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Es war einmal ein kanadisches Eisenbahnunternehmen. Es war erfolgreich und transportierte Personen und Waren von Ost nach West und zurück. Das Unternehmen wuchs und optimierte sein Personal und seine Züge und seine Strecken. Der Erfolg führte zu großer Zufriedenheit bei dem Unternehmer und seinen Mitarbeitern. Sie alle waren Eisenbahner und das war gut so. Schließlich war man ihm Eisenbahn-Business und das liebte man.

Jahre später war von dieser Eisenbahngesellschaft nicht mehr allzu viel übrig. Weniger Personen und weniger Waren wurden befördert. Die Kosten waren zu hoch, Personal wurde entlassen, Strecken wurden stillgelegt. Aber warum? Das Unternehmen dachte, es wäre im Eisenbahngeschäft. In Wirklichkeit aber war es im Transport-Business. Da boten mittlerweile Trucks und Flugzeuge gute alternative Lösungen für den Transport von Personen und Waren. Die Eisenbahner haben das aber nicht, oder zumindest viel zu spät, bemerkt. Sie wollten auch viel lieber in ihrem Lösungsraum verharren. …


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Egal ob beim Dokumentieren von Design oder Architektur von Software, beim Dokumentieren interner Prozesse oder, ganz Allgemein, beim Dokumentieren von Entscheidungen, meistens werden gravierende Fehler gemacht.

Zwei davon stechen besonders hervor:

1. Die Frage nach dem Adressaten der Dokumentation wird nicht gestellt.
2. Es wird nur das Endergebnis festgehalten.

Der erste Fehler führt potentiell dazu, dass die Dokumentation nie ernsthaft herangezogen wird: Für den Einen fehlen wichtige Details, der Andere vermisst die Einführung bzw. das Gesamtbild, für den Einen ist die Sprache zu technisch, dem Anderen nicht technisch genug, der Entwickler hat weiterhin noch viele offenen Fragen, als Endkundendokumentation taugt sie aber auch nicht. Im schlimmsten Fall ist es eine „Eierlegendewollmilchsau-Doku”, die irrsinnig viel Zeit erfordert hat, um sie zu erstellen, und die nun so fett ist, dass sie niemand ansehen möchte. In allen Fällen ist nutzlos Zeit investiert worden. …


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Walter White, alias Heisenberg, und James McGill, alias Saul Goodman, sind die Hauptcharaktere aus „Breaking Bad” und deren Spin-Off Serie „Better Call Saul”. Kaum eine Serie hat mich so begeistert, wie diese beiden. Ihre enge Verwandtschaft zeigt sich nicht nur im Drehbuch sondern auch in der gesamten Aufmachung.

So wie sich in „Breaking Bad” Walter White von einem durchschnittlichen Familienvater zum Drogenboss mit dem Namen „Heisenberg” entwickelt, so verwandelt sich James McGill aus dem Schatten des übermächtigen Bruders und Anwaltes zu einem gerissenen juristischen Taktiker, der schließlich als Saul Goodman firmierend, juristischen Rat für Kriminelle aller Art erschwinglich macht.

In beiden Charakteren schlummern clevere Instinkte und Erfindungsreichtum. So erkennt Walter White in Jesse Pinkman bei dessen Flucht vor der DEA sofort den erpressbaren Drogendealer in ihm, der beim Vertrieb seines Produktes von unschätzbarem Wert sein würde. Durch seine wissenschaftlichen Wurzeln fällt es Walter leicht, Crystal Meth herzustellen und durch dessen Verkauf seine kostspielige Lungenkrebstherapie zu finanzieren. James McGill ist bereits als junger Erwachsener ein trickreicher Betrüger, der durch fingierte und arrangierte Zusammenstöße zwischen von ihm engagierten Skateboardfahrern und Autos, deren Nichts ahnenden Fahrern Geld als Entschädigung in Cash noch am Unfallort abschwätzt. Etwas gereifter, eifert er seinem Anwaltsbruder nach und absolviert unbemerkt von ihm ein Jura Fernstudium parallel zu seiner Arbeit in der Poststelle der Anwaltskanzlei seines Bruders. …


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“Das gemeinsame Interesse von Gesundheit und Wirtschaft: Eine Szenarienrechnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie” https://www.ifo.de/DocDL/sd-2020-digital-06-ifo-helmholtz-wirtschaft-gesundheit-corona_1.pdf #coronavirus


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Photo by Markus Spiske from Pexels

In Deutschland ist das Robert Koch Institut die offizielle Institution, die für “Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere der Infektionskrankheiten” als Kernaufgabe hat (https://www.rki.de/DE/Content/Institut/institut_node.html).

