Auf dem Pfad der Einsamkeit

Ich bin schon seit einiger Zeit auf dem einsamen Pfad unterwegs, also ich habe keine Freunde mehr und alle zwei Wochen kommt mal meine Mutter vorbei und schaut nach dem rechten. Die Restliche Zeit bin ich meistens zu hause oder bin draußen alleine mit dem Fahrrad unterwegs. Einkaufen tu ich Online außer Lebensmittel. Ich versuche so gut wie möglich, direkten menschlichen Kontakt zu vermeiden.

Aber dies war nicht immer so,

früher hatte ich einige Freunde, gut ich war nicht so ein Draufgänger aber trotzdem war ich selten alleine. Ich war sogar relativ beliebt, immerhin habe ich damals mit den „coolen kids“ abgehangen. Jedes Wochenende sind wir raus gegangen und haben spaß gehabt. Die Leute kamen zu mir und fragten mich ob ich mitkommen möchte und ich habe selten „nein“ gesagt. Auch bei den Mädels war ich nicht unbeliebt, ich hatte einige male miterlebt das welche in mich verliebt waren.

Ich habe mehrere harte Schicksalsschläge hinter mir.

Mit 14 bin ich in ein Heim gekommen, mit 17 wurde ich aus dem Heim geschmissen und war damit das erste mal für ein paar Tage Obdachlos. Mit 18 wurde ich dann erneut aus meiner Wohngruppe geschmissen und war wieder Obdachlos.

Ich rutschte ab, und fand mich in der Drogenszene wieder.

Ich bekam meine erste eigene Wohnung doch das Drogenmilieu lies mich nicht los. Ich konsumierte weiter und kam mit immer gruseligeren Gestallten zusammen. Es waren sehr gewalttätige und skrupellose Menschen aber ich dachte mir: „solange ich ihnen nichts tue, tuen sie mir auch nichts“. Doch dies war nicht das Fall, mehrmals klauten sie mir Sachen und setzten mich unter druck bis sie zuletzt meine Wohnung leer räumten und das ohne das ich ihnen irgendwas getan hatte.

Der Schock war groß, aber erstmal hatte ich die Folgen nicht so gespürt. Ich weiß noch als ich bei der Polizei meine Anzeige aufgegeben hatte, da sagten sie mir ich solle zu so einer Sitzung gehen, dort soll mir geholfen werden damit umzugehen. Ich dachte mir in dem Moment nur: „warum das? Was soll mir das helfen? Ich komme so wunderbar damit klar“.

Am Anfang ja, doch dann bekam ich es immer mehr mit der Angst zu tun. Da ich ja eine Anzeige gestellt hatte waren die bestimmt sehr sauer auf mich, also habe ich mich kaum noch getraut alleine raus zu gehen, da ich die Gangster dann Treffen könnte.

Einige Zeit später zogen zwei meiner besten Freunde weg und mein Freundeskreis löste sich langsam auf.

Langsam aber sicher ging ich immer weniger unter Leute. Immer häufiger lehnte ich anfragen auf Treffen ab.

Der Überfall war der Auslöser, das nichts tun der Grund.

Und Heute?

Ich Traue mich zwar mittlerweile wieder in die Stadt, aber mit Menschen in Kontakt zu treten fällt mir extrem schwer. Zum Beispiel zum Friseur gehen ist für mich eine enorme Überwindung, weil die mich ja was Persönliches Fragen könnten.

So verbringe ich nun schon 5 Jahre meines Lebens alleine im meiner Wohnung.

Ich wünsche mir manchmal nichts mehr als mal wieder mit Leuten in Kontakt zu treten, doch meine Angst ist zu groß. Ich werde wohl noch einige Zeit so weiter Leben müssen aber eines Tages werde ich meine Angst überwinden und ein Freier Mensch sein.

Wenn du Leute um dich herum hast die dir Freude bereiten und dir gut tuen, kümmere dich um sie und schenke ihnen liebe, sei dankbar dafür, dass du sie hast.

euer Max

One clap, two clap, three clap, forty?

By clapping more or less, you can signal to us which stories really stand out.