The time in between

Back in Germany. Was mich hier wohl erwartet? Recht bald

#EinBriefMeinesArbeitgebers

«Sehr geehrte Frau Theis, leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir das mit Ihnen bestehende Arbeitsverhältnis mit Ablauf Ihrer Probezeit fristgerecht kündigen.»

Rückblick: Vor knapp sechs Monate hatte ich den Job des Geldes wegen angenommen. Inhaltlich interessierte mich die Aufgabe von Anfang an nicht und ich fühlte mich permanent unterfordert. Mit jedem Tag schlug mir die Arbeitssituation etwas mehr auf die Psyche. Aber was sollte ich tun? Einfach kündigen schien keine Option zu sein, denn wie sollte es dann weiter gehen, v.a. finanziell? Die Zukunftsangst saß mir im Nacken. Begründet oder nicht, sie war da. Morgens, mittags und abends auch. Ich war wie gelähmt, sah keinen Ausweg aus dieser selbstgewählten Misere. Meine psychische Verfassung wurde täglich desolater und innerhalb kürzester Zeit katapultierte ich mich in einen ausgewachsenen Bore-Out. Das sah auch mein Arzt, schrieb mich schließlich krank und riet mir dringend, andere Wege einzuschlagen. Damit kam mir nun mein Arbeitgeber zuvor…


«And the proposal is coming up as well.» What? Proposal? Verlobung? Heiraten? Daran habe ich bisher noch gar nicht gedacht. Also zumindest nicht konkret, bis Amanda das Thema immer und immer wieder aufbringt. «He’s just waiting for the right moment.» Im Ernst? Vielleicht ist das ja gar keine schlechte Idee. Heiraten, Kinder kriegen, Elternzeit … dann wäre das Jobproblem gelöst. Und irgendwann muss ich ja auch einmal sesshaft werden. Um mich herum sind sowieso schon längst alle unter der Haube. Außerdem liebe ich Schätzi. Heiraten. Warum eigentlich nicht? Und warum hat er mich eigentlich noch nicht gefragt? Wann fragt er mich denn nun? Worauf wartet er noch?


Geschafft: #Flitterwochen wir kommen! Zweieinhalb Wochen USA-Westküste, das wird super. Endlich wieder das Leben genießen, im

#MustangCabrio über die endlosen Straßen der Westküste

brausen, #Freiheit pur!

#HoneymoonSuiten

und

#KingSizeBetten,

aus denen wir kaum herauskommen … Verheiratet sein ist toll! In meiner Fantasie. Die Realität sieht anders aus, der Hochzeitsschein verliert seinen Glanz. Anstatt #Sex und Freiheit liegt Schwere in der Luft.

Fuck that! Das sind unsere Flitterwochen! Wir sollten wilden Sex and the time of our lives haben! Nein, ich lasse mich nicht schon wieder von dieser Leblosigkeit einfangen, schon gar nicht hier. Wir sind in Amerika! Ich will Leichtigkeit. Und zwar jetzt! Sofort! Ich will mit dem Kopf durch die Wand, der Leichtigkeit ist das egal.

Anstatt Leichtigkeit gibt es unterwegs noch eine weitere Schätzt & Schätzi Hochzeit, dieses Mal in

#SanFrancisco

Doppelt hält ja vielleicht besser. Auch diese Trauung bleibt unvergessen. Eine romantische Zeremonie in einem Meer aus #Tulpen sollte es sein, nur wir zwei und Paula, die Friedensrichterin. Nach einer Höllentour in Paulas Kleinwagen kommen wir am Golden Gate Park an. «Here we are!» «I thought we were going to the tulips?» «That’s where we are.» «So where are the tulips?» «Right here. They are just not in bloom anymore.» Ach so. Verdammte Scheiße, was soll das nun? Ich wollte zwischen blühenden Tulpen heiraten. Aber auch den Tulpen ist das egal. Na gut, dann eben vor der

#Windmühle

Die Zeremonie dauert 5 Minuten, drei im Anschluss geschossene Fotos inklusive. «Ok, guys, are we ready to leave?» #Blitzhochzeit Nummer zwei beendet.

Nach San Francisco geht es weiter die Küste entlang, in ein paar Tagen dann zurück nach Deutschland. Oh fuck! Und dann? Stop, Elena! Du bist in Kalifornien und zwar in Flitterwochen. Darüber kannst du dir Gedanken machen, wenn es soweit ist. Klappt leider nicht so ganz und so verbringen wir die letzten Tage zu dritt: Schätzi, Schätzi und «Und dann?».


Ich verlasse das Büro ein letztes Mal. Ich bin frei, frei, unendlich frei, kann endlich wieder atmen. Genau diese Freiheit auskosten, ist jetzt angesagt. Und wie? Ganz klar: Ab in den Flieger und weg hier. So wie ich das immer mache — Urlaub von meinem Leben, wenn ich es doof finde, in der Hoffnung, dass mich ein anderes erwartet, wenn ich zurückkomme. Vielleicht klappt es ja dieses Mal sogar. Einfach einmal zum Flughafen fahren und spontan einen Flug buchen, das war schon immer mein Traum. Aber ich habe es bis jetzt noch nie getan. Warum auch immer. Ich könnte es jetzt tun. Warum eigentlich nicht? Vielleicht weil du gerade arbeitslos geworden bist und nicht weißt, wann und wo und wie du jemals wieder Geld verdienen wirst und … Noch bevor mein Verstand die Chance hat, mir meinen Impuls auszureden, stehe ich schon im Reisemarkt des Frankfurter Flughafens. Kuba ich komme — in 5 Tagen geht es los! Super Entscheidung Elena, wo auch sonst lässt sich Freiheit besser auskosten als in einem diktatorischen Staat!


Die ganze Geschichte erfahrt ihr in der “kompletten” Ausgabe von 
ANASHA — Die Reise beginnt.