April

Samstag 01.04.

Am Nachmittag kamen wir im Yosemite National Park an, nachdem wir fast eine Stunde vor dem Eingang im Stau standen, waren wir so unendlich müde dass wir auf dem nächsten Turnout im Wald anhielten und uns für eine Stunde hinten schlafen legten. Der Wald hat unglaublich gut nach Kiefer gerochen. Wieder frisch und munter bogen wir auf der Straße um die nächste Ecke und uns erwartete ein spektakulärer Blick in den Park. Unfassbar schön. Die Berge noch schneebedeckt und überall riesige Wasserfälle mit den bekannten Felsformationen des ‚El Capitan‘ und des ‚Halfdome‘. Ich war unglaublich beeindruckt. Im Visitor Centre erfuhren wir dann leider, dass fast alle Wanderungen noch geschlossen seien wegen des Schnees. Deshalb gab es eigentlich nur 2 Optionen um das Tal von oben bewundern zu können für die nächsten Tage.

Sonntag 02.04.

Der Wecker klingelte um 6am und los ging es Richtung ‚Upper Yosemite Falls Trail‘. Supertolle Wanderung mit vielen Blicken auf diesen riesigen Wasserfall und später in das Tal. Am Nachmittag war auch schon nicht mehr viel mit uns anzufangen, nach einem Nachmittagsnappie war es glücklicherweise auch fast schon wieder Schlafenszeit.

Dienstag 04.04.

Heute nahmen wir uns den Verdal Fall und Nevada Fall-Trail vor. Nach anfänglichem bescheidenen Wetter wurde es um die Mittagszeit wieder traumhaft schön. Die Wasserfälle waren wieder riesig und sehr beeindruckend. Auf dem Peak hatten wir auf jeden Fall einen plötzlichen Energieschub und joggten/rannten die komplette Strecke zurück ins Tal. Sehr spaßig!

Am Abend fuhren wir los Richtung Süden, mit dem nächsten Ziel: Las Vegas.

Mittwoch 05.04.

Eine riesige Strecke zurückgelegt, über Panamint Springs/ Towne Pass ins Death Valley, durch unendlich leere Weiten mit einfach ‚nichts‘ bis nach Beatty.

Donnerstag 06.04.

Auch am nächsten Tag passierte nicht viel anderes. Weiter ging es durch die Wüste. Am Abend kamen wir endlich in LAs Vegas an, gönnten uns sehr gute Burger in einem riesigen Casino und übernachteten wie zumeist auf einem der unzähligen Walmart-Parkplätzen, auf denen Overnight-Parking so gut wie immer erlaubt ist.

Freitag 07.04.

Am Morgen fuhren wir durch Bolder City, einem Vorort von LA und direkt am Hoover Dam. Dort legten wir einen kurzen Touri-Foto-Stopp ein und fuhren weiter in den Lake Mead National Park. Weitere unglaubliche Weiten mit immer röter werdenden Fels und einem wunderschönen See.

Wir fuhren den ganzen Tag wieder leicht Richtung Norden bis nach Springdale, einer unglaublich süßen kleinen Stadt vor dem Zion NP.

Samstag 08.04.

Leider war Regen vorhergesagt und tatsächlich erwartete uns der Wecker um 8am mit grauem Himmel und Schauern. Trotzdem ging es mit dem Bus in den National Park. Der Park ist ab einem bestimmten Punkt nur noch mit dem öffentlichen Bus zu erreichen und der erste Bus legt um 9am ab. Eine gute Uhrzeit um den Tag entspannt beginnen zu können. Die Wanderung ‚Observation Point‘ hielt definitiv einige der schönsten Ausblicke der Reise für uns bereit, trotz immer wieder einsetzenden Schauern. Auf dem Rückweg verzogen sich langsam die Wolken und überraschte uns mit strahlend rotem Felsen.

Zurück in Springdale konnten wir noch die Sonne genießen, etwas Yoga machen und uns die sehr künstlerisch angehauchte Stadt genauer anschauen.

Sonntag 09.04.

Wir starteten sehr faul an diesem Tag und erst um 10.30am am Eingang des Parks. Diese wartenden Schlangen hatten wir nicht erwartet. Erst gegen 12 kamen wir endlich bei strahlendem Sonnenschein beim Trailhead von ‚Angels Landing‘ an. Sehr überlaufende aber auch wirklich schöne Wanderung. Das letzte Stück Weg ist quasi eine ‚1-man-lane‘ dementsprechend musste man sich anstellen um zum letzten Aussichtspunkt zu gelangen. Da wir am vorherigen Tag schon einen grandiosen Ausblick in die Canyons hatten, genossen wir die Sonne und das Theater der vielen vielen Menschen in der ewig langen Schlange bis zum letzten Aussichtspunkt.

Der Rückweg war schnell ‚erledigt‘ und zurück in Springdale gönnten wir uns noch einen kleinen Power-nappie etwas Yoga und dann ging es weiter Richtung Bryce Canyon NP.

