manche haben noch nie darüber nachgedacht.
Warum tun Sie die Dinge die Sie tun?
Weshalb mögen Sie manche Tätigkeiten mehr als andere?
Was bringt Sie zum strahlen und was treibt sie in den Wahnsinn?
Was wollen Sie wirklich???