Dieser Tage veröffentlicht es wesentliche Eckdaten der Entwicklung der COVID-19 Pandemie. Darunter befindet sich auch das “Epidemiologisches Bulletin”. In der Ausgabe 17/2020 (https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/Ausgaben/17_20_SARS-CoV2_vorab.html) sind ein paar der ergriffenen Maßnahmen tabellarisch zusammengefasst. Wie eventuell noch aus der Erinnerung bekannt, wurden am 09. März in verschiedenen Bundesländern Großveranstaltungen (über 1000 Personen) abgesagt. Am 23. März begann das bundesweite Kontaktverbot in verschiedenen landes-individuellen Ausprägungen.

Im selben Bulletin wird die zeitliche Entwicklung der “Reproduktionszahl R” seit Anfang März skizziert. “Die Reproduktionszahl ist die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einem Index-fall angesteckt werden”, wird dort auch nochmal erläutert. Diese Reproduktionszahl auf kleiner oder gleich 1 zu bringen, ist das erklärte Ziel, denn dies entspricht dann einem linearen Anstieg der Fallzahlen. In diesem Zustand könnten wir die Pandemie in dem Sinne beherrschen, als dass unser Gesundheitssystem sich auf eine gleichmäßige Last von zu behandelnden Patienten einstellen könnte. …


Nun, in Zeiten von Corona, in denen sich viele Personen nicht mehr physikalisch in Büroräumen treffen, ist es sehr wichtig, nicht automatisch die Dinge einschlafen zu lassen, die scheinbar nicht mehr möglich sind, sondern bewusst Abläufe und Vorgehensweisen am Leben halten, auch wenn sie gerade nicht mehr einfach zu realisieren sind.

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Gian Cescon @ Unsplash

“In Zeiten von Corona, auch bewusst “virtuelle Kaffeepausen” mit anderen Personen abhalten”, ist also nur ein Beispiel. Einfach mal reflektieren, welche Gewohnheiten man, eventuell sogar unbewusst, nicht mehr macht und dies hinterfragen, ist ein Anfang.

“My Secret Leveling-Up Weapon: Coffee Meetings” by @Amitch5903 https://blog.usejournal.com/my-secret-leveling-up-weapon-coffee-7f439c4c1b0d #coronavirus #teamwork


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Loslassen! Ein neuer Aufguss des Themas „wie führe ich?”.

Am besten beginnt man mit Loslassen und rückt davon nie wieder ab. Loslassen bei der Umsetzung einer Aufgabe. Die Aufgabe schlüssig von Angesicht zu Angesicht vermitteln, so dass die Intention allen Beteiligten glasklar wird. Dabei nicht über die Umsetzung reden oder zumindest nicht einmischen, wenn die Mitarbeiter in Details der Umsetzung einsteigen. Loslassen!
In der Umsetzungsphase die Mitarbeiter unterstützen, coachen und ihnen als Mentor begegnen. Sie sind die Spezialisten, die die Probleme lösen sollen und können. Daher wurden sie eingestellt.

It doesn’t make sense to hire smart people and then tell them what to to. We hire smart people so they can tell us what to do.


