Facebooks Trending Topics Dilemma
martin giesler
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Ob die Trending-Topics-Box angeklickt wird oder nicht, ist nicht entscheidend für die Wirkung. Trending Topics ist aus Sicht von FB eine Kennziffer, welche Themen gerade am meisten Engagement auslösen. Und Engagement führt zu Interaktion und längerer Verweildauer. Deshalb gehen diese Kennziffern bzw. die zu Trending Topcis erklärten Beiträge und Themen in die Programmierung der Streams ein. Für Verlage also nicht ohne Belang für die automatische Verstärkung bzw. Zurückstufung ihrer Inhalte (und der große Unterschied zu der Trending-Topic-Anzeige bei Twitter).

Diese Diskussionen können natürlich den Tatsachen und Entwicklungen immer nur hinterherhecheln. Die Content-Lieferanten dürfen Content anliefern, die Distributionsgesetze folgen aber logischerweise allein den Interessen von Facebook. Es wird daher mit Sicherheit weiter getweakt, es werden noch mehr lernfähige Algos implementiert.

Erst vor ein paar Tagen die Meldung, dass die plumpesten Formen von Clickbait demnächst drastisch heruntergerankt werden sollen, offenbar weil diese Publikums-Veräppelungen fürs Engagement unfruchtbarer sind als Themen, die die Menschen gerade tatsächlich bewegen oder bewegen können. Dass Facebook diese Perspektive hat — “wir featuren stärker, was Menschen zu echter Beschäftigung und zu Diskussion reizt” — ist aus Verlagssicht nicht per se zu beklagen. Überhaupt nicht. Redaktionen müssen sich eben auch fragen: Wen interessiert dieses Thema X und warum? Das hat eben weniger mit Überschriften zu tun und mehr mit “Gehalten”.

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