Das monetäre Argument für Bitcoin

Aus dem Original “The Monetary Case for Bitcoin” von Ben Kaufman (2019)

Fab The Fox
Oct 9 · 38 min read

Original-Titel: The Monetary Case for Bitcoin , Autor: Ben Kaufman, 2019, Übersetzung: Fab The Fox 🦊 , Co-Founder Aprycot Media für die Bitcoin-Mediathek 📖

🎧 Ausserdem auch als Audio-Version verfügbar: Konsens&Nonsens

Die Entstehung von Bitcoin, vor nun mehr als zehn Jahren, und dessen blanke Existenz als neues Währungssystem, hat auf der ganzen Welt ein neues Interesse an der Geldfrage und Forschungsrichtungen wie der Währungsökonomie geweckt. Nach einem Jahrhundert vollständig verstaatlichter Geldproduktion und etwa fünf Jahrzehnten eines nationalen Papiergeldstandards ohne Gegenwert, schien der Kampf um ein solides Geld lange verloren zu sein. Die Rückkehr zu Gold wurde selbst in den Kreisen der österreichischen Denker und Anhänger einer freien Marktwirtschaft immer weniger praktikabel, und es schien wenig anderes übrig zu bleiben, als auf den unvermeidlichen Zusammenbruch des heutigen Systems zu warten, dem wir wohl mehrmals nur knapp entkommen sind.¹ Auch im intellektuellen Bereich war der Kampf scheinbar vorbei, sowohl aus akademischer Sicht als auch aufgrund der scheinbar allgemeinen Akzeptanz. Mit sehr wenigen Ausnahmen, wie im Falle von Friedrich Hayek, waren die bekanntesten und öffentlich anerkanntesten Ökonomen, Anhänger des keynesianischen Geldkonzeptes. Diese befürworteten den monetären Nationalismus² und die Einführung von Papiergeld als gesetzliches Zahlungsmittel um sowohl eine kosteneffiziente Alternative zu Gold, als auch ein Instrument zur staatlichen Finanzierung und “Feinabstimmung” der nationalen Wirtschaft zu bieten.

Zu genau der Zeit, zu der die öffentlichen und akademischen Kämpfe um gesundes Geld für verloren erklärt werden konnten, hat der Aufstieg neuer Technologien widerum auch neue Horizonte eröffnet, und die Suche nach einer digitalen Währungsalternative begann. Eine kleine nicht organisierte Gruppe, die sich hauptsächlich aus einzelnen Informatikern und Kryptographen zusammensetzte, die Cypherpunks genannt wurden, begann, sich mit den neuen Möglichkeiten zu befassen, die Computernetzwerke und Kryptographie zur Befreiung der Menschen beitragen könnten. Dies beinhaltete auch die Bemühungen ein offenes, digitales Geld zu schaffen. Mit den Pionierleistungen von David Chaum (DigiCash) im Bereich des digitalen Zahlungsverkehrs und mit verschiedenen späteren Forschungs- und Praxisinitiativen, insbesondere von Adam Back (HashCash), Wei Dai (b-money), Nick Szabo (BitGold) und Hal Finney (RPOW), begannen sich die Versuche zur Einführung von digitalem Geld zu intensivieren. Diese Bemühungen konnten, auch wenn es sich um Projekte mit grossartigen Leistungen handelte, weder ein funktionierendes System liefern, noch eine ausreichende Traktion erreichen, um erhebliche Auswirkungen auf die Währungspolitik zu haben.

Der Beginn von Bitcoin gegen Ende 2008 kann wohl als der wichtigste Wendepunkt in der Währungspolitik seit 1971 bezeichnet werden, als der Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems eintrat und uns zu dem nahezu unkündbaren Papiergeld-Standard von heute führte. Obwohl nicht unmittelbar, begann sich das Wachstum von Bitcoin als neue Geldform allmählich zu beschleunigen. Heute, etwa zehn Jahre nach seiner Entstehung, macht es regelmäßig Schlagzeilen und hat sogar zu Diskussionen im US-Kongress geführt. Der wilde Erfolg von Bitcoin lenkte folglich viel Aufmerksamkeit auf den Bereich der Währungsökonomie und entfachte den verlorenen Kampf um gesundes und solides Geld neu.

Zunächst erhielt Bitcoin nur unbedeutende Aufmerksamkeit und skeptische Reaktionen von beiden Seiten, die es für nicht mehr als eine Blase oder einen vorübergehenden Trend hielten. Im Laufe der Zeit und mit zunehmendem Wachstum von Bitcoin über die Jahre hinweg, begann er jedoch eine gewisse Aufmerksamkeit zu erhalten und seine intellektuellen Verbündeten und Gegner zu finden. Von allen wirtschaftswissenschaftlichen Theorien, schien das Phänomen Bitcoin nur mit der Theorie der österreichischen Schule vereinbar zu sein. Dort wird es derzeit noch immer mit großer Begeisterung zwischen seinen vielen Anhängern und Skeptikern diskutiert. Andererseits wird Bitcoin in allen anderen Wirtschaftsschulen immer noch meist als Blase, als “Marktirrationalität” oder als bald kollabierender Trend betrachtet. Die Unvereinbarkeit von Bitcoin als Geld, das nicht von der Regierung abgesichert wird, mit ihren Wirtschaftstheorien im Allgemeinen und ihren Ideen zur Geldwirtschaft im Besonderen, hat sie blind gemacht für die bloße Möglichkeit, dass ein neues Geld wie Bitcoin überhaupt erst entstehen könnte. Trotz der eher geringen (aber wachsenden) Unterstützung und des starken Widerstands der akademischen Kreise hat sich Bitcoin kontinuierlich weiterentwickelt und seinen monetären Status etabliert. Er ist heute sogar wirtschaftlich bedeutender als viele nationale Währungen.³

Die Marktkapitalisierung von Bitcoin im Vergleich zu anderen nationalen Währungen und Edelmetallen. Quelle: https://cryptovoices.com/basemoney

An dieser Stelle ist deutlich geworden, dass Bitcoin nicht mehr ignoriert werden kann, sondern vielmehr gründlich untersucht und erforscht werden sollte. Es scheint, dass das Verständnis seiner Natur sowohl die Gründe für seinen Erfolg als auch eine grobe Erwartung dafür, was seine Zukunft bringt, offenbaren kann. In meinen beiden vorangegangenen Artikeln⁴ habe ich einige der Grundlagen für das Verständnis der Ökonomie des Geldes, seiner Art und Substanz aus der Sicht der österreichischen Schule skizziert. Wir begannen damit, die Natur des Geldes als das am besten verkäufliche Gut zu untersuchen, das seinen Inhabern die geringsten wirtschaftlichen Kosten für den zukünftigen Austausch auferlegt. Anschließend untersuchten wir die verschiedenen Faktoren, die die Verkäuflichkeit von Gütern und damit ihre Wahrscheinlichkeit, als Geld auf dem Markt zu erscheinen, beeinflussen.⁵ In diesem Artikel werden wir dieses Verständnis nutzen und auf den Fall Bitcoin anwenden, um diesen aus geldwirtschaftlicher Sicht zu untersuchen.

Die monetären Eigenschaften von Bitcoin

Die allgemeinen monetären Eigenschaften, die die Eignung einer Ware als Geld bestimmen, wie Teilbarkeit, Portabilität und Beständigkeit, sind in der Regel der physischen Zusammensetzung der Ware selbst eigen. Die daraus resultierenden physischen Einschränkungen haben sich im Laufe der Jahre zu einem großen Teil auf die spezifische Bedeutung des Geldes ausgewirkt. So verhinderte beispielsweise die physische Einschränkung der Unterteilung von Gold in kleine Mengen, die für geringwertige Transaktionen verwendet werden konnten, seine (physische) Verwendung in vielen Tauschgeschäften und zwang die Menschen daher, auf weniger wertvolle Metalle wie Silber und Kupfer und später auch auf Geldscheine zurückzugreifen.

Die Entstehung von Bitcoin als erste digitale Geldform erlaubte es uns, diese “physischen” Grenzen des Geldes zu umgehen und sie auf die fast nicht existierenden Grenzen des digitalen Bereichs zu erweitern. Zu verstehen, wie Bitcoin uns diese Verbesserung der monetären Eigenschaften ermöglicht, erfordert ein grundlegendes Verständnis dafür, wie es funktioniert und wie Bitcoin digital abgebildet wird. Bitcoin, in seiner grundlegenden Form, ist eine Software, die das Erreichen eines Konsensus über den Besitz (die Rechte Bitcoins ausgeben zu dürfen) von Einheiten von Bitcoin automatisiert. Mit anderen Worten, Bitcoin ist eine Aufzählung von Transaktionen und die daran geknüpften/gekoppelten Bedigungen die das Recht ergeben diese (erneut) ausgeben/weiterreichen zu dürfen.

Da Bitcoin, im Gegensatz zu früheren monetären Vermögenswerten, nicht auf physischem Eigentum, sondern auf dem Konsens über die Rechte ihn auszugeben basiert, sollten wir unsere Diskussion über seine Grenzen in zwei Konsensus-Ebenen unterteilen. Die erste, die allgemein als “On-Chain”-Ebene bezeichnet wird, ist die globale Konsensus-Ebene, die wir gerade beschrieben haben, und wir können sie als die ultimative Quelle der Wahrheit für die Bestimmung des Eigentums an Bitcoin-Einheiten betrachten. Aufgrund ihrer Natur als weltweite Konsensus-Ebene, die für alle ihre Teilnehmer verbindlich ist, ist sie relativ starr und restriktiv. Damit bietet sie uns einen etwas moderaten Grad an Verbesserung in Bezug auf die monetären Eigenschaften. So ist beispielsweise die Teilbarkeit von Bitcoin hier auf ein einziges “Satoshi” beschränkt, was einem Hundertmillionstel eines Bitcoins entspricht. Der Prozess der Teilung selbst erfordert eine Transaktion der zugehörigen Einheiten, d.h. sie müssen für ihre Aufteilung tatsächlich “ausgegeben” werden. Wir können jedoch feststellen, dass es trotz der Einheitsgrößenbegrenzung möglich ist, sie bei Bedarf durch eine Änderung des globalen Konsensmechanismus zu verändern. Solche Veränderungen, obwohl extrem schwierig und aufwendig in der Durchführung, sind dennoch machbar und bringen uns ein gewisses Maß an Verbesserung des Anlagegutes selbst, wenn sich im Laufe der Zeit neue Bedürfnisse ergeben sollten.⁶ Die Fähigkeit, diese technischen monetären Eigenschaften des Vermögenswertes zu ändern, ist eine beispiellose Fähigkeit, die Bitcoin eingeführt hat, und gibt ihm allein dadurch schon einen erheblichen Vorteil gegenüber seinen Vorgängern.

