Sign in

Worte fürs Leben. Gelegentlich guter Rat. Häufig Idiotie.

Die Regelmäßigkeit der Abstände, in denen Facebook mit fragwürdigem Umgang ihrer gesammelten Benutzerprofile in den Medien auftaucht ist mittlerweile so präzise, man könnte eine Uhr danach stellen.

Der Konzern aus dem kalifornischen Menlo Park ist mehr als bereit, Einblicke in das Leben der Menschen zu verkaufen. Das fährt der Werbeplattform seit Jahren dicke Gewinne ein. Nur wenn es darum geht, die Menschen darüber zu informieren, wie ihre Daten verwendet werden, da ist das Unternehmen von Mark Zuckerberg dann plötzlich nicht mehr ganz so offen.

Die Macher von Signal, einer Messenger App, die um die Schwerpunkte Datenschutz und Privatsphäre aufgebaut ist…


Eine mögliche Erklärung, woher das mit der Besinnlichkeit und der Liebe, dem füreinander da sein und dem ganzen Zirkus in dieser Jahreszeit herkommt leuchtete mir ein, als ich neulich eine BBC Doku über unseren Planeten sah. Dieses Christending, die Geschichte mit der Herbergssuche und der Geburtstagsparty im Stall, die Reisenden aus dem Morgenland und die Geschenke usw., das ist ja alles schön und recht und sicherlich auch eine ganz tolle Metapher. Aber das ganze Brimborium, das man zu Weihnachten veranstaltet verschleiert meiner Meinung nach den wirklichen Grund, weshalb wir in den letzten Tagen des Jahres doch etwas mehr als sonst…


Photo by Marielle Amelie

23.11.17, Donnerstag

„Metakognition. Das ist interessant, dass sie das machen. Passiert ihnen das nur hier?“ Frau R. liefert heute bereits sehr früh mein Wort des Tages. Nach der Therapie sitze ich in Pasing, Café Brioche Dorée mit Cappuccino und Croissant und mit Stift und Papier an einem kippeligen Tisch, auf einem kippeligen Stuhl. Selbst das Tablett, auf dem der Kaffee und das Gebäck steht kippelt. Frühe Instabilität. Frau R. und ich haben uns darauf geeinigt, unsere Gespräche nur noch alle drei Wochen stattfinden zu lassen. Ich sitze draussen, es ist windstill und kalt. Die müde Novembersonne steht tief, sie wirft…


Photo by Tommy on Unsplash

09.11.17, Donnerstag
Alle Raucher im Haus und auch im Haus gegenüber gehen nochmal rauchen, gehen raus auf ihre jeweiligen Balkone, bevor sie in’s Bett gehen. Es ist zehn vor elf Uhr, es ist November und draussen hat sich die Temperatur unter einem gewissen Punkt eingependelt, an dem man sich das Rauchen locker abgewöhnen könnte, wäre da nicht die Sucht und die Routine, das Kleinbeigeben und der Kick und auch die eineinhalb Oktaven tiefergelegte Stimme, alles nur vom Rauchen, wie albern.

Luftkurort, aber in einem ironischen Kontext

Wirklich jede Partei in unserem Sechsparteienhaus raucht und das ist alles in allem ein…


Berliner Runde zur Bundestagswahl 2017, Quelle: ZDF

Die Bundestagswahl ist vorbei. Die einen sind ernüchtert. Die anderen sind erfreut. Wieder andere sind enttäuscht, was insgesamt eine ziemlich gute Sache ist, weil eine offensichtliche Täuschung nun endlich weg ist. Deutschland hat gewählt. Wir haben gewählt. Wir haben ein Ergebnis. Wir haben Klarheit. Und absolut nichts daran war nicht irgendwie vorhersagbar gewesen.

Mit der Politik verhält es sich vielleicht ein bisschen so wie mit dem Zähneputzen. Wenn man sich nicht darum kümmert, wird’s braun. Man muss sich jetzt am Einzug der AfD in den Bundestag nicht die Hirnrinde fransig diskutieren oder alles zu Tode analysieren. Sie ist da, leider…


Das Problem ist doch, dass wir viel zu viel Zeit mit anscheinend nutzlosen Dingen verbringen. Oder, vielleicht nicht ganz so generell verurteilend: Ich verbringe viel Zeit mit anscheinend nutzlosen Dingen. Nehmen wir die vergangenen zwei Stunden. Es ist jetzt kurz nach Mitternacht. Ich hätte Ruhe gehabt. Kind und Frau schlafen. Und ich, ich verzettle mich schon wieder im Internet.

