Wann ist man erwachsen? Wenn man freiwillig schlafen geht!

aus den Hirnstromprotokollen

Andre Leute haben Schlafstörungen. Dagegen gibt es Mittel. Auch unsere Lucie hat Schlafstörungen: Seit den Sommerferien findet unsere halbwüchsige Tochter („Pubertier“ darf ich nicht mehr sagen) abends nicht mehr ins Bett, sie ist angeblich nicht müde.

Dabei hatten wir es mit Lucie Willa wirklich noch gut getroffen. Sie schlief morgens bis halb Acht und sie ging gegen 20 Uhr schlafen, selten gab es noch Gejammer. Wenn ich mich da an meine anderen beiden Töchter erinnere: „Papppaaa, du sollst nochma kooooomen.“ Noch ein Schluck Wasser, noch mal Pipi, noch ein Lied.

„Papa, unter meinem Bett ist ein Monster“, das war Lenas Spezialität, Lucies älteste Schwester. Dabei konnte das gar nicht sein, denn ihre Matratze lag auf dem Boden.

Aber egal, es ist nicht die Angst vor Monstern, die die Kinder umtreibt. Es ist die Frage:“Dreht sich die Welt weiter, wenn ich schlafe?“

Oder die Sorge. „Könnte ich etwas verpassen?“

Kinder müssen schlafen und wollen es nicht, Erwachsene würden gerne schlafen und können es nicht. Mit der Liebsten in den Laken wühlen, mal einen ganzen Vormittag im Bett bleiben… Ist nicht.

Daher meine Theorie auf die Frage „wann ist man erwachsen?“

Für meinen Mitschüler Eddi, Spross einer sechsköpfigen Bauernfamilie, hieß erwachsen sein, mit 19 auf dem Balkon sitzen und ganz alleine eine 300-Gramm-Eispackung weglöffeln zu können.

Für meinen Freund Georg war es das eigene Auto mit 18.

Für unseren Klassenintellektuellen Frank B. selig war erwachsen, wer Sex hatte.

Zu der Sache mit dem Eis kann ich nix sagen. Wenn ich mir überlege, dass man heute schon mit 16 komische Gefährte bewegen darf… und wenn ich mir die Sex-Statistiken junger Menschen anschaue…

Ich übrigens habe früher geglaubt, dass man erwachsen ist, wenn man wählen darf.

Meine älteste Tochter sah das eher als Normalfall an, denn als etwas Besonderes. Sie meinte übrigens früher, dass Sie wenn sie 18 und erwachsen ist, machen könne was sie will.

Diese Euphorie hat sich auch gelegt.

Nun also zu meiner Theorie: Erwachsen ist man, wenn man freiwillig und mit Freude schlafen geht, wenn man müde ist, ohne dass man dabei krank sein muss. Sie wird gestützt von einer Untersuchung, die feststellt, dass Kinder immer später zu Bett gehen, je älter sie werden. Bei Jungs kehrt sich das mit 21, bei Mädchen mit 19,5 um.

Ach übrigens läuft gerade der „Tatort“ an und ich bin gerade dabei, langsam in den routinierten Sofaschlaf zu fallen.

Über das Thema “schlafen” habe ich mir schon öfter den Kopf zerbrochen:

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