Die zweite, die so genannte “Off-Chain”-Schicht, nutzt die Natur von Bitcoin sowohl als konsensorientiertes Digital Asset als auch als programmierbare Software, die es kooperierenden Individuen ermöglicht, eine “Unterkapselung” des Konsenses von Bitcoin zu erstellen und innerhalb dieser Unterkapselung mit verschiedenen Mechanismen zu handeln. Betrachtet man die Portabilität von Bitcoin als Beispiel, so ist es zwar unbestreitbar billig und leicht es zwischen den physischen Standorten zu bewegen, aber die Übertragung des tatsächlichen Eigentums (Änderung der Ausgabebedingungen) von Bitcoin auf die On-Chain-Schicht ist etwas eingeschränkt und ermöglicht etwa 600.000 finale Abrechnungen (Eigentumsübertragungen bzw. Transaktionen) pro Tag. Da jedoch in der Regel Transaktionen immer zwischen kooperierenden Instanzen getätigt werden, ermöglicht es die Off-Chain-Ebene hier, verschiedene effizientere Konstrukte zur Konsensbildung zwischen diesen beiden Parteien zu nutzen. Dadurch ermöglicht es ihnen, die Transaktionskapazität bis an die nahezu unbegrenzten Grenzen der physischen Bewegung elektronischer Daten zu skalieren. Es gibt viele Optionen für solche Konzepte, von denen viele derzeit in Forschung und Entwicklung sind, wobei jedes von ihnen sehr unterschiedliche Kompromisse für die ausführenden Parteien bietet. Prominente Beispiele sind das “Lightning Network”⁷, das vertrauenswürdige und sofortige Transaktionen mit meist einigen Liquiditätsbeschränkungen anbietet, und “Sidechains”, wie “Liquid”, die Vorteile wie Hochgeschwindigkeits- und vertrauliche Transaktionen bieten, sowie die Ausgabe von Vermögenswerten mit dem Kompromiss, das Vertrauen in eine Gruppe von vertrauenswürdigen Einheiten einzubringen, die die Konsens-Subgruppe für ihre Kunden verwalten.

Zum Abschluss der Analyse der monetären Attribute von Bitcoin sehen wir, wie der Übergang des monetären Vermögenswertes vom physischen in den digitalen Bereich uns nicht nur beispiellose Verbesserungen ermöglicht, sondern auch ein hohes Maß an Flexibilität bei den monetären Eigenschaften des Vermögenswertes garantiert. Daher können wir hier zu dem Ergebnis kommen, dass Bitcoin aus der Sicht seiner “inhärenten” Eigenschaften allen seinen Vorgängern beispiellos überlegen ist. In diesem Zusammenhang scheint es, dass Bitcoin eine nähere Untersuchung seiner Eignung als Geld verdient. Wir werden also mit dem wahrscheinlich umstrittensten und innovativsten Aspekt von Bitcoin, seiner Herstellung und dem Zuwachs seines Angebots fortfahren.

Die Bitcoin-Produktion

Vor Bitcoin schien die Herausforderung, digitales Geld auf dem Markt zu produzieren, aus Sicht der Autoren der Geldwirtschaftswissenschaft fast unmöglich. Prof. Jörg Guido Hülsmann, ein Anhänger der österreichischen Ökonomie mit Schwerpunkt Geldwirtschaft, äußerte diesen weit verbreiteten Glauben in einem seiner Bücher. Er erklärt, dass “ein Wirtschaftsgut, das vollständig in Form von Bits und Bytes definiert ist, wahrscheinlich nie ohne weiteres auf einem freien Markt produziert werden kann”.⁸ Zufälligerweise veröffentlichte er dies im Oktober 2008, zwei Monate nach der ersten Publikation des Whitepapers von Bitcoin und etwa drei Monate vor dem Entstehen der ersten Bitcoins.

Die Erfindung von Bitcoin erforderte in der Tat eine Lösung für ein bisher ungelöstes Problem: Die Fähigkeit digitale Knappheit mit kontrollierbarem Angebot zu erzeugen (Lösung des “Doppelausgabenproblems”), ohne von einer Einheit abhängig zu sein der man vertrauen muss. Der Schöpfer von Bitcoin löste dies, indem er den Mechanismus einführte, der heute allgemein als “Nakamoto-Konsens” bezeichnet wird⁹, und die Lösung für das diskutierte Problem darstellt. Die Grundidee ist ein offener Wettbewerb zwischen Rechnern, um eine Lösung für eine mathematische Aufgabe zu finden. Diese Aufgabe ähnelt einer zufälligen Lotterie in dem Sinne, dass der einzig bekannte Weg, eine Lösung zu finden, durch zufälliges Raten ist, und die Chance, eine Lösung zu entdecken, bleibt für jeden Rateversuch gleich. Dieser Prozess erfordert einen Aufwand an Rechenleistung, der meist nur durch die Verfügbarkeit von Energie für die Rechenmaschinen begrenzt ist. Adam Back hat 1997 erstmals einen ähnlichen Prozess als Teil des HashCash-Systems vorgeschlagen. Bitcoin funktioniert ähnlich wie der vorgeschlagene Mechanismus, aber ein kritischer Punkt, an dem Bitcoin gegenüber diesem Vorschlag weiterentwickelt wurde, ist die Möglichkeit, einen strengen Zeitplan für die Produktion neuer Einheiten festzulegen. Bitcoin erreicht dies durch die Verwendung eines Peer-to-Peer-Konsensus-Netzwerks (das wir oben besprochen haben) zur Durchsetzung und Validierung der monetären Regeln und des Zeitplans sowie durch eine automatische periodische Anpassung an die für die Produktion neuer Einheiten erforderliche Rechenarbeit, die die Schwierigkeit der Aufgaben und damit die Geschwindigkeit der Produktion entsprechend dem Zeitplan anpasst.

Im Gegensatz zu früheren monetären Vermögenswerten wie Gold, Silber und Muscheln, die sich bei ihrer Produktion auf besondere physische Einschränkungen und Knappheit beriefen, und auch im Gegensatz zum derzeitigen Fiat-Papiergeldsystem, das sich bei der Geldproduktion auf einen vertrauenswürdigen Emittenten (die Zentralbank) stützt, setzt Bitcoin bei seiner Produktion auf ein rein mathematisches System. Diese Charakteristik ermöglicht eine objektive und universelle Methode zur Überprüfung der Gültigkeit einer Bitcoin-Einheit und ermöglicht einen fairen und offenen Wettbewerb bei der Herstellung. Es steht jedem frei, an diesem Wettbewerb teilzunehmen (und die Teilnahme wieder zu beenden), indem er Rechenleistung aufwendet und eine wahrscheinlichkeitsbezogene Chance hat, Bitcoin direkt proportional zu der von ihm aufgewendeten Rechenleistung zu produzieren.

Geldproduktion und externe Faktoren

In der Vergangenheit war die Herstellung der Geldsubstanz immer kostspielig, sowohl aus direkter als auch aus indirekter Sicht. Rinder zum Beispiel, die in vielen nomadischen Gesellschaften als Geld verwendet wurden, waren teuer in der Zucht (“Produktion”) und führten zu einigen völlig unerwarteten externen Faktoren, vor allem aufgrund des großen Bedarfs an Weideland, das für deren Anbau benötigt wurde.¹⁰ Gold, als ein weiteres Beispiel, ist auch sehr kostspielig in der Herstellung, da man bei dessen Gewinnung viele Tonnen Erde aussieben muss, nur um eine kleine Menge davon zu erhalten. Auch seine Externalitäten sind recht unangenehm, da die militärische Ergreifung von Goldminen und die damit verbundene gefährliche und manchmal Zwangsarbeit uns vor vielfältige wirtschaftliche und ethische Probleme stellen.

Marco Polo war wahrscheinlich der erste, der das scheinbar beeindruckende Konzept des Papiergeldes, das er in China beobachtete, in die westliche Welt brachte.¹¹ Seit er diese Entdeckung machte, wächst der Appetit von Herrschern, Bankiers und Intellektuellen auf leichtes (kostengünstig reproduzierbares) Geld kontinuierlich. Das erste europäische Experiment mit einfachem Papiergeld fand statt, als 1661 die schwedische Zentralbank Stockholms “Banco” mit der Ausgabe von Banknoten begann. Diese Praktik führte dann nur drei Jahre später zum Konkurs der Bank, aber dieser Misserfolg scheint den Wunsch nach mehr solchen Experimenten seitens der Regierenden und Bankiers nur verstärkt zu haben. Was die Intellektuellen betrifft, so war der Wunsch, die Geldproduktion “effizienter” zu gestalten, von Anfang an im Bereich der politischen Ökonomie erkennbar. Die Idee findet in der Tat Unterstützung bei frühen Ökonomen wie Adam Smith und John Law, die die Verwendung von Edelmetallen als einen ineffizienten Prozess betrachteten.¹² Sie und viele andere Ökonomen, insbesondere aus unserer heutigen Zeit, versuchten, die Geldproduktion billiger und damit effizienter zu machen, indem sie ihre Substanz durch so billige Alternativen wie Papier ersetzten. Sie glaubten, dass ein solches alternatives Währungssystem genauso gut funktionieren könnte wie das von Edelmetallen, nur mit einem Bruchteil der Produktionskosten. Diese Differenz zwischen den Produktionskosten und dem “Nennwert” des Geldes ist das, was wir als “leichtes” Geld bezeichnen können, welches wir von “hartem” Geld unterscheiden sollten. Aus dieser oberflächlichen Sicht besteht der Unterschied darin, dass einfaches Geld scheinbar unbedeutende Kosten für seine Produktion verursacht, während hartes Geld teuer in der Herstellung ist.