Am Abend kamen wir in dem kleinen Dorf vor dem National Park an und waren irgendwie enttäuscht. Springdale hatte definitiv einiges zu Zion’s speziellem Flair beigetragen, doch dieses Dorf war eher ein einziges riesiges Haus, in dem der kleine teure Supermarkt, der Andenkenladen, Postoffice, Restaurant und Hotel in einem untergebracht waren, und dazu noch sehr unsympathisch auf uns wirkte.

Die Nacht verbrachten wir auf einem kleinen verstecktem Parkplatz direkt vorm Park-Eingang. Es wurde ungemütlich kalt. Zum Glück hatten wir zusätzlich zu unseren normalen Decken noch unsere Schlafsäcke heraufgeholt, sonst hätte ich bei den -10°C nicht viel Schlaf abbekommen.

Montag 10.04.

Wir hatten uns am Vortag eine schöne Wanderung herausgesucht, den ‚Fairyland Loop Trail‘. Früh aufgestanden und Ewigkeiten gebraucht um das Auto von innen von Eis zu befreien. In der Sonne auf der Wanderung wurde uns jedoch schnell warm. Sehr beeindruckende Landschaft mit diesen unwirklich aufragenden Sandsteingebilden in allen möglichen Farben und Größen.

Sehr schöne Wanderung!

Am Nachmittag fuhren wir weiter Richtung Grand Canyon und mussten feststellen dass wir uns besser vorher informiert hätten, der North Rim Entrance war über den Winter geschlossen. Wir entschieden eine Nacht darüber zu schlafen ob wir den weiten Weg entweder in den Süden oder Norden zu den anderen Eingängen auf uns nehmen wollen oder nicht.

Dienstag 11.04.

Es ging nicht zum Grand Canyon, wir entschieden uns für ein paar kleine Stopps in unbekannteren Parks und fuhren weiter Richtung Norden.

Im Vermillion Cliffs NP machten wir die beeindruckendste Wanderung des ganzen Trips. Ein Bild von ‚the wave‘ hat wahrscheinlich jeder schon einmal gesehen aber tatsächlich dort zu sein, diese Landschaft ist wie von einer anderen Welt. Auch an sich war der Trail etwas anders. Es gab null Schatten und die meiste Zeit musste man auf Stein laufen, somit gab es keinen wirklichen Trail dem man folgen konnte sondern nur ein paar Anlaufpunkte. Wir wussten aus Unterhaltungen mit anderen Wanderern, wo ‚the wave‘ ungefähr am Horizont liegen sollte und der Guide den ich mir abfotografiert hatte sagte, dass man sich links halten sollte. Lustig war es!

Als wir nach ein paar Stunden endlich ankamen, konnte man sich gar nicht sattsehen, geschweige denn aufhören mit fotografieren.

Toller Tag!

Zurück am Auto, fuhren wir immer weiter nördlich bis an die Grenze von Utah, zum Lake Powell nach Page.

Den nächsten Tag ließen wir mal wieder ruhiger angehen. Ein kurzer Trail zum Horseshoe Bend war das Highlight des Tages. Nachdem wir einkaufen, etwas Yoga im Park und mal wieder eine Laundry aufgesucht hatten, verbrachten wir den Nachmittag im Lake Powell NP, mit Spaziergang zum See, Eisessen und duschen.

Donnerstag 13.04.

Ein reiner Fahr-tag. Wir verließen Arizona durch das Monument Valley, und kamen am Nachmittag am Natural Bridges Nat. Monument vorbei und verbrachten den Abend mit einem ausgedehnten Spaziergang im Glen Canyon. Mit mehr oder weniger Fantasie konnte man viele viele Fabelwesen ausmachen. Wir spielten ein paar Runden ‚Verstecken’ was viel schwieriger war als gedacht. Solange man sich nicht bewegte konnte der andere einen oft auch ein paar Meter von sich entfernt nicht ausmachen. Spaßig!

Freitag 14.04.

Im Natural Bridges Nat. Monument die Steinbrücken angeschaut, den Sipapu Bridge Trail gelaufen und dann schon weiter gefahren. Diese unendliche Weite kann einen schon ziemlich verrückt machen, man checkt die Landkarte und sieht das bald die nächste Ortschaft kommen sollte, aber leider sind es wieder nur 2 Häuser. Und so kann es über Stunden gehen. Endlich kamen wir in Monticello an, einer wirklichen kleinen Stadt mit eigenem Visitor Centre. Dort gönnten wir uns unglaublich gute Veggie-Burger, eine Seltenheit, und fuhren gegen Abend weiter Richtung Indian Creek und Canyonlands NP.

Samstag 15.04.

Am Morgen ging es früh los zum ‚Lost Canyon Trail‘ im Canyonlands NP. Eine schöne Wanderung die auf dem Grund des Canyons entlangführt, entlang eines kleinen Baches mit Bäumen und tollen Steinformationen umsäumt.

Auch hier konnte man ein Fabelwesen nach dem anderen im den Felsen erkennen.

Am Nachmittag ging es weiter Richtung Moab. Die Nacht verbrachten wir wieder kurz vorm Eingang des Canyonlands NP, der sog. ‚Island in the Sky‘.

