Das Schwarze Loch im Auto

Wer sich traut mit Job-to-be-done die Kunden- anstatt die Technologiesicht anzunehmen, wird mit der Entdeckung von neuen Schwarzen Löchern belohnt. Diese bei einem so banalen Produkt wie dem Autositz zu erkennen, bringt mehr als neue ergonomische Erkenntnisse. Denn Kunden bestimmen, welche Innovation erfolgreich im Markt ist.

Der Astrophysiker Stephen Hawking feierte unlängst seinen 75. Geburtstag. Er erlangte vor allem für seine Theorien zu Schwarzen Löchern Bekanntheit. Das sind jene seltsamen Erscheinungen im Universum, die anscheinend alles — Licht, Materie, gar die Zeit — verschlucken. Auch in unserem Alltag auf Erden begegnen wir kleinsten Schwarzen Löchern. Socken, die aus der Waschmaschine gebeamt werden, Schirme, die ihre materielle Substanz verlieren und Schlüssel, die in eine andere Galaxie gesogen werden.

Ein international angelegtes Projekt nach der CFI Job-to-be-done Methode für einen Fahrzeughersteller hatte zur Fragestellung, wie man den Autositz verbessern kann. Eine ergonomische Fragestellung, oder? Auch, aber nicht nur! Denn seit dem Projekt wissen wir, es gibt ein weiteres Schwarzes Loch im Alltag: die Spalte zwischen Sitz und Mittelkonsole. Alle, die ihr Mobiltelefon in der Hosentasche tragen, kennen es. Kaum eingestiegen saugt das kleine Schwarze Loch das Telefon an und befördert es ins dunkle Dickicht unter dem Sitz. Neben vielen anderen aufgedeckten Problemen von Fahrzeuglenkern ist dies eines der grössten Ärgernisse in Zusammenhang mit Sitzen. In der CFI-Sprache ein Schmerzpunkt (Pain) des Kunden: dass so selten wie möglich etwas zwischen den Sitz und die Mittelkonsole fällt, z.B. das Smartphone, Schlüssel, Lippenstift, etc.

Wer nun überlegt, wie man den Sitz umgestalten müsste, um die Lücke zu schliessen (und den Sitz dennoch zu bewegen) hat eine Stärke von CFI noch nicht erfasst: Es geht nicht um einen besseren Sitz, sondern um die Eliminierung des Schmerzpunktes des Nutzers. Aus der Kundenperspektive könnte man auf diese einfache Lösung kommen: DudeGadgets iPocket!
 Überzeugende Innovationen lösen ganz konkrete Schmerzpunkte. Wie eben das kleine Schwarze Loch im Auto. Die Verbesserung des Sitzes ist also nicht nur eine ergonomische Angelegenheit. Wer über diese technische Perspektive hinaus die Kundensicht einnimmt, sieht schnell: Menschen tun sehr viel mehr im Auto, als nur zu sitzen. Deshalb verlangen sie auch mehr als ein bequemes, sicheres oder sportliches Fahrgefühl. Die iPocket (über den Namen kann man streiten) adressiert genau den einen erwähnten universellen Schmerzpunkt von Autofahrern. Alles, was dazu getan werden muss, ist das Schwarze Loch zu versiegeln. Man muss den Sitz nicht immer neu erfinden.

Nur wer die konkreten Schmerzpunkte seiner Kunden kennt, kann erfolgreiche Innovationen entwickeln. Der besagte Autohersteller hat seitdem von uns 1000 (!) solcher aufgedeckter, potentieller Schmerzpunkte aus 6 UX Feldern rund ums Fahrzeug erhalten (Erfahren Sie hier mehr!) und erste Patente angemeldet. Seien Sie auf die entsprechenden Innovationen gespannt!
 Haben Sie Lust, die Schwarzen Löcher Ihrer Kunden mit uns zu entdecken?


Originally published at Understanding users.