Das Problem mit dem leichten Geld und der Grund, warum solche gedanklichen Unterstützer wie David Ricardo gegen seine Umsetzung waren¹³, sind seine Externalitäten, die versteckten Kosten und Risiken, die damit verbunden sind. Es ist allgemein bekannt und akzeptiert, dass ein wirklich leichtes Geld auf dem freien Markt nie entstehen könnte. Denn für jede Ware sind die Marktteilnehmer bereit, ihre Produktion und ihre Kosten so weit zu erhöhen, bis nicht mehr rentabel ist. Das bedeutet, dass, wenn wir versuchen würden, ein unsolides Geldsystem auf dem freien Markt zu installieren, die Marktteilnehmer damit beginnen würden, es in solchen Mengen zu produzieren, dass der Wert jeder Geldeinheit ungefähr den Produktionskosten entspricht, wodurch die beabsichtigte “Effizienz” des unbedeutenden Geldes aufgehoben würde. So erforderten alle Versuche, ein “leichtes” Geldsystem einzuführen, den Staat, ein Monopolprivileg über die Geldproduktion an eine bestimmte Einheit, die allgemein als Zentralbank bekannt ist, zu übertragen. Da die Marktteilnehmer rechtlich an der Teilnahme an der Geldproduktion gehindert wurden, glaubten die Anhänger des leichten Geldes, die Kosten der Geldproduktion erfolgreich auf die reinen Druckkosten von Papiergeldern reduzieren zu können.

Dieser fast zwanghafte Blick auf die direkten und gut sichtbaren Kosten für die Geldproduktion hat diese Ökonomen jedoch gegenüber den vielen nicht ersichtlichen Kosten, die das einfache Geld verursacht, geblendet. Die erste, und die wahrscheinlich offensichtlichste Sorge, die von Ricardo geäußert wurde, war das Risiko für den Missbrauch des Systems. Von den vielen Hyperinflationsszenarien bis hin zu den weniger auffälligen moralischen Gefahren¹⁴, brachte die Falle des leichten Geldes verschiedene Risiken mit sich und wurde von denjenigen, die dazu in der Lage waren, oft missbraucht. Allein schon diese Problematik sollte die Falle des leichten Geldes deutlich machen. Es gewinnt an geringer Effizienz bei gleichzeitiger Einführung tödlicher Risiken und vieler Punkte des moralischen Fehlverhaltens. Es gibt jedoch noch zwei weitere Aspekte, bei denen der Trugschluss von billigem Geld aufgedeckt wird.

Der zweite Aspekt, den wir betrachten dürfen, sind die tatsächlichen Kosten für den Betrieb eines solchen Systems. Bei den großen Bürokratien, die für alle öffentlichen Institutionen typisch sind, und bei Hunderttausenden von Mitarbeitern der Zentralbank ist es höchst umstritten, dass das vermeintlich “billige” und effiziente Papiergeldsystem von heute wirklich effizienter ist als hartes Geld.¹⁵ Neben dieser Betrachtung sollten wir auch feststellen, dass die Produktion von Gold für monetäre Zwecke noch weitgehend anhält. Daher kommen diese zusätzlichen Kosten des Billiggeldsystems meist zusätzlich zu den Kosten des vorherigen Hartgeldsystems hinzu. Das Problem wird noch schlimmer, wenn wir die wichtige Tatsache verstehen, dass die Vorschriften die Marktteilnehmer zwar von der direkten Geldproduktion per se ausschließen, diese aber immer noch so viele Ressourcen verbrauchen werden, wie für die Prognose und Beeinflussung der Politik der Zentralbanken noch rentabel sind. Die Anhänger von leichtem Geld haben offensichtlich die Bereitschaft der Marktteilnehmer, das Beste aus der Geldproduktion zu machen, nicht berücksichtigt, und die Arbeitsplätze vieler Analysten, Wirtschaftsforscher und Lobbyisten sind das Ergebnis dieser indirekten Ineffizienz von leichtem Geld.

Das dritte und kritischste Problem, das leichtes Geld verursacht, ist die Manipulation des Marktprozesses. Der Markt nutzt Geld als Instrument der Ressourcenallokation, wobei die Geldhalter den Markt nach ihren Bedürfnissen und Anforderungen steuern. Bei der Verwendung von leichtem Geld hat der Produzent (die Zentralbank) jedoch die Möglichkeit, die Zuteilung der Ressourcen überproportional zu beeinflussen. Tatsächlich können wir sagen, dass sie praktisch die Kontrolle über den Markt übernimmt, da sie billig Geld für sich selbst schaffen kann, um Ressourcen nach Belieben zu lenken. So verschiebt sich in einer einfachen Geldwirtschaft die Macht zur Zuteilung von Ressourcen vom Markt zu denen, die die Zentralbank kontrollieren. Diese Marktverzerrung verlagert die gesamte Wirtschaft allmählich in eine indirekte zentrale Planung. Zusammen mit den moralischen Risiken der Billiggeldproduktion beschleunigt sich dieser Prozess noch weiter, mit den daraus resultierenden destruktiven Folgen der wirtschaftlichen Zentralplanung, getarnt unter dem Deckmantel eines Marktphänomens.

Leichtes Geld senkt, wie wir sehen, weder die Kosten der Geldproduktion, noch macht es sie in irgendeinem anderen Sinne effizienter. Die einzige Funktion, die sie erfüllt, besteht darin, die direkt sichtbaren Kosten der Geldproduktion zu senken und gleichzeitig die versteckten, nicht offensichtlichen überproportional zu erhöhen. Aus dieser Analyse können wir zwei wesentliche Schlussfolgerungen ziehen. Die erste und offensichtlichste ist, dass einfaches Geld nicht nur ineffizient ist, sondern aufgrund seiner Risiken und Externalitäten sogar destruktiv sein kann. Zweitens können wir hier feststellen, dass wir danach streben sollten, dass der Prozess der Geldproduktion offensichtlich und transparent ist, um solche Risiken und unerwartete externe Effekte zu minimieren.

Wenn man sich Bitcoin ansieht, ist eines seiner bemerkenswerten Merkmale der Produktionsprozess. Der bedeutendste und kostspieligste Teil der Bitcoin-Produktion, wie vorstehend erläutert, ist der Prozess der Umwandlung von Energie in Strom und deren Umwandlung in Rechenleistung. Während alle Arten der Produktion den Einsatz von Energie erfordern, erfordern die meisten anderen Prozesse deren Anwendung in sehr indirekten Verfahren und vor allem an sehr spezifischen Standorten. Die Produktion von Gold zum Beispiel erfordert sowohl umfangreiche menschliche Arbeit als auch viele komplizierte Maschinen, aber noch wichtiger ist, dass die Bergleute sie an bestimmten Stellen (Goldminen) einsetzen müssen. So bringt Gold nicht nur viele Komplikationen in seinem Produktionsprozess mit sich, sondern beschränkt auch die Fähigkeit der Menschen, es an bestimmten Orten zu produzieren. Die Herstellung von Bitcoin hingegen ermöglicht es jedem, überall auf der Welt¹⁶, wo es eine ungenutzte Energiequelle gibt, diese zur Herstellung von Bitcoin zu nutzen. Dieser einzigartige Herstellungsprozess von Bitcoin hat drei wesentliche Vorteile, auf die wir hier eingehen werden.

Erstens macht er den Wettbewerb um die Geldproduktion fairer und offener denn je, indem er viele räumliche Beschränkungen beseitigt und einen wirklich effizienten Prozess im Marktwettbewerbs ermöglicht. Zweitens, indem Bitcoin den Produktionsprozess so einfach und unkompliziert macht, reduziert er die versteckten Kosten und Externalitäten, die mit dem Prozess der Geldproduktion verbunden sind. Diese Reduzierung der externen Faktoren macht das System insgesamt wesentlich robuster und ermöglicht es uns, seine Auswirkungen besser zu verstehen. Drittens ermöglicht die Herstellung von Bitcoin durch die Beseitigung räumlicher Beschränkungen die Nutzung von Energiequellen, die bisher aufgrund solcher räumlichen Gegebenheiten nicht nutzbar waren. Der rücksichtslose Wettbewerb in der Bitcoin-Produktion zwingt seine Produzenten (oft als Miner bezeichnet), ihre Kosten zu minimieren, um effizienter als ihre Konkurrenten zu sein. Dieser Wettbewerb erfordert, dass sie ständig nach dem effizientesten Energieerzeugungsprozess suchen, der ihre Folgekosten minimiert, und es scheint sowohl theoretisch als auch in der Praxis der Fall zu sein, dass diese effizienteste Quelle in erneuerbaren Energien zu finden ist. Die natürlich verfügbare Energie aus diesen Quellen, wie Sonnenlicht, Wasser, Wind und vielen anderen, ist viel billiger als traditionelle Quellen, da sie sowohl reichlich vorhanden als auch weitgehend ungenutzt ist. Während die Transportkosten für diese Energie ihre Funktionsfähigkeit für viele tägliche Zwecke einschränken, gibt es bei der Herstellung von Bitcoin keine solchen räumlichen Einschränkungen. So fördert die Produktion von Bitcoin die gewinnbringende Finanzierung und Entwicklung erneuerbarer Energien und fördert den Fortschritt im Bereich der Stromerzeugung.¹⁷ Es ist daher nicht verwunderlich, dass der größte Teil der für die Bitcoin-Produktion verwendeten Energie aus erneuerbaren Energien stammt¹⁸, was die Bitcoin-Produktion wohl zu einem der saubersten Sektoren der Wirtschaft macht.

Wir können hier zusammenfassen, dass, wie aus den oben genannten Gründen, die Produktion von Bitcoin der wünschenswerteste Prozess für die Geldproduktion zu sein scheint, den wir haben können. Die Tatsache, dass es sich um hartes Geld handelt, kombiniert mit einem einfachen und transparenten Produktionsprozess, offenem und direktem Wettbewerb und scheinbar positiven externen Faktoren, macht es gegenüber allen seinen Vorgängern weitgehend überlegen. Die zweite wichtige Überlegung, die typischerweise mit dem Produktionsprozess des Geldes verbunden ist, ist die Frage seiner Zufuhr und ist unser nächster Diskussionspunkt.

