Der erste Schritt

Sommer 2014. Ich sitze in einem Café in Speyer; vor mir mein Laptop, neben mir mein #Tagebuch, in mir ANASHA. Der erste Schritt ist bekanntlich der schwerste, aber er ist längst überfällig. Dieses Buch möchte entstehen — ANASHA möchte in die Welt. Also los geht’s! Die gesammelten Werke der letzten drei Jahre abtippen, sortieren und schauen was sich zeigen will.

Gerade komme ich von einem Ausflug zum Reiterhof; ein kurzer, aber wirkungsvoller Trip. Direkt vor meiner Nase stampft eines der Pferde unentwegt mit den Hufen auf, immer und immer wieder. Was will es mir wohl sagen? Die Antwort liegt auf der Hand.

Gestern erst die Ansprache meiner Mutter: «Jetzt schreib‘ doch auch endlich mal und rede nicht nur darüber!» Der sinnbildliche Tritt in den Hintern und jetzt auch noch das deutliche Zeichen des Gauls: Los jetzt! Du willst ein Wildpferd sein? Schön und gut, aber gerade verhältst du dich eher wie ein Pony im Streichelzoo!

Das hat gesessen. Los jetzt! Hau’ in die Tasten Elena! Wie lange will ich noch sammeln? Mehr und noch mehr schreiben, was dann sang- und klanglos in einer Schreibtischschublade oder meinem Tagebuch verschwindet. Ich habe der Welt etwas zu sagen, es will endlich heraus und zwar laut!

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Schluss mit den unzähligen Ablenkungen und Ausreden. Zu sagen, dass ich schreibe und es doch nur für meinen Hausgebrauch zu tun. ist feige. Und ich verweigere mich meiner Aufgabe. Tief in mir weiß ich, dass es ein Teil dieser Aufgabe ist, meinen Weg mit anderen zu teilen. Es ist kein gewöhnlicher Weg. Er ist individuell, ohne Netz und doppelten Boden. Ja, er verlangt Mut, kann aber gleichzeitig auch anderen Mut machen.

Können die Zeichen heute noch deutlicher sein? Nein! Die Zeit ist reif — überreif! Galoppier‘ los! Und zwar jetzt!

Wie viele #Listen will ich noch machen? Die erste stammt aus dem Jahr 2011. Ich stecke gerade mitten in meinem persönlichen Bore-out-Alptraum. Mir ist klar, es muss sich etwas ändern. Nur was? Auf einer Serviette führe ich in der Mittagspause auf, was ich vom Leben will und was nicht. Es folgen unzählige weitere Listen, auch eine zum Thema Selbstständigkeit. An dieser Liste lässt sich noch feilen, aber sie ist ja auch schon drei Jahre alt und immerhin habe ich den Sprung ins Unternehmertum mittlerweile gewagt.

Weiter mit den Listen. Nächstes Thema: Optionen: Selbstständigkeit [ein scheinbar wiederkehrendes Thema], neuer Job [ein scheinbar wiederkehrendes Thema], Weiterbildung [ein scheinbar wiederkehrendes Thema], Studium [damals war ja alles gut], PhD [ein scheinbar wiederkehrendes Thema], Therapie [bitte was?] … Die Listen werden immer detaillierter, sind jetzt schon unterteilt in privat und beruflich und haben es sogar von Servietten auf richtiges Papier geschafft. Eine ganze Weile tippe ich eine nach der anderen ab, bis ich feststelle, dass sie sich ständig wiederholen.

Traurig aber wahr, ich drehe mich im Kreis, verbringe nicht nur meine Mittagspausen, sondern auch komplette Arbeitstage damit, Listen zu schreiben. Es überrascht mich fast ein wenig, dass ich keine Liste zum Thema Listen finde.

Ich halte mir zugute, dass ich zu jener Zeit wirklich verzweifelt war und mich das Listenschreiben irgendwie den Tag überstehen ließ. Dennoch schockiert es mich zutiefst zu lesen, in welcher Trennung ich mich damals befand. Nicht ein einziges Mal kommt mir in den Sinn, dass mein Beruf ein Teil meines Lebens ist und ich das eine vom anderen weder strikt trennen kann noch will. Aus heutiger Sicht erkläre ich mir diese Trennung mit zwei Worten: Unbewusstheit und Angst. Unbewusstheit über mich, meine wirklichen Wünsche und Bedürfnisse, meinen Platz und meine Aufgabe in dieser Welt. Angst vor der Wahrheit und dem Loslassen meiner (Lebens)Illusionen, die immerhin die Basis meiner bisherigen Entscheidungen und meiner Daseinsberechtigung waren. Kann und will ich all das wirklich und ehrlich ansehen und hinterfragen? Was bleibt denn dann noch von mir und meinem Leben übrig? Möglicherweise nichts.

Bin ich wirklich bereit, dieses Risiko einzugehen? Am besten mache ich erst mal eine Liste: Für den Rest meiner Tage ein fremdbestimmtes, lebloses Dasein fristen. Pro und kontra. You got to be kidding me! Yet I keep on typing …


Die ganze Geschichte erfahrt ihr in der “kompletten” Ausgabe von 
ANASHA — Die Reise beginnt.

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