Wann es Spaß macht, einen Text zu lesen

Iris Kubik
Jul 6 · 3 min read

Die Bandbreite an Informationen und Texten, die uns heute zur Verfügung stehen, ist riesig. Deshalb ist es für uns wichtig, die Aufmerksamkeit des Lesers zu bekommen und sein Interesse an einem Thema zu wecken. Wie passiert das?

Wenn wir einen Text lesen, interessiert er uns erfahrungsgemäß am meisten, wenn er „lebendig“ oder „echt“ ist. Das heißt, wir können eine Situation erfahren durch den Text, uns eine Person gut vorstellen und lesen das Geschriebene gerne. Und genau das ist unser Ziel, wir wünschen uns, dass unsere Zielgruppe die Texte liest.

Wie gehen wir beispielsweise vor, wenn eine Person porträtiert werden soll. Wir beschäftigen uns zuerst mit dem Kontext, in dem sich die entsprechende Person befindet. Das kann ein politischer, privater, beruflicher o.ä. Kontext sein. Wenn wir mit einem Bergsteiger sprechen, sollten wir etwas Ahnung von der Thematik haben, genauso wie bei jedem anderen Hobby, Beruf oder auch einer besonderen Lebenssituation. Denn die Person muss merken, dass wir Interesse an ihr haben im Gespräch. Nicht alle Personen sind extrovertiert und erzählen von sich aus, deshalb ist es wichtig, dass sich jeder in einer Interviewsituation wohl fühlt.

In einzelnen Schritten betrachtet, beginnt das erste „Gespräch“ mit der ausgewählten Person mit der Kontaktaufnahme, das kann ein Telefonat sein oder aber auch eine Mail, in dem das Anliegen erklärt und idealerweise ein wirkliches Interesse am Gespräch bekundet wird. Eine regelmäßige Frage, die von unseren Interviewpartnern vorab gestellt wird, ist „Soll ich mich auf unser Gespräch vorbereiten?“ Das können wir mit einem klaren „Nein“ beantworten, da wir weder eine Form der Fragestunde noch eine Art Prüfungssituation hervorrufen möchten, sondern eine Begegnung schaffen, die beiden Seiten Spaß macht. Diese Freude kann dann auch der Leser nachempfinden.

Das Gespräch selbst läuft als solches ab. Wir erklären, was wir vermitteln (nicht inhaltlich!) und welchen Mehrwert wir für unsere Leser schaffen wollen (Das hängt vom jeweiligen Produkt ab.). Der Interviewpartner bekommt so das Gefühl, dass nicht etwas von ihm „verlangt“ wird, sondern dass er vielmehr von sich erzählen darf, von seinem Beruf, seinem Leben, seiner Passion, seinem Werdegang. Nach dem Interview haben wir ein gutes Gefühl für die Person bekommen und überlegen uns eine Struktur für den Text. Was sind die wesentlichen Punkte, die das Interesse des Lesers wecken, gibt es vielleicht eine „Botschaft“, die es zu vermitteln gilt usw. Und wie passt das Gesagte in den Kontext des jeweiligen Produktes, damit ein stimmiges Gesamtbild entsteht.

Nachdem eine Form für den Text entwickelt und er danach geschrieben wurde, kommt es zu einem erneuten Austausch mit dem Interviewpartner, der/ die sich oft fragen, was nun über ihn/sie geschrieben wurde. Auch hier wurde von Anfang an die Sicherheit vermittelt, dass wir immer im Austausch stehen und jederzeit Dinge anpassen können, die vielleicht falsch interpretiert oder unpassend formuliert wurden. In den meisten Fällen ist das allerdings nicht nötig und es kommt nur noch zu kleinen Anpassungen und zu einem nochmaligen Dank für die Zeit, die sich der Interviewpartner genommen hat. Und für das Vertrauen. Wenn Sie das nächste Mal ein Porträt lesen, das Ihnen gefällt und sie ein Gefühl für die Person bekommen, liegt es vielleicht daran, dass dahinter eine umfangreiche Herangehensweise und Vorbereitung liegt, von der schlussendlich alle profitieren: Der Interviewpartner wird optimal dargestellt, das Produkt ist stimmig und wird als solches erfasst, der Leser hat Spaß am Lesen, der Autor Spaß am Schreiben und das Handwerk des “Textens” wurde als solches optimal ausgeführt.

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