Das Angebotswachstum von Bitcoin

Die Beschaffenheit von Bitcoin als softwarebasierter Vermögenswert bedeutet, dass sein Angebot, im Gegensatz zu dem früherer natürlicher Gelder¹⁹, unter der ultimativen Kontrolle seiner Nutzer steht. Die Geldmenge ist in der Tat ein kritischer Teil seiner Konsensregeln und ist auf 21 Millionen Bitcoin-Einheiten begrenzt. Dies wird gewöhnlich als “Geldpolitik” von Bitcoin bezeichnet und wird durch die wirtschaftliche Aktivität jedes Teilnehmers des Bitcoin-Netzwerks durchgesetzt. Der dezentrale Charakter von Bitcoin als Peer-to-Peer-Netzwerk bedeutet, dass es keine zentrale Stelle gibt, die befugt ist, die Geldpolitik von Bitcoin zu bestimmen. Während es also theoretisch möglich ist, diese Politik zu ändern, scheint eine solche Änderung in der Praxis nicht wahrscheinlich oder sogar möglich zu sein, daher wird sie in diesem Artikel nicht berücksichtigt.

Diese Richtlinie von Bitcoin steht in scharfem Gegensatz zu den vorherrschenden Richtlinien der Zentralbanken von heute. Diese Institutionen haben von Anfang an eine Politik der ständigen Ausweitung der Geldmenge verfolgt. Diese expansiven Strategien sind in der Regel als notwendig für das “Gemeinwohl” gerechtfertigt, da sie es der Regierung und ihren “hochqualifizierten” Ökonomen ermöglichen sollen, das Wirtschaftswachstum zu fördern, die Arbeitslosigkeit zu verringern und den Konjunkturzyklus zu bekämpfen. Eine Aufgabe, an der sie in den letzten hundert Jahren ziemlich kläglich gescheitert sind, während sich diese Probleme nur noch verschärft zu haben scheinen.²⁰ In den gegenwärtigen Diskussionen wird die Geldpolitik von Bitcoin in den Augen der meisten als ziemlich radikal angesehen. Viele Kritiker von Bitcoin haben behauptet, dass das Fehlen einer “elastischen” Geldpolitik, d.h. einer Politik, die an die angeblichen Bedürfnisse der auftretenden Umstände angepasst werden kann, Bitcoin daran hindert, jemals eine bedeutsame Akzeptanz zu erreichen.

Die Vorstellung von einem Bedarf oder gar einer Notwendigkeit einer elastischen Politik hat jedoch erst in den letzten hundert Jahren spürbare Unterstützung gefunden. Es ist also eine relativ neue im Vergleich zu den Tausenden oder wohl Zehntausenden von Jahren, in denen Geld existierte.²¹ Darüber hinaus hat das moderne Experiment mit einer elastischen Geldpolitik, das von den Zentralbanken verordnet und verwaltet wird, bei genauerer Betrachtung keine Ziele erreicht, die es sich selbst gesetzt hat.²² Die Liste der gebrochenen Versprechen unserer Zentralbanker umfasst die Unfähigkeit, den Konjunkturzyklus zu zähmen, die Nichteinhaltung konstant niedriger Arbeitslosenquoten und das völlige Versagen, den Wert des Geldes und das allgemeine Preisniveau zu erhalten.²³

Kaufkraft des US-Dollar (1913–2013). In diesem Zeitraum verlor der USD mindestens 95% seiner Kaufkraft.

Die Argumente für eine elastische Geldpolitik, die heute von vielen als selbstverständliche Notwendigkeit des Geldes angesehen wird, sind angesichts ihrer tatsächlichen Verdienste und Ergebnisse recht unbefriedigend. Dies gilt ganz unabhängig von den völlig unbestreitbaren Misserfolgen vor diesem modernen Versuch.²⁴ Darüber hinaus wird diese Behauptung noch schwächer, wenn man die mehr als 50 wirtschaftlichen Zusammenbrüche berücksichtigt, die durch Hyperinflation allein im letzten Jahrhundert verursacht wurden und die nicht ohne das Vorhandensein einer elastischen Geldpolitik hätten eintreten können.²⁵ ²⁶

Eine vollständige Kritik der nagativen Auswirkungen der modernen Zentralbank und der Fehler, auf denen ihre Theorien beruhen, ist für diesen Artikel nicht möglich. Der interessierte Leser findet Hinweise auf solche Werke in den Fußnoten.²⁷ Für unsere gegenwärtigen Überlegungen werden wir uns auf die wichtigsten Argumente konzentrieren, warum eine elastische Geldpolitik unerwünscht ist und warum das begrenzte Angebot von Bitcoin zu seinem Vorteil gegenüber seinen Vorgängern dient. Beginnen wir damit, zunächst die Idee eines “Bedarfs” an einer elastischen Geldpolitik zu untersuchen. Wie bereits erwähnt, scheint es angesichts seiner empirischen Misserfolge und des beeindruckenden Erfolgs des Goldstandards, der während der Belle Époque herrschte und mit der Gründung des Federal Reserve System endete, keine empirischen Gründe für eine tatsächliche “Notwendigkeit” einer elastischen Geldpolitik zu geben. Trotz des Mangels an Beweisen für eine solche Notwendigkeit kann man jedoch immer noch argumentieren, dass eine solche Politik generell wünschenswert wäre. Daher werden wir nun auch auf diese Frage näher eingehen.

Mit unserer vorherigen Diskussion über das leichte Geld, das im Prinzip Geld mit einer solchen elastischen Geldpolitik ist, haben wir bereits einige seiner Schwächen artikuliert. Dazu gehören schwerwiegende moralische Risiken und das potenzielle Risiko von Missbrauch und Zerstörung des Systems. Wir werden nun diese genannten Themen überspringen und uns auf ein zusätzliches, allgemeineres Argument gegen diese Art von Politik konzentrieren, das sich mit den epistemischen Fehlern einer solchen zentralen Planung des Geld- und Kreditangebots befasst.²⁸

Nehmen wir an, die Verantwortlichen der Geldpolitik haben es geschafft, allen Versuchungen des Missbrauchs zu widerstehen und tun ihr Bestes, um der Wirtschaft zu helfen. Ihnen stehen unter Umständen unüberwindliche Datenmengen und Informationen über vermeintlich relevante Kennzahlen zur Verfügung. Ihre Aufgabe ist es dann, all dieses Wissen und all diese Erkenntnisse zur Preisanpassung zu nutzen, um die Menschen dazu zu bringen, wirtschaftliche Entscheidungen nach dem zu treffen, was sie (die zentralen Planer) für die Wirtschaft am positivsten halten. Mit anderen Worten, sie nutzen ihren Einfluss auf die Geld- und Kreditversorgung in der Wirtschaft, um Verhaltensweisen wie Preise und Arbeitslosenzahlen zu regulieren. Die Aufgabe dieser zentralen Planer besteht dann darin, den Einfluss einer möglichen Geldpolitik auf die Parameter, die sie anpassen möchte (VPI, Arbeitslosigkeit usw.), vorherzusagen und die “optimalste” ihrer Option zu verfolgen.

Das bedeutet jedoch, dass sie nicht nur die Folgen ihrer Handlungen vorhersagen müssen, sondern auch alle Reaktionen darauf und damit auch alle weiteren Reaktionen auf diese Folgen. Alle Versuche, die bestmögliche Geldpolitik vorherzusagen und zu modellieren, selbst unter der Annahme, dass es eine solche gibt, werden an der Natur der Wirtschaft selbst scheitern, die ein Komplex von Individuen ist, die bei dem Versuch, sich selbst zu versorgen, handeln und vor allem reagieren. Die Handlungen und Reaktionen des Menschen sind an sich meist unvorhersehbar, aber der Versuch, die Auswirkungen solcher Reaktionen auf Veränderungen vorherzusagen, und die daraus resultierenden Reaktionen auf die durch diese früheren Reaktionen verursachten Veränderungen, müsste eigentlich als lächerlich angesehen werden.²⁹

Die Unfähigkeit der Zentralbanker, Vorhersagen über die Konjunktur zu machen, wird noch deutlicher, wenn wir die Grenzen der Daten berücksichtigen, die sie verarbeiten können. Im Bereich der gesellschaftlichen Phänomene im Allgemeinen und der ökonomischen Phänomene im Speziellen ist das Ergebnis in hohem Maße von allen menschlichen Handlungen abhängig, die an ihrer Entstehung beteiligt sind. Obwohl wir wissen, wie man bestimmte Parameter mit hoher Präzision misst, sind wir nicht in der Lage, viele andere Fakten zu messen, die für das wirtschaftliche Handeln des Einzelnen relevant sind. Der Nobelpreisträger Hayek erklärte diese Einschränkung des Wissens am Beispiel von Preisen und Löhnen und sagte: “Bei der Bestimmung der Preise und Löhne werden die Effekte bestimmter Informationen, die jeder der einzelne Teilnehmer am Marktprozess besitzt, berücksichtigt — eine Summe von Fakten, die in ihrer Gesamtheit dem wissenschaftlichen Beobachter oder irgendeinem anderen einzelnen Gehirn nicht bekannt sind.”³⁰ Dieser fehlende Zugang zu so vielen wichtigen Erkenntnissen, veranlasste die meisten Ökonomen ihre Bedeutung völlig zu ignorieren, wieder in Hayeks Worten: “Sie (Ökonomen) gehen daraufhin gerne von der Fiktion aus, dass die Faktoren, die sie messen können, die einzigen sind, die relevant sind.” ³¹ Die Zentralbanker beginnen, wie wir sehen, ihre Aufgabe notwendigerweise mit einem sehr unvollständigen Bild von Vergangenheit und Gegenwart. So sind ihre Bemühungen zur Vorhersage wirtschaftlicher Ergebnisse von Anfang an zum Scheitern verurteilt, denn selbst wenn sie über geeignete Methoden verfügten, um Vorhersagen aus Daten abzuleiten, ist es ihnen unmöglich, alle Daten zu berücksichtigen, die menschliches Handeln beeinflussen, und wie wir gesehen haben, kann jede einzelne Aktion möglicherweise einen störenden Einfluss auf den gesamten Prozess haben.