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„Probieren geht über studieren”, das wussten schon unsere Großeltern. Recht kühn, naiv und eigentlich auch unreif, fand ich dieses Sprichwort immer. Es widersprach aber vor allem meiner sicheren Überzeugung, die ich als Teenager hatte, dass man immer einen Plan braucht. Natürlich sogar einen sehr guten Plan und nicht nur irgendeinen.
Woher hatte ich diese Überzeugung? Als Jugendlicher habe ich mir viele Bücher über die Pharaonen und das alte Ägypten reingezogen. Ebenso über die Schifffahrt bzw. vor allem eigentlich über Schiffswracks und wo sie gefunden wurden und wie sie gesucht wurden und was man aus ihnen über den Unglückshergang erfahren konnte. Das war irgendwie einfach spannend und ich kann nicht sagen, woher es genau kam, aber vermutlich einfach von meinen Eltern, die Ägypten bereist hatten und herrlich schaurige Geschichten über Mumien erzählt hatten. Außerdem waren sie gerne mit Kreuzfahrtschiffen unterwegs und so wusste ich mit 12 schon mehr über den Untergang der Titanic als über wirklich wichtige Dinge des Lebens.
Letztlich brachten mich die beiden Themen, so verschieden sie auch erscheinen mögen, immer insbesondere zum Thema PLANUNG. Die Pyramiden und wie der Bau organisiert gewesen sein musste und wie akribisch und detailliert die Titanic und ihre wasserdichten Kammern erdacht und umgesetzt worden waren. Faszinierend! Oder dass die Grabmäler im Tal des Todes so trickreich versteckt und geschützt worden waren oder das Schlachtschiff Bismarck trotz schwerer Treffer immer noch schwimmfähig war. Überall schien für mich eine gute Planung von super Ingenieuren dahinter zu stecken.
Letztlich ist der Untergang der Titanic und das, in Summe, klägliche Scheitern der wasserdichten Abteilungen, doch eigentlich genau das Argument, dass auch ein noch so guter Plan buchstäblich untergehen kann. Eine geradezu tolle Ironie, die mir früher irgendwie entgangen sein muss. Oder ich bin vielleicht sogar dem größten Denkfehler verfallen gewesen: Der Plan war eben nicht gut genug. Er hätte noch besser sein müssen!
Irgendwie auch sehr passend zu den Debatten in der Gesellschaft, damals in den 80er Jahren, als ich Teenager war, nämlich ob Atomkraft sicher sei. Klar, sehr sicher. Ganz sicher? Never ever! So ist das halt. Es gibt keinen perfekten Plan. …


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Mitarbeiter motivieren ist eigentlich eine gute Sache. Motivierte Mitarbeiter sind in vielen Belangen den unmotivierten Kollegen Meilen voraus: Quantitativ und meist auch Qualitativ.

Wie verhält es sich nun aber mit den demotivierten Mitarbeitern: Lassen sie sich wieder motivieren? Und wenn nicht, wie viele motivierte Mitarbeiter brauche ich, um einen einzigen demotivierten Mitarbeiter zu „kompensieren”? Aus Erfahrung kann ich sagen, dass ein einziger demotivierter Mitarbeiter ein ganzes Team nach unten reißen kann. Gerne suchen sie Bestätigung in dem Sinne, dass sie andere auf die Gründe ihrer Demotivation aufmerksam machen und aufwiegeln, diese „Demotivatoren” auch als solche wahrzunehmen und dann dadurch auch beginnen, demotivierend einzuwirken. Wenn es so weit gekommen ist, ist das Kind schon lange in den Brunnen gefallen und nötig, die demotivierten Teammitglieder aus dem Team zu entfernen. …


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Viele von euch werden sich bestimmt noch an eine Großmutter erinnern, die es immer gut gemeint hat: „Zieh’ dir eine dickere Jacke an, es ist kalt! Du wirst dich sonst noch erkälten. Trink’ noch etwas, du wirst noch austrocknen! Ich geb’ dir mal noch etwas mehr von dem Braten, Fleisch ist wichtig für die Muskeln!”.
Ja, sie mag es gut gemeint haben, aber es hat vor allem genervt. Sie wusste immer alles besser, dachte sie. Es war besser, aber nur in ihren Augen.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint, hat mir mal jemand gesagt und diese banale Erkenntnis, dass gut gemeint tatsächlich sogar das glatte Gegenteil von gut ist, war mir in dieser Deutlichkeit vorher nicht klar geworden. Aber als ich diesen Satz hörte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ja, gut gemeint führt manchmal sogar zu Trotzreaktionen, die dann etwas tatsächlich Gutes sogar endgültig und vorsätzlich in Schlechtes verkehren können.
Was Großmütter, und vermutlich auch Großväter, und bestimmt auch Eltern, eigentlich erreichen möchten, ist doch, dass ihre Schützlinge gute, weil sinnvolle, Verhaltensmuster anwenden, weil sie von den Vorteilen überzeugt sind. Dies setzt natürlich voraus, die Vorteile zu kennen. Die Gründe, die Absicht, das Ziel muss man vermitteln, nicht die Umsetzung. …

About

Wolfgang Römer

Software Developer, Scrum Master und Product Owner.

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