Der Kampf um die besten Köpfe: Personalmarketing in der Pflege Teil I
Laut dem Statistischen Bundesamt werden bis zum Jahr 2025 rund 3,4 Millionen Menschen in Deutschland auf Pflege angewiesen sein. Gleichzeitig rechnen Experten mit einem zusätzlichen Bedarf an etwa 150.000 Fachkräften. Aktuell arbeiten alleine in der Altenpflege mehr als eine Millionen Menschen. Doch schon jetzt sind viele Unternehmen und Organisationen wie die Diakonie oder die Caritas auf ehrenamtliche Helfer angewiesen. Beispiel Demenzerkrankungen: diese sind durch die alternde Gesellschaft auf dem Vormarsch und verlangen von den betroffenen Familien viel Kraft und Zeit. Umso wichtiger ist die Unterstützung durch Pflegedienste und Betreuungsgruppen. Hier spielt das Engagement Ehrenamtlicher eine erhebliche Rolle. Die freiwilligen Helfer haben oft kaum Vorkenntnisse im Pflegebereich, bringen aber Neugier, Motivation und eine hohe Einsatzbereitschaft mit.
Neben dem erhöhten Pflegebedarf ist auch die Überalterung des fest angestellten Pflegepersonals eine Herausforderung für die Branche. In den nächsten 10 bis 15 Jahren werden ca. 30 bis 40 Prozent der derzeit Pflegenden in Rente gehen. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Schulabgänger und derjenigen, die sich trotz oft unterdurchschnittlicher Bezahlung und einem schlechten Image der Branche für eine Ausbildung in der Pflege entscheiden.
Glaubwürdigkeit erreichen Sie nicht durch Werbung
Die Folge ist ein verstärkter Konkurrenzkampf um die besten Köpfe. Diesen können Sie aber nur gewinnen, wenn Sie Ihr Unternehmen als attraktiven Arbeitgeber präsentieren. Gerade junge Auszubildende suchen nach einem abwechslungsreichen Job mit Perspektive und schätzen das breite Spektrum an Tätigkeitsfeldern in der Pflege. Nicht wenige Mitarbeiter streben nach der Ausbildung eine Weiterbildung oder ein Studium an, um anschließend Aufgaben im Projektmanagement, der Dokumentation oder Qualitätssicherung zu übernehmen. Ehrenamtliche hingegen sind nicht an einer Bezahlung oder Aufstiegschancen im Unternehmen interessiert. Sie handeln aus Leidenschaft (wie viele „normale“ Mitarbeiter natürlich auch) und möchten vor allem in einer guten Arbeitsatmosphäre ihren Beitrag zu einer menschenwürdigen Pflege leisten.
Es geht also darum, Glaubwürdigkeit und Vertrauen herzustellen, Perspektiven aufzuzeigen und sich mit einem positiven Image von der Konkurrenz abzuheben. All dies erreichen Sie aber nicht durch bunte Flyer oder Werbeanzeigen in der Lokalzeitung. Kunden, potentielle Mitarbeiter und die Öffentlichkeit nutzen verstärkt die sozialen Medien, um sich über ein Bild von Ihrem Unternehmen zu machen.
Wie Sie die sozialen Medien für Ihr Personalmarketing nutzen und welche Fehler Sie vermeiden sollten, wird Thema des nächsten Blogeintrages sein.
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