Die einzige Vorhersage, die ich mit Zuversicht machen kann, ist, dass die Zentralbanker, während sie sich weiterhin in die Geldmenge und das Kreditangebot einmischen, weiterhin unerwartetes Verhalten produzieren werden, und sich als Folge davon mit ihren Bemühungen Vorherzusagen zu treffen, miserabel täuschen werden — Bitcoin ist eine finanzielle Wette auf genau diese Vorhersage. Solange die Geldpolitik elastisch ist, ist garantiert, dass wir unter solchen Erkenntnis- und Prognosefehlern leiden werden, und es wird unweigerlich zu Wirtschaftskrisen kommen. Die Wirtschaft ist ein voneinander abhängiges System, und jede künstliche Intervention wird zu unerwarteten Nebenwirkungen führen, deren Einfluss durch weitere Interventionen weiter verschärft wird. Seit mehr als hundert Jahren versuchen Ökonomen, die Geldmenge zu planen, und mit jeder Intervention kam es zu einer weiteren Krise. Es ist dann vielleicht Zeit, der Wahrheit endlich ins Auge zu blicken, zuzugeben, dass die Wirtschaft zu kompliziert ist, als dass ein zentraler Planer diese vorhersagen könnte, und den Einzelnen seine eigenen Entscheidungen treffen zu lassen, um sich von seinem Handeln ein vollständiges Bild machen zu können.³²

Wir haben inzwischen die Bedenken bezüglich der unelastischen Geldpolitik von Bitcoin ausgeräumt und bewiesen, dass sie einer elastischen Politik überlegen ist. Man könnte jedoch argumentieren, dass ein statischer Inflationsplan, z.B. von 2% pro Jahr, immer noch eine brauchbare Option anstelle eines gekappten Limits sein könnte.³³ Während es wahrscheinlich wahr ist, dass Bitcoin auch ohne eine streng begrenzte Gesamtmenge gut funktionieren könnte, scheint eine solche Inflation unerwünscht und sogar schädlich zu sein. Die monetäre Inflation ist zwar nicht unbedingt schädlich an sich, hat aber höchst nichtlineare und komplexe Auswirkungen mit einem Einfluss auf das, was wir, wie wir gesehen haben, nicht vollständig vorhersagen können. Der Drang einiger, an einem so komplexen System zu basteln, das sie nicht verstehen, oder schlimmer noch, zu verstehen glauben, ist bestenfalls nicht schädlich, kann aber leicht destruktiv werden. Außerdem scheint es, wenn wir tiefer recherchieren, überhaupt keine Rechtfertigung für eine expansive Politik zu geben.

Wenn wir die Charakteristika des Geldes und seine Entstehung auf dem Markt verstehen, scheint eine solche Inflation sehr unerwünscht zu sein. Geld entsteht auf der Grundlage seiner Fähigkeit, die Kosten des Austauschs zu senken, und ein wichtiger Faktor dafür ist seine Fähigkeit, seinen Wert über die Zeit zu erhalten. Es ist bekannt, dass eine Erhöhung der Geldmenge den Wert jeder Einheit (seine Kaufkraft) verwässert und somit höhere Kosten für dessen Verwendung bei späteren Transaktionen verursacht. Eine Inflationspolitik könnte also die Akzeptanz von Bitcoin behindern, indem sie ihn weniger nützlich für den Handel macht und uns keinen Nutzen bringt.³⁴ Vielmehr könnte eine Inflationspolitik die Genauigkeit der wirtschaftlichen Berechnungen verringern und auch das Sparen von Bargeld reduzieren und das Ausgeben fördern, was wir bereits in einem früheren Artikel als unerwünscht erwiesen haben.

In diesem Teil haben wir uns mit den Grundlagen des Produktionsprozesses von Bitcoin und seiner Geldpolitik beschäftigt. Wir diskutierten die Idee der Geldproduktion und ihre Externalitäten und wie Bitcoin als hartes Geld im Vergleich den vorteilhaftesten Produktionsprozess überhaupt hat. Wir untersuchten die Falle des leichten Geldes, genauer gesagt, die einer elastischen Geldpolitik, und zeigten, wie es Bitcoin gelang, solche Probleme zu vermeiden. Schließlich haben wir auch gesehen, wie die eigentliche harte Geldpolitik, die als Grundsatz von Bitcoin genommen wird, einem endlichen, begrenzten Angebot, zu seinem Vorteil dient und echte wirtschaftliche Anreize für das Sparen und die Vermögensbildung fördert und gleichzeitig als zuverlässiger Maßstab für wirtschaftliche Berechnungen dient.

Bisher haben wir die “inhärenten” Eigenschaften von Bitcoin untersucht und sind zu sehr positiven Ergebnissen gekommen. Wir werden weiterhin genauer auf den monetären Aspekt von Bitcoin eingehen, indem wir die externen Faktoren untersuchen, die die Substanz des Geldes beeinflussen, und wie Bitcoin mit ihnen umgeht.

Bitcoin und das Gesetz

In einem früheren Artikel haben wir drei wichtige externe Faktoren herausgegriffen, die die Einführung einer monetären Substanz beeinflussen: Gesetzgebung, gesellschaftliche Struktur und Erkenntnis generierende Überlegungen. Wir werden nun jeden dieser Faktoren untersuchen und versuchen zu verstehen, wie sie Bitcoin als Geld beeinflussen, beginnend mit dem legislativen Aspekt.

Selbst eine oberflächliche Untersuchung über das Ende der Verwendung von Edelmetallen als gemeinsamer Währungssubstanz wird uns zeigen, dass es der Einfluss der Gesetzgeber war, der zu diesem Untergang geführt hat. Mit dem anfänglichen Monopolstatus von Gold gegenüber anderen Edelmetallen in den meisten Ländern und seiner weiteren Zentralisierung unter der Kontrolle der Zentralbanken haben die Gesetzgeber die spezifische Auswahl von Metallgeld beeinflusst. Mit dieser Zentralisierung der Macht waren sie später in der Lage, Goldbestände effektiv zu beschlagnahmen (Executive Order 6102)³⁵ und verhinderten so den täglichen Gebrauch. Die letzte Verbindung zwischen unserem Geld und Gold wurde dann schließlich mit der 1971 von Präsident Nixon erlassenen Executive Order 11615 gebrochen.³⁶ Diese Order beendete den langen Übergangsprozess vom metallischen Geld zu einem nicht wieder einlösbaren Papierstandard. Dieses jüngste Beispiel zeigt uns, wie stark der Einfluss der Justizbehörden auf unsere Geldwahl sein kann, und mit dem heutigen System souveräner Währungen scheinen diese Behörden den Gedanken nicht zu mögen, von Bitcoin herausgefordert zu werden.

Obwohl die rechtlichen Herausforderungen, mit denen Bitcoin konfrontiert ist, in der Tat unglaublich hart erscheinen, ist dies genau das, wofür er entwickelt wurde. Bitcoin wurde von Anfang an mit dem Cypherpunk-Ethos von Freiheit und Unabhängigkeit unter dem Einsatz von Kryptographie zur Befreiung von Unterdrückung geschaffen. Diese Herausforderungen für Bitcoin sind also genau der Grund für seine Entstehung. Seit mehr als einem halben Jahrhundert leben wir unter einem unterdrückerischen Papiergeldwesen, und jeder Versuch, ein konkurrierendes System einzuführen, wurde unterbunden.³⁷ Dagegen wurde Bitcoin mit Blick auf all diese früheren Misserfolge entwickelt und wurde so konzipiert, dass es solche Bedrohungen überlebt. Wie sein Schöpfer erklärte:

“Viele Leute lehnen elektronische Währungen automatisch als aussichtslos ab, wegen all der Unternehmen, die seit den 90er Jahren scheiterten. Ich hoffe, es ist offensichtlich, dass es nur die Natur zentraler Steuerung dieser Systeme war, die sie zum Scheitern brachte. Ich denke, dies ist das erste Mal, dass wir ein dezentrales, nicht auf Vertrauen basierendes System ausprobieren. “³⁸

Der Herstellungs- und Instandhaltungsprozess von Bitcoin ist sehr transparent und bietet den Teilnehmern durch die Zahlung von Transaktionsgebühren finanzielle Anreize, die der tatsächlichen Nachfrage nach der Nutzung von Bitcoin entsprechen.³⁹ Der Mechanismus der Speicherung von Bitcoin mit Privat-Key-Kryptographie macht ihn robust gegen Konfiszierungen. Zusammen mit dem Bestreben, die Verifikationskosten extrem niedrig zu halten, können wir sehen, wie alle diese Designentscheidungen darauf abzielen, Bitcoin nicht nur überleben, sondern auch gedeihen zu lassen, wo immer wirtschaftliche und finanzielle Unterdrückung vorhanden ist.

Dieser “gesetzesresistente” Charakter von Bitcoin ist so stark und robust, dass ein US-Kongressabgeordneter, Patrick McHenry, sogar so weit ging, Bitcoin eine “unaufhaltsame Kraft” zu nennen. Weiter sagte er: “Wir [die Regierung] sollten nicht versuchen, diese Innovation zu verhindern; Regierungen können diese Innovation nicht aufhalten, und diejenigen, die es versucht haben, sind bereits gescheitert.” ⁴⁰ Obwohl es viele andere Gesetzgeber gibt, die diese Ansicht nicht teilen, unterstreicht diese mutige Aussage die Idee von Bitcoin und die Mission derer, die sich dahinter versammelt haben. Wir wissen vielleicht noch nicht, ob Bitcoin wirklich in der Lage sein wird, den rechtlichen Herausforderungen und dem Druck der Regierung standzuhalten, aber wenn eines klar ist, dann dass Bitcoin unsere beste Chance ist. Diese Widerstandsfähigkeit von Bitcoin ist wahrscheinlich die bedeutendste Verbesserung gegenüber früheren gesunden Geldern und macht seinen eigentlichen Vorteil aus.⁴¹

Unter der Annahme, dass die Regierungen verstehen, wie schwierig es ist Bitcoin zu stoppen, besteht die Möglichkeit, dass sie sich dafür entscheiden Bitcoin zu nutzen, da er ihnen finanzielle Anreize bietet. Obwohl sie die Verwendung von Gold als Geld aus unserem täglichen Leben verbannt haben, häufen Regierungen es immer noch massiv und in zunehmenden Mengen an. Es wird vor allem über ihre Zentralbanken akkumuliert, und zum aktuellen Zeitpunkt befinden sich etwa 17% der gesamten bereits geschürften Goldvorräte in ihrem Besitz.⁴² Wenn Bitcoin ausreichend an Bedeutung gewinnt, besteht die Chance, dass Regierungen dieses Asset als Goldalternative kaufen, es für ihre internationalen Währungsangelegenheiten monetarisieren oder als Sicherungsinstrument zur “Wertsicherung” einsetzen.⁴³ Eine weitere Möglichkeit für Staaten, den Erfolg von Bitcoin zu monetarisieren, besteht in der direkten oder indirekten Beteiligung an Mining-Aktivitäten, da sie viele der größten Quellen zur Energieerzeugung kontrollieren. Solche Mining-Aktivitäten würden sowohl den Staaten als weitere Einkommensquelle zugute kommen als auch Bitcoin, welcher die höhere Energiemenge, die in seinen Bergbau investiert wird, zur Sicherung seines Netzwerks nutzt. Während solche Handlungen durch Regierungen kurz- oder mittelfristig nicht wahrscheinlich erscheinen, bleibt die Option auf lange Sicht sehr plausibel.

