Liebesgrüße aus Tamriel

Aus den Schriftrollen der Alten

Aus der Mottenkiste!

Das letzte Beta-Wochenende vorm großen Release ist überstanden. Die Megaserver hielten dem massiven Spieleraufkommen stand. The Elder Scrolls Online macht sich bereit, um ins Ziel einzulaufen.

Unser Beta Fazit zu The Elder Scrolls Online

Technisch kann man kaum meckern. Das Spiel konnte ja bislang nur im Betastadium gespielt werden. Wer sich jetzt schon über Bugs, UI-Fehler und son Zeugs aufregt, darf gerne den Kopf zumachen. Was man allerdings jetzt schon gut beurteilen kann ist, wie sich ESO denn so anfühlt. Ob die Quests geil sind? Wie das Skill-System aussieht? Und ob in der Spielwelt richtiges Elder Scrolls Feeling aufkommt?

Die Antwort: Ja, fühlt sich gut an. — Jap, sind geil. — Skills gibt es…

Die Online-Variante von Zenimax atmet vom ersten Moment die Schriftrollen der Alten ganz tief ein und bläst sie beeindruckend wieder aus.

Elder Scrolls Online hält mich als Spieler nicht für völlig bescheuert und serviert mir eine atmosphärische Geschichte epischen Ausmaßes, in der ich nicht ständig das ungute Verlangen bekomme den Quest-Text wegzuklicken. Gleich zum Start in Kalthafen spreche ich mit John Cleese. Kein Witz! Im englischen Original leiht das schlacksige Monthy Python Mitglied dem sympathischen Sir Cadwell seine Stimme. In der deutschen Fassung ist es dann Thomas Danneberg der mich zum schmunzeln bringt.

Der Entdecker in mir lässt sich dauernd dazu hinreißen, mal hinter den nächsten Hügel zu schleichen oder auf blöd ein Haus zu betreten. Fast immer lohnt es sich die Welt jenseits des Auftrags zu erkunden. Versteckte Truhen, NPC´s in Not und ineinander verwobene Quest-Ketten warten als Belohnung. Immer wieder stehen Kisten und Fässer in der Spielwelt rum, in denen sich Gold oder verwertbares Material zum craften befindet. In der Stadt sprechen die Bewohner miteinander, manchmal sogar über dich. So kennt man es schon aus Oblivion oder Skyrim, aber in einem Online Spiel ist das echt fett.

The Elder Scrolls Online ist komplex. Und besitzt einen fast schon altmodischen Charme. Auf Minimaps und Questhilfen wird verzichtet. Das Craften, also das Herstellen von Waffen, Kleidung und Tränken ist mühselig und zeitaufwendig. Allerdings auch irre motivierend, weil unterm Strich ne richtig coole Robe für meinen Zauberer dabei herauskommen kann. Die Aufträge sind jenseits des üblichen MMO-Fastfoods von der Marke hole mir dieses und bringe mir jenes. Die haben sich zwar vereinzelnd auch eingeschlichen aber das wäre wie jammern auf dem Mount Everest über zu kalte Füße.

In ESO bin ich nicht auf eine Klasse beschränkt. Möchte ich einen heldenhaften Krieger mit Schild und Schwert spielen, der nebenbei auch den ein oder anderen Feuerzauber in der Tasche hat, so ist das in Tamriel kein Problem. Ein Typ in Gandalf-Robe muss auch nicht zwangsläufig ein Magier sein, sondern entpuppt sich als Zweihänder-schwingendes-Ungeheuer, das sogar noch mit nem feschen Bogen einen Pfeil-Hagel aus dem Himmel beschwört.

Trage die Klamotten, die du willst. Spiele die Rolle, die dir gefällt. In ESO gibt es keine Beschränkungen. Der Skill-Baum fängt bei Rassen-spezifischen Fähigkeiten an und hört bei Waffen-Skills noch lange nicht auf. Eine Vielfalt wie hier gibt es in kaum einem anderen Online-Rollenspiel.

In seinen besten Momenten fühlt sich das Online-Elder-Scrolls wie das Rollenspiel-Epos Skyrim an. Aber es ist halt auch ein MMO. Ein Zwitter irgendwie. An die Tiefe und Freiheit eines Oblivion oder Skyrim kommt ESO nicht heran. Du kannst nicht einfach überall hinlatschen. Immer wieder triffst du auf Gegner, die den Boden mit dir aufwischen.

ESO ist sehr eigen. Auf seine Art sperrig und doch voller majestätischer Momente, die einen Sog erzeugen, der verzaubert und gleichzeitig herausfordernd ist. Public-Dungeons, kleines wie auch großes PVP-Gekloppe kommen noch oben drauf. Wobei ich hier nicht viel zu schreiben kann. Denn ich habe noch keiner der großen Schlachten beigewohnt. Dieses Highlight verwahre ich mir noch. Bis ESO dann endlich raus ist.

Ob Elder Scrolls Online das neue Super-Duper-Mega-Oberhammer-Online-Rolle­nspiel-Spiel wird, kann ich nicht vorhersagen. Ist mir aber auch eigentlich ziemlich Latten. Nachdem ich meinen Charakter erstellt hatte und mit dem Propheten aus dem Knast floh segelte ich via Schiff nach Morrowind … Es war, als sei ich heimgekehrt. -

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