Wie der ‘Long Tail’ von Kryptowährungen eine riesen Chance für die Gesellschaft bedeutet

Teilweise nach dem Original, herausgegeben von CoinDesk am 16 April 2017

Geld, wenn man es mal von Außen betrachtet, ist es nichts weiter als ein Werkzeug zur besseren Zusammenarbeit. Geld bringt menschliche Energie, deren Fähigkeiten und auch Lebenszeit zwischen uns in Bewegung, und das in sogenannten “Einheiten” beziehungsweise Konservierungen von Vermögen. Nationale Konservierung von Vermögen, wie der U.S. Dollar, wurden in der Geschichte schon immer durch Regierungen und Banken kontrolliert. Das natürlich passiert alles unter einer eingeschränkten Transparenz, einer Kombination aus nationalen und internationalen geldpolitischen Vorhaben und politischen Überzeugungen und Zielen. Es liegt auf der Hand, dass dieses Modell deutlich inflexibler und weniger zugänglich ist, als die neuen Lösungen, die Kryptowährungen anbieten, die durch die Technologie der Blockchain-Database ermöglicht wird.

Wir stehen erst am Anfang und werden miterleben, wie das Blockchain-Ökosystem Geld ändert, das hierüber ausgegeben werden kann, ohne große Kosten zu produzieren. Weil Kryptowährungen es erlauben, Geld sicher aufzubewahren und es zwischen uns hin und her zu schicken, genauso, wie es Banken heutzutage tun, kommen wir in die Lage, lokalem Vermögen und Vermögen von Gruppen in Netzwerken beizutreten und es mitzugestalten, da sie nur mit einer kleinen Steuerung und wenig Monitoring verlässlich funktionieren. Gemeinschaften jeder Couleur können dadurch gestärkt werden, Policen bei der Kreditvergabe sowie politischen Regulierungen leichter zuzustimmen und kommen in den Genuss von kleinen, in sich geschlossenen Binnenmärkten, auf denen Güter und Dienstleistungen gehandelt werden, ohne sich einen Zugang zu Notenbankgeld ihres Landes verschaffen zu müssen.

Heutzutage noch finden Kryptowährungen nur bei Frühanwendern ihren praktischen Nutzen. Trotzdem sehen wir bereits hunderte, fast tausende kleine Kryptowährungen auf dem Markt. Da aber die technischen Hürden immer weiter sinken, stehen wir einer millionenfachen Vervielfältigung von benutzerdefinierten Währungen bevor. Dieses Ereignis ist mit der Phase der Internetentwicklung zu vergleichen, in der benutzergenerierte Inhalte mit dem Aufstieg von WordPress für Blogs und YouTube für Videos zum ersten Mal aufkamen. Mit dem vergleichbar, ist also der Long-Tail von Vermögensbildung im Netz genauer zu betrachten, der in Zukunft eine große Geldvielfalt mit sich bringt und eine Fülle großartiger Formen der Zusammenarbeit und Kollaboration zwischen Menschen ermöglicht.

Geschäftlich gesehen, beschreibt der ‘Long-Tail’ Inhalte und Produkte mit geringer Nachfrage oder mit niedriger Verkaufserwartung, wodurch, kurz zusammengefasst, ein Marktübertritt nötig wird, was letztlich zur Zusammenführung von Top-Perfomern führen soll. Die Geschichte des Internets hat uns gezeigt, dass mit dem digitalen Long-Tail, die Akkumulation aller Nischenanbieter gegenwärtig 2–3 mal so groß ist, als die Marktführer. Man denke hier nur an die Instagram Accounts, nachdem es die ersten 1000 Follower gab oder an all die Status-Updates hinter den meist viralsten. Bei den Kryptowährungen ist hierbei an das riesige Potential zu denken, wenn man die Zusammenführung aller kleinen und Nischenwährungen hinter den wenigen großen vor Augen hat.