Die gesellschaftliche Globalisierung und Bitcoin

Der zweite wichtige externe Faktor, den wir identifiziert haben, ist der der vorherrschenden Sozialstruktur. Hierbei herrscht heutzutage ein Trend zur Globalisierung und zur internationalen Zusammenarbeit. Das Verständnis der Erfordernisse, die ein solcher Gesellschaftswechsel mit sich bringt, ist äußerst wichtig um zu verstehen, welche Art von Geld eine solche Gesellschaft benötigt. Die Gesellschaft wandelt sich in rascher Geschwindigkeit in Richtung Urbanisierung, wobei der Großteil der Weltbevölkerung in Ballungszentren lebt. ⁴⁴ Die Rolle, die das Internet in unserem Alltag spielt, wird auch immer wichtiger. Mit mehr als 4 Milliarden Internet-Usern⁴⁵ scheint die Wirkung dieser Technologie auf die Gesellschaft die meisten bisherigen Erfindungen in Bezug auf Reichweite und Wirkung zu übertreffen.

Obwohl die Gesellschaft mehr denn je vernetzt ist, befindet sich die Welt in einem gravierenden Zustand des monetären Zerfalls, auf einem Niveau, das seit Hunderten von Jahren nicht mehr zu sehen war. Während in der Vergangenheit die meisten Währungen einfach unterschiedliche Gewichtsanteile an Edelmetallen waren und somit im Handel fast universell akzeptiert wurden, haben wir heute Hunderte von inkompatiblen Papierwährungen, die den Weltmarkt zerlegen und der globalen Arbeitsteilung schaden. Jede gesellschaftliche Zusammenarbeit über die meisten Staatsgrenzen hinweg erfordert heute den Geldwechsel zwischen mehreren Währungen. Dies verursacht zusätzliche Kosten, erschwert und verzerrt die wirtschaftlichen Kalkulationen, und erfordert das Vertrauen in mehrere Finanzinstitute. Zu diesem Punkt können wir das Problemfeld der Transaktionsabwicklung anfügen. Aufgrund der Kosten und Vorschriften für den grenzüberschreitenden Währungsumtausch ist eine solche Abwicklung sehr kostspielig und erfordert die zentralisierte Abwicklung über mehrere Vermittler.

Mit dem Wandel der Welt in eine global vernetzte Gesellschaft, mit immer mehr elektronischen Transaktionen weltweit, wird der Bedarf an Geld, das nativ im digitalen Umfeld verankert ist, immer stärker und größer. Die Abwicklung von Zahlungen mit Fremden, ohne den Finanzintermediären oder den Zentralbanken, die die Währungen ausgeben, vertrauen zu müssen, ist derzeit ein unpraktikabler Prozess. Außerdem konnte ein solcher Prozess, bevor Bitcoin kam, mit keinem Geldsystem das wir je hatten, einfach umgesetzt werden. Als vollelektronische Ware ermöglicht Bitcoin Abwicklungen überall auf der Welt, ohne dass eine zentrale Bestätigung von Zahlungen erforderlich ist. Es erfordert keine teuren internationalen physischen Transporte und ist einfach zu lagern und von überall mit minimalen Kosten zu nutzen. Angesichts der modernen Gesellschaftsstruktur scheint ein echter Bedarf an verlässlichem, nativem digitalem Geld zu bestehen, was die Akzeptanz von Bitcoin als “dezentrale Alternative zum Zentralbankensystem” fördern dürfte.⁴⁶

Bitcoin verstehen — Die epistemische Hürde zur Akzeptanz

Die letzte Überlegung, die wir diskutieren müssen, bevor wir unsere Untersuchung abschließen können, ist der dritte nennenswerte externe Faktor, der die Substanz des Geldes beeinflusst — der epistemische. Im Gegensatz zu früheren Geldern wie Gold, Pelzen oder Rindern hat Bitcoin keinen “praktischen” Nutzen über seinen finanziellen Verwendungszweck hinaus. In dieser Hinsicht ist es ähnlich wie bei Geldern mit Sammlerwert wie Wampum-Perlen und verschiedenen Muscheln, und in diesem spezifischen Fall auch wie beim derzeitigen Fiat-Papiergeld. In einem eher konventionellen, wenn auch nicht wirtschaftlich korrekten Begriff hat es keinen “inneren Wert”. Die Diskussion, ob ein solcher intrinsischer Wert notwendig oder überhaupt vorhanden ist, führt hier zu weit und ist irrelevant.⁴⁷

Es ist für das Verständnis der erkenntnistheoretischen Barrieren für Bitcoin unerlässlich, dass es aufgrund des Fehlens eines weit verbreiteten praktischen Nutzens (Gold), und einer (wohl) natürlichen Schönheit (Muscheln)⁴⁸ oder der gesetzlichen Vorschrift (Fiat-Papier-Geld), nichts gibt, was die Verwendung von Bitcoin, also seine anfängliche Akkumulation, über seinen monetären Einsatz hinaus propagiert. So können wir sagen, dass es nur zwei Kräfte gibt, die die Nutzung von Bitcoin treiben, die “wirtschaftliche” und die “epistemische”, ohne dass ein “indirekter Nutzen” eine Rolle spielt. Was ich hier die Wirtschaftskraft von Bitcoin nenne, ist das, was wir bisher diskutiert haben, und es geht um die wirtschaftlichen Anreize für den Einsatz von Bitcoin und die Vorteile, die er gegenüber bestehenden Systemen bietet.

Die zweite, die “epistemische” Kraft, beschäftigt sich mit unserem Verständnis von Geld im Allgemeinen und Bitcoin im Speziellen und mit der Nutzung unseres Wissens zur Steuerung unserer wirtschaftlichen Entscheidungen. Das heißt, je mehr wir das Geld, seine Herkunft und seine Natur verstehen, desto besser werden unsere Entscheidungen in dieser Hinsicht sein. Die epistemische Kraft, die ich hier erläutere, ist also die Motivation zur Verwendung von Bitcoin, die nicht von einem direkten und unmittelbaren (oder voraussichtlich sofort verfügbaren) Nutzen von Bitcoin kommt, sondern von dem, was man erwartet und antizipiert, wenn man Bitcoin selbst und all seine Vorteile vollumfänglich versteht. Während ich glaube, dass die meisten Bitcoinhalter in den Anfängen von Bitcoin nur aus dem epistemischen Motiv heraus beteiligt waren, denke ich, dass heute die wirtschaftliche Kraft das ist, was die meisten Menschen dazu verleitet zu partizipieren. Jedoch ist es definitiv das Epistemische, was sie motiviert zu bleiben. Dieser Prozess zeigt sich vor allem bei den “Angebotsschocks” (Halvings) von Bitcoin, nach denen wir bisher einen drastischen Preisanstieg bei Bitcoin beobachtet haben. Diese Preissteigerung (wirtschaftliche Kraft) zieht die Aufmerksamkeit auf Bitcoin, aber nachdem der Hype verfliegt, bleibt das Verständnis von Bitcoin und seiner Vision (epistemische Kraft) für viele immer noch interessant. Eine echte Übernahme von Bitcoin wird jedoch wahrscheinlich nur dann erfolgen, wenn die Wirtschaftskraft von Bitcoin so stark ist, dass die epistemische (des Verstehens von Bitcoin) überflüssig wird, damit die Menschen es als Teil ihres täglichen Lebens nutzen können.

Diese letzte Thematik finde ich am wichtigsten im gesamten Artikel, denn im Gegensatz zu den anderen ist dies die einzige, bei der ich Bitcoin mit einem erheblichen Nachteil sehe. Während für Gold die etablierte Geschichte von Tausenden von Jahren monetärer Nutzung tendenziell ein ausreichender Grund für das Verständnis ist, warum es so gut funktioniert, genießt Bitcoin keinen solchen Luxus. Andererseits schafft es das Papiergeld, dessen “etablierte Geschichte” von Misserfolgen und wirtschaftlichen Zusammenbrüchen überschwemmt wird, dieses Erkenntnisthema zu überwinden, indem es die akademischen Wirtschaftswissenschaften direkt finanziert und gleichzeitig als ihre wichtigste Beschäftigung dient. Fiat-Geld bot diesen Akademikern hoch angesehene, einflussreiche und gut bezahlte Jobs, und sie wiederum schufen die epistemische Grundlage für ein solches Geldsystem und bescheinigten diese mit ihren “Referenzen”. Im Gegensatz dazu hat Bitcoin, das hartes Geld ist, kein Budget, um eine solche “wissenschaftliche Basis” für sich selbst zu schaffen, und bietet Ökonomen nicht solche einflussreichen Arbeitsplätze, sondern ersetzt meist ihre derzeitige Funktion. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn man feststellt, dass sehr wenig zugunsten von Bitcoin geschrieben wurde, insbesondere in akademischen Kreisen, wie hier in der Einleitung erwähnt.

Ohne ausreichende Ressourcen für das Verständnis von Geld und Bitcoin wäre die einzige Kraft, die seine Einführung fördert, die wirtschaftliche. Auch wenn diese allein ausreichend sein könnte, ist das sicherlich nicht zufriedenstellend, und ein Übergang zu Bitcoin erscheint unwahrscheinlich, bevor das heutige System in sich selbst zusammenbricht, was einen Übergang vermeidbar unangenehm macht. Je mehr Quellen für das Verständnis von Bitcoin vorhanden sind und je besser die Menschen die Gründe für Bitcoin verstehen, desto schneller werden sie handeln, um es zu adaptieren, und desto früher und reibungsloser kann der Übergang zur Nutzung sein.

