“Oh, dein Deutsch ist aber gut!”
Brigitta Buzinszki
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Guter Artikel mal wieder. Über das Thema “Mikroaggressionen” hatte ich vor längerer Zeit auch schonmal gelesen und nachgedacht. Natürlich fragt man sich als Leser dann kurz mal bange, ob man vielleicht auch selbst schonmal ähnliches irgendwem gegenüber gedankenlos entgegengebracht hat.

Wie sich eine doppelte Staatsbürgerschaft anfühlt, weiß ich natürlich höchstens aus zweiter Hand. Allerdings hat das Thema ja vermutlich Parallelen zu jeder Situation, in der man in eine Schublade eingeteilt werden kann. Ein “du kannst ja nichts dafür, weil du doch *beliebige Schublade einsetzen*” mag aufmunternd gemeint sein, impliziert aber ein bisschen, dass man aus einem ganz generellen Grund mangelhaft ist und nicht einfach halt diese eine Sache nicht konnte, so wie auch andere Leute Sachen mal gut und mal weniger gut können. Andersrum kann auch ein Erfolg abgewertet werden, wenn er einer Schublade zugeschrieben wird anstatt einfach der Person dahinter, die dafür gearbeitet hat.

Und nun? Denkt man als Leser ja vielleicht beim nächsten mal, wenn man einen “ja nicht böse gemeinten” Satz auf der Zunge hat, nochmal kurz darüber nach, ob das den wirklich ein Kompliment ist, was man da so von sich geben wollte.

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