Mein Gründerteam hat bereits früher schon an Technologien für lokale Währungen getüftelt. Eines unserer meist erfolgreichen Projekte war die größte alternative Währung in Israel, wo sie auch genutzt wurde. Eine Gemeinschaft junger Mütter hat eine Währung herausgegeben, die sich “Hearts” nannte. Diese Währung erlaubte es alles aktiven Müttern über eine mobile App Dinge zu kaufen und zu verkaufen. Diese mobile App kombinierte ein Wallet mit einem verlässlichen P2P ;arktplatz. Die Gemeinschaft tätigte hunderte von Transaktionen jeden Tag über mehrere Jahre hinweg im Wert von mehreren Millionen Dollar, die darüber den Besitzer wechselten und Güter, wie Juwelen, Kleider, Haushaltsgegenstände und Kinderspielzeug dadurch ausgetauscht wurden. Im Laufe der Zeit wurden weitere Währungen in der Nachbarschaft herausgegeben und es wurde damit klar, das die Möglichkeit, hierüber Dinge auszutauschen, den Gemeinschaft einen großen Nutzen bot, um weitere Güter und Dienstleistungen zu erwerben, die es aber nur in anderen Netzwerken als der eigenen verfügbar gab. Viele lokale Unternehmen fingen an, kleine Produkte im Tausch zur Lokalwährungen anzubieten, was die Wirtschaft und Produktion stärkte, es allerdings für sie das Problem gab, ihre Einnahmen in der Lokalwährung in Fiat-Geld zu tauschen. So gesehen haben also diese Lokalwährungen den Benutzern einen wahren Nutzen gestiftet, aber diese Lokalwährungen waren zu klein und hatten ein zu kleines Handelsvolumen, um letztendlich liquide zu sein. Dadurch wurde ihr Potenzial leider eingeschränkt. Damit sind wir bei dem Hauptgrund bzw. Schwierigkeit der Nicht-Liquidität gelandet. Und diese steht im Zusammenhang mit der immer noch gegebenen technischen Herausforderung, eine eigene Währung herauszugeben, was bis heute immer noch nur Entwickler schaffen, die für Krypto-Start-Ups arbeiten und eine große Kenntnisse in diesem Gebiet mitbringen und eine Geschäftsstrategie verfolgen, die unbeeinflusst ist von dem Problem der Nicht-Liquidität.

Wenn technische Hürden verringert und das Liquiditätsproblem gelöst ist, ist der Weg frei für den Long-Tail von benutzergenerierten Währungen, vielleicht ist das ja sogar der größte Long-Tail in der gesamten Internet-Geschichte. Allein das kombinierte Gesamtvolumen dieser Sache repräsentiert nicht den Gewinn oder den Traffic seiner Herausgeber (ähnlich wie bei Youtube’s Eigner von dessen Long-Tail), sondern vielmehr dessen kollektive Durchschlagskraft, gemessen an der Beschleunigung und der Durchdringung von Marktgrenzen ihrer Währungen, sodass sie ohne weiteres dadurch ihren Teilnehmern zugänglich werden. Und wir werden den Wohlstand der Welt in Zukunft nicht nur in Dollar oder Euro oder gar Bitcoins messen, sondern in dem Transfer von Gütern und Dienstleistungen innerhalb jedes einzelnen Netzwerks und jeder einzelnen Gemeinschaft, unbeeinflusst von strukturell bedingter Ineffizienz.

Long Tail, Investopedia: http://www.investopedia.com/terms/l/long-tail.asp

About Bancor:

Bancor ist ein in der Schweiz ansässiges Non-Profit-Unternehmen, das sich darauf spezialisiert hat, Lösungen für das Liquiditätsproblem von Vermögenswerten auf Tauschbörsen anzubieten und dadurch den sogenannten Long-Tail von benutzergenerierten Währungen aufzubrechen. Das Bancor Protokoll bietet hierzu einen Standard für die Erstellung von sogenannten Smart Tokens an, die eine dauerhafte Liquidität ermöglichen sollen und asynchrone Preisfindung durch Smart Contracts anbieten, ohne auf Tauschbörsen gehandelt werden zu müssen. Smart Tokens können außerdem dazu genutzt werden, dezentrale Index-Fonds zu kreieren, was ein autonomes Tauschen zwischen jedem Token in deren jeweiligen Basket ermöglicht. Mit Bancor’s einfachem User-Interface kann jeder seine eigene Währung direkt über den Web-Browser oder Mobile-Messenger erstellen und managen ohne das technische Know-How mitzubringen. Für mehr Informationen, besuchen Sie einfach www.bancor.network

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