Heute, mit mehr als einem Jahrhundert des Zentralbankwesens im Rücken, ist das allgemeine Verständnis von Geld absolut unzulänglich. Noch schlimmer ist es sogar in den meisten wissenschaftlichen Diskussionen, wo sie immer noch glauben, dass sie die Wirtschaft mit ihren komplexen mathematischen Modellen und Inflationszielen “feinabstimmen” können. Die letzte Krise des Jahres 2008 hat das Vertrauen in das gegenwärtige System erschüttert, und das zu Recht, aber die meisten Varianten, die der Öffentlichkeit zum Verständnis des Geldes angeboten werden, haben die Fehler des heutigen Systems nur verschlimmert. Aussagen wie “Geld ist, was auch immer der Staat als solches bestimmt”, oder “Geld ist nur eine gemeinsame Illusion” sind heute sehr verbreitet, auch unter vielen Bitcoin-Anhängern, und das zeigt nur, wie aufwendig die Arbeit der Erläuterung von Bitcoin und Geld ist. Der Punkt hier und der Zweck dieses Artikels ist es, zu zeigen, wie wichtig es ist, Geld im Allgemeinen und Bitcoin im Besonderen anderen zu erklären, um daraus eine wirklich friedliche Revolution zu machen.⁴⁹

Fazit — Die Entstehung von Bitcoin

Die letzten zehn Jahre waren einige der interessantesten aus geldpolitischer Sicht. In dieser Zeit erlebten wir das erste monetäre Gut, das vom freien Markt erfunden und nicht entdeckt wurde, und den erstaunlich schnellen Prozess seiner Monetarisierung. Was als scheinbar nur ein weiterer erfolgloser Vorschlag auf der Mailing-Liste der Cypherpunks⁵⁰ begann, hat sich zu einem voll funktionsfähigen Geldsystem entwickelt, das Millionen von Menschen weltweit aktiv dient. In diesem Artikel haben wir die gemeinsamen Faktoren, die die Verkaufsfähigkeit des Geldes und damit seine Einführung auf dem Markt beeinflussen untersucht, und auch, wie Bitcoin hier im Vergleich zu seinen Vorgängern steht. Um nun mit unserer Analyse von Bitcoin den Kreis zu schließen, werden wir kurz einen Gesamtüberblick über den Entstehungsprozess von Bitcoin geben, von seinen Anfängen bis hin zu seiner zukünftigen Vorgehensweise.

Als Bitcoin gerade erst auf den Markt kam, und zwar in den ersten Monaten seines Bestehens, hatte er keinen Preis und wurde hauptsächlich zum Testen der Software eingesetzt. Der “Zero-to-One”-Moment von Bitcoin war, als im Oktober 2009 sein erster Wechselkurs veröffentlicht wurde und er dadurch offiziell einen Marktwert erhielt. Bald darauf begannen die wenigen Early-Adopter, Bitcoins auszutauschen und dem System Leben einzuhauchen, indem sie Bitcoin einen variierenden Anschaffungspreis gaben. Da sie bereit waren, Geld auszugeben, um Bitcoin lebendig zu erhalten, obwohl fast niemand wusste, was Bitcoin werden würde, müssen sie allein durch die Vision des Potenzials von Bitcoin motiviert genug gewesen sein. So zirkulierte Bitcoin weder wegen eines anderen “nützlichen” Zweckes, noch durch ein autoritäres Dekret, sondern wegen des freiwilligen Handelns seiner ersten Nutzer. Diesen war die Möglichkeit der Schaffung eines neuen Währungssystems mehr Wert als das Geld, das sie ausgeben mussten, um Coins zu akkumulieren und damit die Verwirklichung des visionären Potentials von Bitcoin zu ermöglichen.⁵¹

Ein wenig später, als Bitcoin einen gewissen Tauschwert hatte, war die Anzahl der dafür verfügbaren Tauschmöglichkeiten recht gering, da die Nachfrage nach ihm als Tauschmittel gerade erst begonnen hatte zu wachsen. Das bedeutet, dass die Menschen im Vergleich zum etablierten Papiergeld eine längere Zeit warten mussten, bis ein Kaufgeschäft zustande kam. Das heißt, sie mussten es halten, um es zu adaptieren. Hier liegt der Hauptgrund, warum die Härte von Bitcoin und sein begrenztes Angebot entscheidend für seinen Erfolg war und ist. Ohne eine harte unelastische Politik wäre die Unsicherheit, die mit dem Halten von Bitcoin aufgrund des Risikos der monetären Inflation und der daraus resultierenden Abwertung verbunden wäre, zu hoch und würde verhindern, dass Bitcoin eine sinnvolle Akzeptanz erfährt.

Die monetäre Härte von Bitcoin ist es, was es den Menschen erlaubt, ihn mit Zuversicht zu behalten, da sie wissen, dass ihr Vermögen nicht verwässert wird. Darüber hinaus bedeutet das begrenzte Angebot, dass Bitcoin mit zunehmender Verbreitung notwendigerweise an Wert gewinnen wird, ohne unter den negativen Auswirkungen der Inflation zu leiden, die den Wert von Bitcoin verringern würden. Daher bietet die begrenzte Gesamtmenge von Bitcoin an sich schon einen starken wirtschaftlichen Anreiz, für diejenigen, es zu adaptieren und zu halten, die seine Überlegenheit als monetären Vermögenswert verstehen und daher erwarten, dass die Nachfrage nach Bitcoin mit der Zeit steigt. Satoshi selbst verstand dies sehr gut und schrieb:

“Statt dass sich die Zufuhr ändert, um den Wert gleich zu halten, wird die Zufuhr vorgegeben und der Wert ändert sich. Mit zunehmender Nutzerzahl steigt der Wert pro Coin. Es hat das Potenzial für eine positive Rückkopplungsschleife; mit zunehmender Nutzerzahl steigt der Wert.”⁵²

Bitcoin zirkuliert heute mit einer viel höheren Umlaufgeschwindigkeit als in der Vergangenheit, mit viel mehr Austauschmöglichkeiten. Er hat jedoch noch einen sehr langen Weg vor sich, wenn er zu einem weit verbreiteten Währungssystem werden soll. Der Prozess der Monetarisierung ist, wie alle anderen Phänomene der sozialen Zusammenarbeit, ein nichtlinearer Prozess, der sich beschleunigt und von jedem zusätzlichen Gebrauch profitiert. Daher ist nicht zu erwarten, dass die Dynamik von Bitcoin und seine Verwendung im täglichen Gebrauch in sehr naher Zukunft signifikant wird, sondern sich eher langfristig gesehen entwickelt. Wenn man sich die bisherigen Fortschritte ansieht, scheint es einen guten Grund zu geben, zu glauben, dass es Bitcoin gelingen wird, eine solche “kritische Masse” zu erreichen, die erforderlich ist, um eine ausreichende Beschleunigung des Wachstums zu erreichen und weltweit zu allgemein anerkanntem Geld zu werden.

Derzeit liegen die beiden Bereiche, in denen Bitcoin am stärksten wächst, im Internet, wo es “Heimvorteil” hat, und in Ländern mit geringer wirtschaftlicher Handlungsfreiheit. In letzterem Bereich, in Ländern wie der Türkei, dem Iran und Argentinien, können wir sehen, wie Bitcoin eine gewisse unmittelbare Befreiung von der wirtschaftlichen Unterdrückung der Menschen die dort leben bietet. Je strenger die Kapitalkontrollen werden und je höher die Inflationsrate ist, desto wichtiger wird der Nutzen der Verwendung von Bitcoin als regierungsresistente Alternative. Obwohl wir nicht mit Sicherheit vorhersagen können, wie Bitcoin wachsen wird, ist es wahrscheinlich, dass die Herausbildung von Bitcoin als Geld vor allem in wirtschaftlich unterdrückten Ländern anhalten wird, deren Bürger Bitcoin benötigen, um ihren Reichtum bestmöglich zu schützen, und dass die Adaption bei Wirtschaftskrisen weiterhin am stärksten zunehmen wird. Es scheint, dass Bitcoin in diesem Stadium ein Gut des freien Marktes ist, das sein Leistungsversprechen am effektivsten unter Beweis stellt, wenn es keine freien Märkte gibt. Autoritäre Versuche, ihn einzuschränken, fördern nur seine Verwendung, und so scheint es, dass Bitcoin es wirklich verdient, als ein antifragiles Geld bezeichnet zu werden.

Die Danksagung und Quellen finden sich am Ende dieses Artikels.

Willst du mehr?

Vielen Dank für dein Interesse an diesem Artikel! Wir versuchen die wichtigsten Bitcoin-Ressourcen auf Deutsch verfügbar zu machen. Für mehr Online-Artikel schau doch in unserer Bitcoin-Mediathek vorbei, für etwas handfestes, hol dir den Klassiker “Der Bitcoin-Standard” von Saifedean Ammous:

In unserem Shop, oder auf Amazon.

Folge uns auf Twitter & Instagram!

Danksagung

Besonderer Dank gilt Ben Prentice (mrcoolbp), The Bitcoin Observer (festina_lente_2), Bezant Denier (bezantdenier), Thib (thibm_) and Daniel Wingen (danielwingen) für das Feedback, das ich durch ihre Reviews, Kommentare und Vorschläge erhalten habe, die mir geholfen haben, diesen Artikel zu gestalten. Die Quellen finden sich am Ende dieses Artikels.

