Amazons Fire TV Stick — der für mich bessere Chromecast

Eine ganz persönliche Sicht

tl;dr: Amazon macht mit dem Fire TV Stick vieles richtig. Chromecast fast.

Als jemand, der seinen jetzigen Fernseher schon in seiner Studentenbude stehen hatte und damals aus Platz- und Geldgründen auf den neuesten 50″ Smart TV von irgendeiner asiatischen Tech-Manufaktur verzichtete (und stattdessen einen 22″ Grundig Fernseher aus irgendeiner asiatischen Tech-Manufaktur günstig geschossen hat), ist das ganze smarte, das Fernseher heutzutage so bieten, nur mit Hilfe von Streaming-Sticks erreichbar. Und so zählt sowohl Googles Chromecast als auch Amazons Fire TV Stick zum festen Tech-Bestand.

Beide haben ihre Vorzüge, Amazon davon aber einige mehr. Warum das zumindest für mich zutrifft, sollen die nächsten Absätze zeigen.


Funktionsweise kurz erklärt

  • Chromecast: Das Gerät wird mit dem Fernseher verbunden, WLAN eingerichtet und schon kann man Inhalte von unterstützten mobilen Apps sowie vom PC via Google Chrome auf den Fernseher übertragen.
  • Fire TV Stick: Das Gerät wird ebenfalls mit dem Fernseher verbunden sowie WLAN und das Amazon-Konto eingerichtet. Inhalte können hier direkt über Amazon Prime sowie über Apps, die auf dem Fire TV Stick via Amazons eigenem App-Store installiert werden können, wiedergegeben werden.

Allgemeine Informationen

Die ganzen technischen Spezifikationen, die gerne in Tech-Blogs breitgetreten werden, interessieren mich als Nutzer eher nur so zweitrangig. Nachlesen kann man sie sicherlich auf den jeweiligen Produktseiten des Chromecast und des Fire TV Sticks. Amazon liefert hier zudem einen (subjektiv gefärbten) Vergleich zwischen beiden gleich mit — aber hier mal im Ernst: Von 100 Leuten, wie viele können etwas mit Dualband/Zwei Antennen (MIMO) vs. Singleband anfangen?

Gekostet haben mich die Gadgets 35€ (für den Chromecast) und 29€ (für den mal wieder reduzierten Fire TV Stick). Beides verkraftbare Preise.

Ich bin kein großer Fan von irgendwelchen Unboxing-Sachen. Beide Gadgets kommen in einer ansprechenden Verpackung (das erwartet der Kunde) und sehen für einen Stick aus schwarzem Plastik (…und einer Fernbedienung aus schwarzem Plastik) sehr gut aus.

Chromecast:

Amazon Fire TV Stick:

Um sowohl den Chromecast als auch den Fire TV Stick nutzen zu können, gibt einige Minimalanforderungen: Ihr braucht zumindest einen HDMI-Anschluss (gibt es heutzutage noch Fernseher, die ohne verkauft werden?) und zum Streaming wird ein einigermaßen stabiles WLAN benötigt (woran es noch immer in einigen Teilen Deutschlands mangelt).

Die nötige Stromversorgung bekommen beide per USB-Anschluss, Amazon liefert hier zusätzlich noch ein Netzteil mit, sollte der TV-USB-Anschluss etwas schwach auf der Brust sein.

Was für den Chromecast spricht


Folgende Gründe sprechen für den Chromecast:

  • Er kommt von Google, das heißt, Googles Medien-Apps wie Play Musik, YouTube, Play Filme sind kompatibel, sobald der Chromecast das erste Mal eingerichtet ist.
  • Google bietet regelmäßige Aktionen an: Hier einen Freimonat für den x-ten Streaming-Anbieter (Snap, Maxdome), dort mal einen Freifilm bei Play Filme — letzteres hat die 35€ Anschaffunskosten für den Chromecast zumindest gefühlt wieder amortisiert.
  • Der Chromecast ist in der Lage, euren Browser auf dem Fernseher wiederzugeben — solange ihr nur Chrome als Browser nutzt. Hierdurch ist es auch (über Umwege und sehr ruckelig möglich), Amazon Instant Video auf den Fernseher zu bekommen)
  • Einfachste Bedienung — über euer Smartphone, über den Browser, die Bedienung ist sehr einfach. Chromecast-kompatible App starten, Chromecast-Symbol tippen, Chromecast wählen und schon startet die Übertragung

Was gegen den Chromecast spricht

  • Wenn ein Unternehmen sich (bewusst) dagegen entscheidet, Chromecast in seiner eigenen App bereitzustellen, dann schaut ihr in die Röhre (oder auch nicht, man kann es ja dann nicht streamen). Bestes Beispiel: ZDF und BR sind vertreten, ARD mit dem kompletten Programm jedoch nicht. Über Umwege per Browser möglich, aber aus Gründen der User Experience eher so la la. Spotify: Fehlanzeige.
  • Das führt dazu, dass es ein sehr dezentralisiertes Angebot gibt — ich habe also mein (noch) primär genutztes Wiedergabegerät für Bewegtbilder (den Fernseher), muss aber für einzelne Anbieter wahlweise das Smartphone nutzen (entweder Googles eigene Apps oder die verfügbaren Drittanbieter) oder den Browser.

Was für den Fire TV Stick spricht


Folgende Gründe sprechen für den Fire TV Stick:

  • Er kommt von Amazon, das heißt, das volle Programm von Amazons Prime Instant Video ist nutzbar, wenn ihr Kunde bei Amazon Prime seid (was bei einem Jahrespreis von 49€ auch nicht die Welt ist).
  • Über Amazons eigenen App-Store könnt ihr so ziemlich jede App installieren und via Fire TV Stick nutzen. Neben den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender ist hier auch YouTube, Netflix etc. vertreten.
  • Amazons eigener App-Store ist für mich (deshalb: subjektiv!) der größte Pluspunkt: Über den Fire TV Stick installierte Apps können automatisch genutzt werden, ich bin nicht abhängig davon, dass ein Unternehmen die Streaming-Möglichkeit in seine App integriert (nicht wahr, ARD?)
  • Im Gegensatz zur Dezentralisierung beim Chromecast habe ich hier alles auf einem Gerät: Neben Amazon Prime Instant Video sind auch die diversen Apps der Medienhäuser zentral auf meinem Fire TV Stick respektive meinem Fernseher ebenso vertreten wie diverse Spiele, die ich über den Fire TV Stick spielen kann. Hier wird das Ganze zukünftig dann auch schon fast zur Spielekonsole

Was gegen den Fire TV Stick spricht

Für mein subjektives Nutzungsverhalten lautet die Antwort: Wenig. Einzig die Fernbedienung ist in Zeiten von smarten Kühlschränken und per Smartphone gesteuerter Heizungen etwas anachronistisch und langsam.

Neben den nüchternen Vor- und Nachteilen der beiden Gadgets spricht für mich aber allerdings ein Punkt für Amazon und gegen Google, der zu der eingangs geschriebenen Überschrift führt:


Ich nutze sehr wenige der kompatiblen Apps der diversen Anbieter (Netflix etc.), aber sehr viele der nicht oder nicht zu 100% kompatiblen Anwendungen (ARD, Instant Video, Spotify).

Letztlich muss jeder für sein Nutzungsverhalten die besten (technischen) Hilfsmittel finden. Für mich ist es definitiv der Fire TV Stick — gehört ihr nicht zu dieser Gruppe, fällt euer Urteil vermutlich komplett konträr aus.

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