Ein Traum aus Surfbrett, Gras und VW Käfer

Quelle: http://allahlas.com/photo

Ich bin ja immer wieder davon begeistert, wenn irgendjemand schafft psychedelische Musik zu machen, dabei aber nicht wirkt als hätte er dafür in seinem persönlichen Summer of Love samt den dazugehörigen Präparaten gebraucht. Die späten 1960er waren sicher lustige Zeiten, aber wen bitte interessiert ein 12 minütiges LSD oder Opiat-induziertes Gitarrensolo?

Wobei eine Ferndiagnose ja schwer zu treffen ist. Woher soll ich wissen, was sich Allah-Las so alles reinziehen wenn sie Musik machen? Aber darum gehts mir auch gar nicht.

Worauf ich eigentlich hinaus will ist die Tatsache wie unglaublich genial ich Allah-La’s zweites Album “Worship The Sun” eigentlich finde. Ich ordne mich selbst ja eher in die Gruppe “Geräusche lösen Gefühle aus” und nicht in die Gruppe “Text löst Gefühle aus”. Es mag obskur sein, aber für mich klingt dieses Album nach einem Gefühl endloser Jugend. Es klingt nach einem Tag am Strand. Surfbrett, Bierdose, Joint, Lagerfeuer, ein VW Käfer Cabrio in Sonnengelb, der knallrote Bikini deiner Bekannten, der seit 2 Stunden irgendwo nur nicht da wo er eigentlich war, ist. Es ist sexy, aber nicht aufsmaul Plastiktitten. Es ist teasing, aber nicht Porno. Und ich liebe es.

Der konventionelle, assoziative Musikhörer in mir schreit währenddessen laut “Dick Dale!” “Dick Dale!”. Wirklich abstreiten kann man das nicht, wobei es vermutlich ziemlich schwierig ist Surfrock zu machen der nicht in irgendeiner Phase nach dem King of Surfrock klingt. Man bemühe dafür zum Beispiel das Instrumentalstück “No Werewolf”. Wenn ich es nicht besser wüsste, ich wäre sicher es ist aus den frühen 60ern. Allen anderen sei “Had It All” ans Herz gelegt. Es fasst die ganze Platte einfach perfekt zusammen.

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