Filmkritik: Underworld 5: Blood Wars

Man könnt sich ja selbst als Weichei die ein oder andere intellektuelle Schwäche. Und eine meiner Schwächen ist eine bissige Engländerin im hautengen Latexkostüm. Mit anderen Worten, mit einigen Tagen Verspätung bin ich endlich dazu gekommen mit den neuen Underworld-Streifen anzusehen.

 Fakten zum Film:

 Underworld: Blood Wars

 USA 2016

 Regie: Anna Forster

 Darsteller: Kate Beckinsale, Theo James, Lara Pulver, Charles Dance, Daisy Head, Tobias Menzies

 7 von 10 möglichen Punkten

 Nach einer kurzzeitigen Verwirrung mit einem — wenn auch unterschätzten, Prequel wussten die Macher der Vampirfilmreihe Underworld ja wieder auf was sie zu setzen hatten: Kate Beckinsale als Selene. Dementsprechend kommt auch Underworld: Blood Wars nicht ohne sie aus, auch wenn man mit Rückgriff auf den Vorgänger einen zweiten Focus auf David (Theo James) als Sohn der in einigen Teilen mit einem Kurzauftritt versehenen Ältesten Amelia gelegt hat. Letztlich ist und bleibt aber Selene der Dreh- und Angelpunkt der Serie und auch des Films, der — wenn auch kein Höhepunkt der Reihe — doch alles hält, was man sich von ihm versprochen hat.

 

 Viel Action, ob jetzt in Kampfszenen, mit modernen Waffen oder den bei Vampiren nach wie vor nicht aus der Mode gekommenen Schwertern, hat der Streifen auch diesmal wieder zu bieten. Damit ist also dafür gesorgt, dass diesbezüglich keine Langeweile auskommt. Gemixt hat Regisseurin Anna Forster die Story mit einer ganzen Reihe düsterer Elementen, was man für einen Vampirfilm zweifellos braucht. Ein bisschen geheimnisvolle Legenden und eine Spur Romantik. Und das alles sogar in einer Handlung verpackt, die bei ähnlichen Filmreihen, man werfe nur einen Blick auf den letzten Resident Evil-Film, ja mitunter manchen nicht mehr ganz so wichtig war.

 

 

 

 Wenn auch nicht nahtlos, so doch zumindest in der Handlung, schließt der 5. Teil direkt an seinen Vorgänger an, legt den Focus aber doch wieder auf den alten Krieg zwischen Vampiren und Lykanern. Während sich die Vampire, nachdem ihre Existenz im Vorgänger der Menschheit bekannt gemacht worden war, inzwischen wieder erholt, hat sich ein neuer Führer an die Spitze der Werwölfe gestellt. Und der weiß was er will, das Blut von Eve, Selenes Tochter, von dem er sich noch mehr Macht verspricht. Selene soll dafür ein Mittel zum Zweck sein, ebenso wie die Vampire versuchen sie wieder auf ihre Seite zu ziehen. Was ihnen zuerst auch zu gelingen scheint. Doch auch in diesem Teil herrscht unter den aristokratischen Blutsaugern jene Unart, die man auch aus der Geschichte der menschlichen Aristokratie mitunter kennt: Man intrigiert um die Macht und schwächt damit letztlich nur die eigenen Art. Und so bleibt auch in Underworld: Blood Wars der Verrat nicht aus — und Leidtragende ist wieder einmal Selene. Die muss schließlich in einen weit entfernten Convent fliehen, wo sie erstmals auf ihren neuen Widersacher trifft, mit dem sie — wie im Finale zu erfahren ist — noch eine ganz persönliche Rechnung offen hat.

 

 Das Erfolgsrezept den Zuschauer in eine mystisch-düstere Welt zu entführen, die der unsrigen so ähnlich ist, wie der Tag der Nacht, geht auch diesmal auf, wird aber noch einmal um ein weiteres Element ergänzt. Einer Art Weitereintwicklung der Vampire, was für Selene — die dank ihrer Blutentnahme beim Schöpfer der Vampire und Werwölfe in Underworld: Evolution ja ohnehin schon zu den wenigen Glücklichen gehört, die bei Tageslicht nicht mehr zu Staub zerfallen — ja eigentlich nichts Neues mehr sein sollte.

 

 Und da wäre ja auch noch das vorwiegend beim männlichen Publikum erfolgreiche Rezept einer Kate Beckinsale, die den Film hindurch auch diesmal wieder in ihrem hautengen schwarzen Latexkostüm ausgesprochen sexy ist. Man(n) fragt sich ja zusehends, ob das Kostüm eigentlich vor dem Dreh auf ihre Haut gesprüht wird — aber lassen wir derartige Fantasien mal sein. Denn dankenswerter Weise verzichtet der Film dies auf peinliche Art und Weise auszuschlachten, in dem er etwa wie in Teil vier der durch einen Lüftungsschacht krabbelnden Selene mit einer Kamerafahrt von hinten darauf verzichtet dies auszuschlachten. Muss er auch nicht, Kate Beckinsale ist auch so sexy genug, damit man den Film lieber nicht neben pubertierenden Teenagern im Kino sehen möchte — wer weiß wo die die ganze Zeit über ihre Hände haben. :-)

 

 Fazit: Underworld: Blood Wars ist ein kurzweiliges Spektakel des guten alten Popcornkinos. Für Fans des Genres lohnt sich der Eintritt also allemal, für Leute wie mich, die Kate Beckinsale seit ihrem Auftritt in Viel Lärm um Nichts anhimmeln allemal.

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