Natürlich bin ich nur interessanten Dingen nachgestiegen. Aber genau das ist das Problem: alles scheint interessant. Wie viele Bücher hätte ich in meinem Leben mehr lesen (oder schreiben) können? Wie viele Kilometer wäre ich mehr gelaufen? Wie viele Stunden Schlaf hätte…


Meine Mutter war im vierten Monat mit mir schwanger, als es zum NATO-Doppelbeschluss kam. Ich war drei, als der Kalte Krieg 1983 so überhaupt nicht mehr kalt sein wollte und die Zivilisation eine Minute vor der thermonuklearen Vernichtung stand. Meine Mutter bekam damals nicht viel von der angespannten politischen Großwetterlage mit. Es gab eine Familie, die ernährt werden musste. Und es gab kein Twitter. Auch ich habe das, was Gerald Hensel in dem unten verlinkten Artikel erwähnt als Kind nicht bewusst wahrgenommen. Und dennoch hat es meine Sprache geprägt, meine Wahrnehmung und mein Denken.

Wie sehr die drohende atomare Apokalypse…


“Unsere sitzende Lebensweise führt nicht nur zu Muskelschwund, sie führt auch zu einem Sinnesschwund. Und diese Sinnes-Atrophie führt wiederum zu Problemen der Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Konzentration und Identität. (…) Das heißt, wenn wir damit beginnen, über ein Programm zur Verbesserung unserer Gesundheit nachzudenken, ist das erste, was wir brauchen, ein funktioneller Lebensraum.”

Photo by Paul Rysz on Unsplash
  1. In der ersten Version deines Artikels stand noch etwas mehr über den zunehmenden Sinnesschwund in unserer Gesellschaft. In diesem Zusammenhang kann ich dir uneingeschränkt das Buch “Change your body, change the World“ von Frank Forencich empfehlen. Das obige Zitat stammt aus diesem Buch.
  2. Streichen, wischen, ziehen — unsere taktilen…


Zu was dieses Medium alles taugt, toll! Falko Löffler haut da einen ganz pragmatischen Text über sein politisches Engagement raus, nichts verkünsteltes und mir fällt schlagartig auf, was mir in den Gesprächen über die bevorstehende Bundestagswahl häufig fehlt: Besonnenheit. Danke für den Anstupser!

Politik, Sport und Religion sind eigentlich Themen, die ich bewusst ausspare, wenn ich mich mit mehreren Bekannten auf irgendwas zwischen ein und vierzehn Bieren treffe. Da kommt in der Regel nichts vernünftiges dabei raus. Aber seit Mitte des Jahres gehe ich mit zielgerichteter Naivität an die Sache ran. Rede mit Menschen, aus allen Bereichen. Suche den Dialog…


Dies ist eine Antwort auf folgenden Artikel von marylebow.:

Nach etlichen Fehlversuchen habe ich beschlossen, dass Kalender nichts für mich sind. Weder kurz-, mittel- noch langfristig. Das liegt nicht an Kalendern per se. Schließlich können die nix dafür. Vollgedruckt von vorne bis hinten mit Montagen und Dienstagen und dazwischen als einziges Highlight vielleicht mal ein gesetzlicher Feiertag, mal eine Mondphase, zunehmend, abnehmend, Woche für Woche, immer die selbe Leier. Im Grunde sind Kalender arme Schweine.

Ich bin ebenfalls ein Schreibwarenfetischist, aber ich bin einfach kein Kalendertyp. Und das liegt an meiner Art, ziemlich konsequent nicht mit Kategorien umgehen zu können…

Abteilung für innere Angelegenheiten

Worte fürs Leben. Gelegentlich guter Rat. Häufig Idiotie.

Get the Medium app

A button that says 'Download on the App Store', and if clicked it will lead you to the iOS App store
A button that says 'Get it on, Google Play', and if clicked it will lead you to the Google Play store