Farewell my friend!

Wir haben uns in der fünften Klasse das erste Mal gesehen, sind gemeinsam in der Neunten hängen geblieben. Haben später gemeinsam Unmengen an Bier vernichtet. Wir haben Playstation gespielt, bis tief in die Nacht. Sind spontan bei Schneefall um 3 Uhr nachts Schlittenfahren gegangen.

Nach der Schule trennten sich die Wege, aber nur um kurz nach unseren Ausbildungen gemeinsam zu studieren.

Wir sind mit Mountainbikes stundenlang Berge hoch um danach 45 Minuten Abfahrt zu genießen. Du warst immer vorne, hast das Limit gesucht und das Limit hat dich gefunden. Dein Helm hat gute Dienste geleistet.

Mit Snowboards sind wir oft neben den Pisten an und auf Felsen lang. Wir waren unsterblich. Das dachten wir zumindest. Haben geraucht, gesoffen und das Leben genossen. Irgendwann kam der Schwindel, deine Augen wurden schlechter. Du hast von unendlich vielen Arztbesuchen berichtet. Autofahren ging nicht mehr. Irgendwie haben wir uns aus den Augen verloren. Du bist weit weggezogen.

Wir haben immer geplant, dich zu besuchen. Alte Zeiten aufleben lassen. Von Jahr zu Jahr verschoben. Nie gemacht. Immer gedacht: Dieses Jahr. Doch dieses Jahr kam die Nachricht, vor der wir uns alle so gefürchtet hatten. Jetzt bist du hoffentlich an einem Ort, an dem du alles, was wir so großartig fanden, wieder machen kannst. Dein Körper gehorcht dir und du bist wieder vorne. Wir kommen nach — später. Ich hätte…, wir sollten…, wir könnten mal… Ich habe aber nicht, wir sind nie und haben auch nicht… Das ist unverzeihlich. Ruhe in Frieden, lieber Bertel. Du wirst fehlen. Gute Reise!