Tagesbericht

Auch wenn es niemand liest und keine interessiert, ich denke, ich fange wieder an Tagesberichte zu schreiben. Mir hatte das gut getan. Selbst wenn, wie fast immer, nichts spannendes passiert, hilft es mir doch dabei ‘bei mir zu sein’, meinen Focus auf mich zu lenken -und mein eigenes Verhalten zu reflektieren.

Mir ging es in den letzten Wochen richtig schlecht. Seit ein paar Tagen fühlt es sich etwas besser an. Nichtsdestotrotz bin ich gerade super empfindlich, könnte ständig anfangen zu weinen.

Gestern habe ich einen total lieben Brief von einer Freundin bekommen. Ich liebe sie so sehr. Alleine an sie zu denken hilft mir und gibt mir Kraft. Ich bin so dankbar, sie zur Freundin zu haben. Oft habe ich das Gefühl, ich kann ihr gar nicht genug zurück geben.

Trotzdem ich seit meinem Fahrradunfall keinen Sport mehr gemacht habe, nehme ich gerade ab. Ich gehöre zu den Menschen, die bei Stress und Traurigkeit essen ‘müssen’. Das hat dazu geführt, dass ich so viel zugenommen habe, dass ich mich nicht mehr wohl gefühlt habe. Deshalb habe ich angefangen Kalorien zu tracken. Allein das hat schon dazu geführt, dass ich bewußter esse.

Insgeheim hoffe ich, dass ich an den Brüsten nicht abnehme und sie, wenn ich etwas am Bauch abnehme (Das dauert, da ich immer erst an Armen und Beinen dünner werde) ein wenig wie kleine Titten aussehen. Na ja, nicht sehr realistisch, aber ich wünsche es mir so sehr.

Genau, wenn ich könnte, wie ich wollte würde ich schon gerne eine Hormonbehandlung machen. Richtige Brüste will unbedingt haben und das Ding zwischen meinen Beinen am liebsten ausschalten, vielleicht irgendwann weg haben.

Mit der Frage, was ich gern ändern, was ich behalten möchte habe ich mich in der letzten Zeit viel beschäftigt. Einerseits verstärkt es meine Unzufriedenheit, meinen Wunsch nach Veränderung – andererseits gibt es mir ein positives, warmes Gefühl. Etwa so, wie nach Hause kommen und auf dem Sofa einkuscheln.

Witzig fand ich, dass ich den eigentlich ja recht nervigen Bartwuchs behalten möchte. Vielleicht, weil ich so zeigen kann, dass ich non binary bin.

Ach ja, dass Schminken fehlt mir sehr. Heute ist mir klar geworden, dass meine Skills schon fast wieder weg sind.

Da ich Nachtdienst habe, war ich keine fleißige Service Maid. Ich war einkaufen, habe gekocht und die Küche dann wieder chic gemacht. Für Selfcare hatte ich keine Zeit und ich habe zuviel geraucht.

Aber trotz der Müdigkeit war ich nicht sassy. Ich bin zur Zeit richtig submissiv in der Stimmung und hatte heute dazu hartes Verlangen nach Erniedrigung und Bestrafung … Trotz Kopfkino bin ich aber standhaft geblieben: 18 Tage keusch.