Facebook kauft Firma für Datenanalyse: Nie wieder geklaute Videos?

Am gestrigen Tage hat das Magazin tubefilter darüber berichtet, dass Facebook die Firma Source3 gekauft hat, welche fähig ist, von Nutzern erstellten bzw. hochgeladenen Content zu erkennen, einzuordnen und zu analysieren. Was sie damit vorhaben könnten, verraten wir in diesem Beitrag.

Ein Content-ID-System für Facebook?

Der Kauf von Source3 sagt Einiges über die mögliche Zukunft von Facebook aus. Vermutlich wollen sie damit ein eigenes Content-ID-System entwickeln, welches dazu fähig ist, einzuordnen, welche Videos einfach nur stumpf reuploadet wurden und wer der tatsächliche Urheber des Inhalts ist. Das ermöglicht eventuell, ein großes und sehr relevantes Problem von Facebook langfristig zu beseitigen — den Diebstahl von Content. Starten tut es bei Memes, die plötzlich in Facebook-Gruppen mit Hunderttausenden Gruppenmitgliedern auftauchen und geht bis zu dem stumpfen Duplizieren eines Videos — Diebstahl der digitalen Art.

Source3 kann noch mehr

Mit Source3 hat Facebook nicht nur ein Tool an Bord, welches für die Identifizierung von geklauten Videos relevant ist. Vor allem bietet es die Möglichkeit, sämtliche Datenbanken an Bildern und Videos von Facebook nach berühmten Marken und ihren Logos zu durchsuchen. Wie wir es von Facebook bereits in der Vergangenheit gelernt haben, wird jede Art von Content bestraft, die werblich ist. In Zukunft könnte diese Analyse dazu führen, dass organische Reichweite und Weiterbreitung von Sponsored Posts nicht möglich ist — selbst mit der von Facebook entwickelten Kooperationsfunktion, in welcher man den Werbepartner ganz einfach markieren und ihn auf die Analytics des Posts zugreifen lassen kann.

Facebook möchte damit weitere Daten sammeln — nicht nur über den Nutzer selbst, sondern auch über die auf die Plattform hochgeladenen Inhalte. Die Tools von Source3 sind der erste wirkliche Schritt dahin.


Welchem Ziel Facebook hier näher kommen möchte, ist klar: Organische Reichweite für Publisher soll aussterben — wer seine Beiträge auf Facebook ausspielen möchte, muss diese in der optimalen Zielgruppe bewerben, was mithilfe von Facebook Ads einwandfrei möglich ist. Aus unserer Sicht sollten Creator zwar regelmäßig ihre Videos auf Facebook posten, um dort nicht den Kampf gegen den Algorithmus vollkommen zu verlieren, jedoch liegt der Fokus dabei auf nativ hochgeladene Clips mit viralem Share-Potential.