6 gute Gründe für das Recruiting von Praktikanten und wie du sie bezahlst.

Seit der Einführung des Mindestlohns keine Praktikanten mehr eingestellt? Großer Fehler. Darum macht es für dein Unternehmen Sinn, in die Nachwuchstalente zu investieren.

Daniel Nagel von Jugend gegen Aids auf dem Tag der Praktikanten 2017

Muss man immer Mindestlohn zahlen? Nein!

Seit 2015 wurde in Deutschland der Mindestlohn eingeführt. Seit 2017 liegt er bei 8,84 €/Stunde. Bei einer 40-Stunden-Woche würde das ein Brutto-Gehalt von 1.032,52 € für einen Praktikanten machen. Ganz schön viel, wurden Praktikanten noch vor wenigen Jahren gar nicht oder nur gering vergütet. Die Unternehmen haben sich ganz unterschiedlich aus der Pflicht genommen. Gerade Werbeagenturen beriefen sich gern auf die Wirkung im Lebenslauf und Start-ups auf die wertvolle Berufserfahrung, die ihre Praktikanten bei ihnen sammeln. Fragt sich nun: Wer soll das bezahlen?

Gleich vorweg: Nicht alle Praktika müssen vergütet werden, es gibt Ausnahmen …

Ausnahme 1: Das Praktikum ist ein Pflichtpraktikum, das von der Schule/Ausbildung/Uni vorgeschrieben ist. Hier verfällt der Anspruch auf Mindestlohn unabhängig von der Dauer des Praktikums.

Ausnahme 2: Es handelt sich um ein freiwillliges Praktikum, das kürzer als 3 Monate dauert. Auch hier besteht keine Pflicht, den Mindestlohn zu zahlen.

Mindestlohn muss also nur dann bezahlt werden, wenn das Praktikum freiwillig ist und länger als drei Monate dauert.

6 Gründe, Praktikanten einzustellen

1. Praktikanten sind potenzielle Nachwuchskräfte.

Nora Jarzynski, Team Leaderin Recruiting bei Voith

Vor allem große und mittelständische Unternehmen nutzen Praktikantenangebote gezielt, um neue Talente zu entdecken — so zum Beispiel auch Nora Jarzynski, Team Leaderin Recruiting bei Voith. Auf dem Tag der Praktikanten 2018 bei Microsoft stellte sie vor, wie der Konzern das Thema Nachwuchskräfte-Recruiting mittels Praktikanten angeht. So passten sie die Stellenanzeigen, Prozesse und Strukturen für ihre Praktikantenangebote an. Ein Talent-Pool, Facebook-Gruppen oder Alumni-Treffen helfen, mit ehemaligen Praktis in Kontakt zu bleiben.

2. Das Praktikum ersetzt die Einarbeitungsphase.

Die Einlernphase zu Beginn, ist ohnehin notwendig, um eine Position wirklich füllen zu können. Das Praktikum hilft gerade frisch gebackenen Absolventen dabei, sich im Arbeitsalltag zurechtzufinden und die Arbeitsweise des Unternehmens inklusive aller Prozesse kennenzulernen.

3. Praktikanten sind topmotivierte Mitarbeiter.

Insbesondere freiwillige Praktika werden meist mit einem Ziel absolviert: Berufserfahrung sammeln, Vita aufpolieren oder eben den Berufseinstieg machen. Hier hast du also hochmotivierte Fachkräfte, die sich von ihrer besten Seite zeigen.

4. Das Recruiting muss nicht teuer sein.

Praktikumsbörsen wie zum Beispiel praktikum.info bieten Unternehmen an, bis zu drei Stellenanzeigen kostenlos zu schalten. Bei Premium-Lösungen kaufst du Arbeitgeberprofile dazu und kannst dich den Nachwuchstalenten so noch detaillierter präsentieren.

5. Praktikanten machen Werbung für dein Unternehmen.

Kristina Bierer, CLEVIS Consult, präsentiert den Praktikantenspiegel

Ob an der Uni oder im Freundes- und Bekanntenkreis — konnte dein Unternehmen mit einem karrierefördernden Praktikum überzeugen, empfehlen dich deine ehemaligen Praktikanten in ihrem Umfeld weiter. Das macht sich auch in Studien wie zum Beispiel dem jährlich erscheinenden Praktikantenspiegel bemerkbar: Hier bewerten Praktikanten ihren Arbeitgeber. Das jährlich erscheinende Ranking ist dann wiederum Werbung für das Recruiting der nächsten Generation. Die Ergebnisse des Praktikantenspiegels werden jedes Jahr von CLEVIS Consult auf dem Tag der Praktikanten präsentiert.

6. Manche Aufgaben können konstant von Praktikanten übernommen werden.

Repititive Aufgaben, einfache Tätigkeiten oder intuitive Aufgaben kannst du stetig deinen Praktikanten übertragen, sofern diese schnell eingearbeitet werden können. Dabei geht es natürlich nicht um Ausbeute! Der Praktikant sollte neue Tools, Methoden oder Inhalte lernen.

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