Das größte Objet trouvé der Welt

Die Schwarze Villa in Pforzheim ist das größte Objet trouvé, das ich kenne - was man davon lernen kann…


“Ein Objet trouvé (franz. für ‚gefundener Gegenstand‘) ist ein Kunstwerk, oder ein Teil eines Kunstwerks, das aus vorgefundenen Alltagsgegenständen oder Abfällen hergestellt wurde. Ready-mades werden sie genannt, wenn der Künstler am vorgefundenen Objekt keine oder kaum Bearbeitungen vorgenommen hat, er den Gegenstand also lediglich vorgefunden und präsentiert hat.”

Quelle: Wikipedia.org

Das Kunstwerk in der Friedenstraße 103 in Pforzheim ist eine Jugendstil-Villa an der keine baulichen Veränderungen vorgenommen wurden. Doch durch die schwarze Farbe mit der die Villa komplett überzogen wurde, wirkt das Haus befremdlich. Nicht bedrohlich, aber wie aus einer anderen Welt: Es ist ein monumentales, mitreißendes Kunstwerk, das in sein alltägliches Umfeld integriert ist.

Die schwarze Farbe verwandelt die ehemals blütenweißen Jugendstil-Villa in ein lebloses Objekt. Für den verantwortlichen Galeristen Andreas Sarow ist die Villa jetzt „wie ein schwarzer, fauler Zahn“. Ich kann diese Assoziation nachvollziehen, doch auf mich wirkt das schwarze Kunstobjekt inmitten des luxuriösen Umfelds, des grünen Gartens und der roten Rosen nicht faul oder gammelig, sondern sehr lebendig und seltsam erhaben.

Ich bleibe wie viele andere lange davor stehen und versuche die Situation aus unterschiedlichen Blickwinkeln festzuhalten. Irgendwann hab ich alles gesehen und fotografiert, doch das Kunstwerk, die zweckentfremdete Villa, fasziniert mich, hält mich in ihrem Bann und entfacht in mir den Wunsch selbst mit Alltagsgegenständen zu experimentieren. Genau das zeichnet für mich ein gutes Kunstwerk aus: Es soll den Betrachter faszinieren, ihn zum Nachdenken anregen oder auf eigene Ideen bringen.

Nicht jeder hat die Möglichkeit ein ganzes Haus anzumalen, aber jeder hat Alltagsgegenstände um sich, mit denen man etwas Spannendes kreieren kann. Man muss sich nur Zeit nehmen, sich umschauen und zum Beispiel mit dem, was auf dem eigenen Schreibtisch steht, experimentieren; es gibt viele Möglichkeiten, einen Alltagsgegenstand in Kunst zu verwandeln.

Ich hab mir die Aufgabe gestellt mit den Gegenständen in meinem Arbeitszimmer ein spannendes Foto für meinen Instagram-Account zu inszenieren.

Klingt einfacher als es ist.

Nach einigen Fehlversuchen hab ich mich letztlich für eine Dose, eine Stecknadel und die Sticker der Ausstellung Ego Update im NRW-Forum entschieden.

“If you publish this work in the internet, I will sue you.”

Wie wäre es mit einem eigenen Versuch?! Macht Kunst! #UseThePotentialOfArt


Ich dokumentiere und schreibe hier, in meinem Blog, bei Instagram und beim akteur über die Wirkung und das Potential von Kunst.