Quellen

[1]: Die Krisen der 1980er und 2008 sind bemerkenswerte Beispiele für solche Zusammenbrüche, die wahrscheinlich leicht zu einer Katastrophe für das System hätten werden können.
[2]: Friedrich A. Hayek: “By Monetary Nationalism I mean the doctrine that a country’s share in the world’s supply of money should not be left to be determined by the same principles and the same mechanism as those which determine the relative amounts of money in its different regions or localities.” — “Monetary Nationalism and International Stability” (1937), page 4.
[3]: Siehe sowohl die folgende Tabelle als auch weitere relevante Kennzahlen, die von Crypto-Voices erstellt wurden hier.
[4]: The Nature of Money und The Substance of Money.
[5]: Die Prinzipien für unsere hiesige Analyse des Geldes sind in den Werken von Carl Menger verankert. Vor allem seine “Principles of Economics” (1871), Kapitel VIII, und “On the Origins of Money” (1892).
[6]: Solche Änderungen, obwohl schwer zu koordinieren und durchzuführen, wurden zuvor am Bitcoin-Protokoll vorgenommen, nachdem ein ausreichender Konsens erzielt wurde. Siehe BIP16 (P2SH) und BIP141 (Segregated Witness) als prominente Beispiele für solche Änderungen, die die monetären Eigenschaften von Bitcoin verbessert haben, indem sie dem Protokoll Konsensregeln hinzugefügt haben, eine Methode, die als “Soft-Fork” bekannt ist.
[7]: Auf der folgenden Website findest du eine umfangreiche Liste von Ressourcen, um mehr über das Lightning Network zu erfahren: https://www.lopp.net/lightning-information.html
[8]: Jörg Guido Hülsmann, “The Ethics of Money Production” (2008).
[9]: Eine genauere Definition des Problems und der Lösung, des Nakamoto-Konsenses, finden Sie im Bitcoin whitepaper.
[10]: Siehe folgenden Artikel von Bezant Denier, für eine historische Untersuchung dieser Externalitäten: https://www.bdratings.org/l/war-externalities-of-livestock-money/
[11]: Thomas Wright, “The Travels of Marco Polo, the Venetian” (1854), besonders S. 168. Siehe auch diesen kurzen Thread für einen kurzen Ausblick auf Polos Aufzeichnungen von Papiergeld und diesen Blogbeitrag für eine ausführlichere Aufarbeitung.
[12]: Für eine historische Aufzeichnung über den Sinn von Papier als Geld von diesen Autoren siehe Jörg Guido Hülsmann, “The Ethics of Money Production” (2008), Seiten 79–81, Robert Minton, “John Law: The Father of Paper Money” (1975).
[13]: David Ricardo, “The High Price of Bullion, a Proof of the Depreciation of Bank Notes” (1810)
[14]: Für eine ökonomische Betrachtung des moralischen Risikos siehe Jörg Guido Hülsmann, “The Political Economy of Moral Hazard” (2006).
[15]: Siehe Milton Friedman, “The Resource Cost of Irredeemable Paper Money” (1986).
[16]: Mit der Existenz verschiedener Datenübertragungsmechanismen, wobei ein bemerkenswertes Beispiel der von Blockstream gestartete Bitcoin-Satellit ist, gibt es praktisch keine Barriere für die Teilnahme am Bitcoin-Mining-Prozess von überall auf der Welt.
[17]: Siehe diesen Artikel von Daniel Wingen über den Herstellungsprozess von Bitcoin und wie er sich positiv auf die Umwelt und die nachhaltige Energieerzeugung auswirken kann.
[18]: Siehe CoinShares Mining-Analyse: https://coinshares.co.uk/bitcoin-mining-cost/ Siehe auch diese zweiteilige Serie von Blog-Posts: https://medium.com/coinshares/an-honest-explanation-of-price-hashrate-bitcoin-mining-network-dynamics-f820d6218bdf https://medium.com/coinshares/beware-of-lazy-research-c828c900b7d5
[19]: Jörg Guido Hülsmann: “We may call any kind of money that comes into use by the voluntary cooperation of acting persons ‘natural money.’” — “The Ethics of Money Production” (2008), page 24.
[20]: Ein gutes Beispiel für diese erbärmliche Inkompetenz sind diese beiden Zitate der ehemaligen US-Notenbankchefin Janet Yellen, die 2017 dies erklärte: “Ich hoffe, dass es [Finanzkrise] nicht in unserem Leben sein wird und ich glaube nicht, dass es das sein wird”, und weniger als ein Jahr später äußerte sie eine ganz andere Meinung und sagte: “Ich bin mir nicht sicher, ob wir an diesen Dingen so arbeiten, wie wir es sollten, und es gibt noch Lücken, und regulatorischen Druck. Also mache ich mir Sorgen, dass wir eine weitere Finanzkrise haben könnten.”
[21]: Zur Geschichte des Geldes siehe Nick Szabo, “Shelling Out” (2002)
[22]: Siehe diesen Artikel von Mark Hendrickson über das 100-jährige Versagen der Federal Reserve bei der Erreichung aller ihrer Ziele.
[23]: Während der Zeit des Bestehens der Federal Reserve hat der USD mindestens 95% seiner Kaufkraft verloren.
[24]: Siehe zum Beispiel den Yuan aus dem 13. Jahrhundert in China, den Assignat in Frankreich und die kontinentale Währung in Amerika.
[25]: Hier findest du eine Liste von 58 Hyperinflationskollapsfällen des letzten Jahrhunderts.
[26]: Obwohl es während des Römischen Reiches, das Metallgeld verwendete, einen registrierten Fall von Hyperinflation gab, ist dies immer noch mit dem vereinbar, was hier gesagt wird, da der Fehler in solchen Fällen immer noch auf die schwere Entwertung des Geldes durch die damaligen Regierungen zurückzuführen ist, eine Aktion, die ihrer “Geldpolitik” in der heutigen Form entspricht.
[27]: Für derartige Kritik siehe: Jesús Huerta de Soto — “Money, Bank Credit, and Economic Cycles” (2006), Jörg Guido Hülsmann — “The Ethics of Money Production” (2008), Friedrich A. Hayek — “Denationalisation of Money: The Argument Refined” (1990), Murray N. Rothbard — “What Has Government Done to Our Money?” (1963).
[28]: Für eine brillante Kritik zu diesem Thema siehe Friedrich A. Hayek, “The Pretence of Knowledge” (1974).
[29]: Eine angemessene Aufbereitung der Fehler bei der Verwendung von Vorhersagen und Modellen in komplexen Bereichen im Allgemeinen und in der Wirtschaft im Besonderen findet sich in den Werken von Nassim N. Taleb.
[30]: Friedrich A. Hayek, “The Pretence of Knowledge” (1974).
[31]: Friedrich A. Hayek, “The Pretence of Knowledge” (1974).
[32]: In Bezuhg hierauf, siehe Friedrich A. Hayek, “The Use of Knowledge in Society” (1945).
[33]: Obwohl Bitcoin heute eine monetäre Inflation hat, ist dies nur eine vorübergehende Phase, in der das anfängliche Eigentum an Bitcoins verteilt wird, und wie wir gesehen haben, erfolgt dies nach einem streng definierten Zeitplan. Wir können daher diese anfängliche Inflation ignorieren und die langfristige, permanente Politik von Bitcoin diskutieren, die ein konstantes Angebot darstellt.
[34]: Für eine vollständige Kritik der inflationären Geldpolitik siehe Ludwig von Mises, “The Theory of Money and Credit” (1912), Kapitel VII Teil 3 — Inflationism.
[35]: Die am 5. April 1933 von Präsident Franklin D. Roosevelt erlassene Executive Order 6102 verbot das “Horten” von Gold und ordnete die Beschlagnahme der meisten privaten Goldreserven an.
[36]: Die am 15. August 1971 von Präsident Richard Nixon erlassene Executive Order 11615 als Teil des so genannten “Nixon-Schocks” hat die Konvertierbarkeit des USD in Gold aufgehoben.
[37]: Beispiele sind e-gold, 2008 gestoppt, und Liberty Reserve , gestoppt 2013.
[38]: Satoshi Nakamoto als Antwort auf ein Kommentar im P2P Foundation Forum.
[39]: Wie Transaktionsgebühren Bitcoin helfen sich gegen den Staat zu wehren, siehe diesen Post von Eric Voskuil.
[40]: https://cointelegraph.com/news/bitcoin-an-unstoppable-force-us-congressman-tells-crypto-hearing
[41]: Dieser rechtliche Widerstand musste auch mit einer ausreichenden Verbesserung der monetären Eigenschaften einhergehen, um wirksam zu sein, um Zentralisierungsrisiken beim Besitz zu vermeiden. Siehe diesen Artikel von The Bitcoin Observer für eine genauere Erläueterung.
[42]: https://www.gold.org/about-gold/gold-supply/gold-mining/how-much-gold
[43]: Der folgende Artikel, “The Bullish Case for Bitcoin” von Vijay Boyapati, behandelt die Möglichkeit eines solchen Szenarios im Detail.
[44]: https://ourworldindata.org/how-urban-is-the-world
[45]: https://wearesocial.com/blog/2019/01/digital-2019-global-internet-use-accelerates
[46]: Saifedean Ammous, “The Bitcoin Standard: The Decentralized Alternative to Central Banking” (2018)
[47]: Zu dieser Thematik, siehe Conner Brown, “Bitcoin Has No Intrinsic Value — and That’s Great.
[48]: In diesem Artikel “Shelling Out: The Origins of Money”, schlägt Nick Szabo die Möglichkeit vor, dass unsere natürliche Anziehungskraft auf solche Sammlerstücke, die wir ihrer “Schönheit” zuschreiben, nicht nur “zufällig” ist, sondern ein Instinkt, der aus ihrem Nutzen als primitives Geld entwickelt wurde.
[49]: Siehe Nic Carter, “A Most Peaceful Revolution”.
[50]: Neben Hal Finney waren die meisten Reaktionen, die Satoshi anfangs erhielt, sehr skeptisch, siehe die ursprüngliche Diskussion auf der Cryptography-Mailing-List.
[51]: Siehe diese wunderbare kurze Story von Ross Ulbricht genannt “Bitcoin Equals Freedom”.
[52]: Satoshi Nakamoto als Antwort auf einen Kommentar im P2P Foundation Forum.

Vielen Dank!

Vielen Dank für dein Interesse an diesem Artikel! Wir versuchen die wichtigsten Bitcoin-Ressourcen auf Deutsch verfügbar zu machen. Für mehr Online-Artikel schau doch in unserer Bitcoin-Mediathek vorbei, für etwas handfestes, hol dir den Klassiker “Der Bitcoin-Standard” von Saifedean Ammous:

In unserem Shop, oder auf Amazon.

Folge uns auf Twitter & Instagram!

Aprycot Media

Der Bitcoin-Publisher. Wir bieten euch Bücher und Medien zum Thema Bitcoin und mehr. Erfahrt mehr über das faire Geldsystem von Morgen.

Fab The Fox

Written by

Bitcoin | Learning | Building | Check out my stuff: https://linktr.ee/fabthefox

Aprycot Media

Der Bitcoin-Publisher. Wir bieten euch Bücher und Medien zum Thema Bitcoin und mehr. Erfahrt mehr über das faire Geldsystem von Morgen.

Welcome to a place where words matter. On Medium, smart voices and original ideas take center stage - with no ads in sight. Watch
Follow all the topics you care about, and we’ll deliver the best stories for you to your homepage and inbox. Explore
Get unlimited access to the best stories on Medium — and support writers while you’re at it. Just $5/month. Upgrade