Meine 5 größten Dummheiten 2015

Ob im Netz oder “da draußen”: Wer sich viel rumtreibt, sagt und macht auch oft dumme Dinge. Meine Auswahl der persönlich größten (beruflichen) Dummheiten aus 2015. Sowohl beim Webvideopreis, als auch im Beratungsgeschäft.

  1. “Aus der Szene ist eine Branche geworden.” Diesen Satz habe ich oft in Bezug auf Webvideo- (und insbesondere) YouTube-Deutschland genutzt. Vielmehr war hier der Wunsch der Vater des Gedanken. Die Konsolidierung des Marktes steht noch an und statt geschlossen aufzutreten, ist der Markt so zerfasert wie noch nie. Der Zusammenhalt wurde und wird weiterhin über das Wörtchen “Community” propagiert. Faktisch meint damit nur jede Community sich selbst. Dabei ist es weniger ein gegeneinander, sondern vielmehr ein nebeneinander.
  2. “Virtual Reality wird der Verkaufshit zu Weihnachten!” Nun, VR wird weiterhin berechtigterweise gehyped. Das neue Medium birgt unglaublich viel Potenzial für eine nachhaltige Änderung grundlegender gesellschaftlicher Zusammenhänge. Sorgen bereitet mir die unglückliche Markteinführung. Allen voran Google Cardboards und möglicherweise auch Sonys Playstation-VR-Variante schrecken mich ab. Und nicht nur mich. Die so dringend für eine Akzeptanz und Marktdurchdringung erforderlichen positiven Erfahrungen wirken insbesondere mit Cardboards nicht. Nur aufgrund des Potenzials wird sich eine Technologie nicht durchsetzen. Mein Tipp: Billig-VR meiden und auf die Premium-Erfahrung setzen (ca. April 2016 durch die Big Player wie Oculus, Vive). Wer schnuppern will, greift zur Samsung Gear VR.
  3. “Politische Kommunikation ist schwierig.” Also wenn politische Kommunikation eines ist, dann ist sie schwer. Im Hintergrund greifen die selben Mechanismen wie in der übrigen Kommunikation auch. Thematische Eigenheiten machen sie schwerfälliger, aber nicht weniger umsetzbarer. Die Schwierigkeit liegt vielmehr in der Annahme, dass wir alle glauben, Politik zu verstehen und bereits früh an der Thematik scheitern. Was übrigens viel mehr über die politische Bildung in Deutschland aussagt, als über den Zustand der Politik.
  4. “Das läuft schon.” Vertrauen ist die Basis von allem. Inwieweit gehört dazu noch Kontrolle? Aus leidiger Erfahrung gelernt: gar nicht. Denn es geht nicht um das Piesacken von Mitarbeitern und Leistungsüberprüfungen im Wochenrhythmus. Sondern um die helfende Hand, wenn ein Prozess stockt. Das ist äußerlich ein schmaler Grad, entscheidet aber oft genug über Erfolg oder Misserfolg eines Projektes.
  5. “Man muss sein Ego pflegen.” Weniger ist zwar manchmal mehr. Aber manchmal ist weniger dann doch zu wenig. Falsch. Die größten Fehler macht immer noch mein Ego. Zum Beispiel, wenn ich über die größten eigenen Dummheiten des Jahres 2015 schreibe. Diese Zeit hätte ich auch sinnvoller investieren können. Z.B. in Staubsaugen.