Sonntag 16.04.

Eigentlich haben wir die Highlights an dem Tag nur ‚abgearbeitet‘. Auch wenn der NP sehr beeindruckende Ausblicke bietet. Zuerst einen Spaziergang zum Upheaval Dome, zum Murphys Point und schlussendlich zum Mesa Arch. Den Nachmittag verbrachten wir in Moab mit sehr sehr leckeren Quessadias.

Montag 17.04.

Früh klingelte der Wecker, der Arches NP hat Nachts geschlossen und wir wollten mit den ersten Besuchern den Park betreten da es sehr voll werden kann im Laufe des Tages. Wir machten eine sehr schöne Wanderung am Ende des Parks und sahen unzählige kleine und größere Arches.

Danach fuhren wir weiter über die Grenze nach Colorado nach Grand Junction. Dort verbrachte Tobi Stunden mit der T-mobile Service Hotline.

Am nächsten Morgen schliefen wir lange aus und gingen klettern. Es war eine super Halle die auch Yoga Kurse im Day-Pass beinhaltete.

Mittwoch 19.04.

Es ging wieder zurück nach Utah, über den Dinosaur NP bei Venal. Es war relativ kalt und regnerisch deshalb entschieden wir uns nur für einen Museumsbesuch, welcher sich leider überhaupt nicht lohnte. Somit ging es weiter Richtung Flaming Gorge Reservoir. Ein riesiger schöner Stausee der hauptsächlich in Wyoming liegt.

Am Morgen fuhren wir weiter über ein paar Berge, die uns mit 0°C und Schneeregen empfingen nach Salt Lake City. Auch dort war das Wetter relativ bescheiden deshalb nisteten wir uns in einer Kletterhalle ein, die auch wieder Yoga Kurse anbot.

Freitag 21.04.

Wir hatten einen kleinen Trail herausgesucht auf einen Berg in der Nähe, der einen Ausblick auf die Stadt und den dahinter liegenden See bot. Den Rest des Tages verbrachten wir in der Sonne in der Nähe des Sees. Eine sehr schöne Lage der Stadt, umsäumt von schneebedeckten Bergen und den verschieden bunten Salzseen.

Am Abend ging es weiter immer Richtung Norden. Die Nacht verbrachten wir am Bear Lake, einem schönem See der zur Hälfte in Utah und zur anderen Hälfte in Idaho liegt.

Samstag 22.04.

Endlich wieder ein strahlend schöner Tag und wir fuhren durch den beeindruckenden Grand Teton NP. Machten eine kleine Wanderung zu einem noch zugefrorenem See durch den Schnee und endeten an dem wunderschönen Jackson Lake.

Am Abend fuhren wir weiter Richtung Yellowstone NP.

Sonntag 23.04.

Schon nach den ersten Metern im Nationalpark sahen wir riesige Bisons auf den Felden neben der Straße und süße kleine Kälbchen die noch neben ihren Muttern entlangstolperten. Weiter die Straße entlang stiegt überall Rauch auf und man konnte die ersten bunten Geseire sehen aus denen blubbernd und spritzend ein leckerer Schwefelgeruch entwich.

Ich konnte mich gar nicht sattsehen an diesen faszinierenden unterschiedlichsten Becken.

Am Ende der nördlichen Straße erwartete uns dann noch ein riesiger rauchender Wasserfall, der sich Becken für Becken in verschiedenen Farben ins Tal ergoss.

Sehr beeindruckend.

Am Abend fuhren wir noch lange weiter, wir hatten unsere Route etwas nach Osten verschoben um meine Familie in Regina, Saskatchewan zu besuchen.

Den ganzen nächsten Tag verbrachten wir im Auto. Die Landschaft verändert sich nur unwesentlich, wir hatten die nordamerikanische Prärie erreicht. Dazu kam ein faszinierend durchdringend grauer Himmel der die Stimmung mit jeder Stunde mehr hob. Das Passieren der Grenze nach Kanada verlief wunderbar, die Grenzbeamten waren zur Abwechslung mal sehr freundlich und hilfreich. Am Abend kamen wir endlich in Regina an und wurden herzlichst begrüßt und aufgenommen.

Dienstag 25.04.

War das ein schöner Morgen. Frisch geduscht in die Küche gegangen und einen Kaffee getrunken. Und noch einen. Dann mit Lina telefoniert und mit Tobi gefrühstückt. Den Nachmittag im History Museum verbracht, dass wirklich sehr schön ist und danach einen ausgedehnten Spaziergang am See in der Sonne gemacht. Den Abend mit Diana, Miles und Alex in einem kanadischen Brewhouse und später mit Bier auf der Couch nett quatschend verbracht.

Am Mittwoch verabschiedeten wir uns leider schon wieder um die 800km nach Calgary hinter uns zu bringen, durch Prärie.

Freitag 28.04.

Zurück in Canmore die Sachen von Tobis Auto in mein Auto geräumt, einen schönen Spaziergang entlang des Bow Rivers gemacht und mich von meinem tollen Reisebegleiter Tobi verabschiedet, für den es wieder zurück nach Deutschland geht.

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