Wochenende

Und dann ist es wieder Sonntagabend. Die neue Woche klopft von außen an die Fensterscheibe. Und was ist passiert am Wochenende?

Freitagabend eine Theaterpremiere mit alten Freunden aus Unitagen. Samstags morgens endlich mal Zeit zum Laufen gehen, eine ganze Runde im Volkspark Wilmersdorf, ausgiebig duschen und die Haare in Schwung föhnen. Ein Kleid anziehen, welches fürs Büro eine Nummer zu kurz, zu bunt ist und ab auf den Markt am Wittenbergplatz. Frische Schnittblumen, frisches Brot, reifer Käse. Mit einer Freundin drei Stunden brunchen in der Goltzstraße. Zum Schluss gönnt man sich ein Gläschen Prosecco.

Abends ein Geburtstag eines Freundes, den man lange nicht gesehen hat. Der es sich für seine Partys regelmäßig mit den Nachbarn verscherzt. Anderes Kleid, zwei Nummern zu kurz fürs Büro, und knallrote Lippen. Um Mitternacht singen wir Happy Birthday und er schneidet den Kuchen an. Ich teile mir ein Stück Geburtstagssahnetorte mit „einem Freund, der zu Besuch aus München ist“ und als wir später in einer Bar mit Tanzoption landen, teilen wir uns ein Bier und tauschen Küsse.

Sonntagmorgen. Mit den Apostel-Paulus-Kirchenglocken aufwachen, die durch das gekippte Fenster hereintönen. Müde aber glücklich. Eier kochen, Brot toasten und mit der Vogue im Pyjama am Frühstückstisch sitzen. Mit dem Rad an den Schlachtensee fahren und mit Freunden drumherum laufen. Wer traut sich mit den Füßen ins Wasser? Später dann was beim Inder “Moghul” unten im Haus holen und in Jogginghose bei der Nachbarin klingeln. Tatort und Curry. Rechtzeitig und glücklich unter die Bettdecke kriechen.

Leider nein. Freitag falle ich nach der Arbeit todmüde ins Bett. Samstag besteht aus Wäschewaschen und Fußbodensaugen. Samstag eine Party und Sonntag das Tageslicht verschlafen.

Und dann ist es wieder Sonntagabend.