Leipzig-Rom 2015 (Impressionen der 4. Woche)

Ende Juli 2015

Endlich Italien

Nun bin ich zusammen mit Henrik seit über einer Woche in den Alpen, haben die Tuxer Voralpen und das Karwendel passiert, konnten die Stubaier Alpen bewundern und sind praktisch östlich an Innsbruck vorbei bis nach Sterzing gelaufen. Hier ist Henrik dann per Zug Richtung Augsburg in die Heimat e i n e s Hessen 😉

Danke für die wunderbare Zeit in den Bergen, Henrik!

Alpenhütten

Die Hütten waren ziemlich unterschiedlich, von der gut ausgestatteten Lizumerhütte, deren Personal aber recht unfreundlich zu uns war, bis zum Tuxer Jochhaus, einer elende Touristenhütte, wenn auch mit traditionsreicher Geschichte. Der Touristendruck ist auch hier spürbar. Leider. Hier habe ich zum ersten Mal auch schlecht geschlafen. Geht gar nicht.

Ganz anders die Geraer Hütte.

Geraer Hütte

http://www.geraerhuette.at

Hüttenwirt Arthur Lanthaler und seine Frau, deren Namen ich leider nicht mehr weiss, vermitteln eine urgemütliche, familiäre Stimmung. Beide sind bei jedem Thema hilfsbereit und wissen, den Aufenthalt so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Hier hätten wir noch mehrere Tage bleiben können.

Jeden Tag hätten wir in unterschiedliche Richtungen gehen können und hätten eine herrliche Umgebung vorgefunden — mit exzellent angelegten Wegen, die Arthur höchstpersönlich anlegt und hervorragend in Schuss hält…früher gab es eine Zeichentrickserie namens “Arthur, der Engel”…Kennt die noch wer? Vielleicht gibt’s ja weitere Parallelen 😉

Dank den Beiden wissen wir auch, wie echt Tiroler Essen schmeckt: Ungewöhnlich, aber gut…Schlutzkrapfen oder so…Teigtaschen in ausgelassener Butter, also wirklich in viel Butter. …eben eine Spezialität — schmeckt schon.

In der Nähe der Hütte wurde einst im 2. WK Molybdän abgebaut, ein Eisenerz, wichtig für Waffen und Kriegswerkzeug. Die Überreste sind noch sichtbar beim Aufstieg in die Alpeiner Scharte — in 2800 Höhenmetern! Das muss eine Qual gewesen sein und wurde vor allem von Zwangsarbeitern durchgeführt. Auch hier wieder stoße ich auf die jüngere Kriegsgeschichte…

Alpeiner Scharte, 2959 Höhenmeter

Mit der Alpeiner Scharte passierten wir auch das Dach der Tour, das sich uns in 2959 Höhenmetern bei bestem Wetter präsentierte. Das gab vor allem Henrik einen Geschmack auf seine geplanten Hochalpintouren. Ihn treibt’s auch mehr als mich in die alpinen Höhen. Dazu aber eventuell in einem anderen Beitrag mehr.

Landshuter Europahütte und Enzianhütte

Der weitere Weg nach Sterzing führte uns vor allem über Steine. Das klingt zwar banal, aber es ist schon erstaunlich, wieviel Steine hier zu Bergen getürmt sind 😉

Eine Besonderheit ist noch erwähnenswert: Die Landshuter Europahütte liegt — seit der kriegsbedingten Grenzziehung — direkt auf der Grenze von Österreich und Italien. Erst seit kurzer Zeit wird sie auch von beiden Ländern (bzw. deren Alpenvereine) gemeinsam bewirtschaftet.

Von da aus ist es nicht mehr weit bis Sterzing.

Jedenfalls konnte festgestellt werden: Wir sind in Italien!

Sterzing

Sterzing liegt direkt an der Brennerautobahn und ist eine Perle Tirols, die ihre Folklore bewahrt und sich gegen eine Italienisierung lange Zeit kämpferisch verwahrt hat. Mit Erstaunen hörte ich auch von einer verfassungsrechtlichen Besonderheit: Dass Tirol in der Italienischen Verfassung einen Sonderstatus innehat, über den Österreich “wacht”!


Was ich sonst mache: www.inkovema.de