Der Prozess: Die Supertanker von Philadelphia

(ursprünglich veröffentlicht im MERKUR, Heft September 2016)

Prolog

Im November 2015 werde ich Fan der Philadelphia 76ers, des schlechtesten Teams in der der besten Basketballliga der Welt. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Sixers mitten in der längsten Niederlagenserie in der Geschichte der NBA, der amerikanischen Profiliga. Noch nie zuvor hat eine NBA-Mannschaft 28 Pflichtspiele in Folge verloren. Die Sixers verlieren nicht nur so, sondern mit voller Absicht. Das Management hat es sich ernsthaft zum Ziel gesetzt, am Ende der Saison das schlechteste Team zu sein. Ich lande in der Welt des Tankings, des absichtlichen Verlierens, eine Welt, in der unten oben und oben unten ist.

1. Der Weg zum Erfolg

Um in der NBA ganz oben zu stehen, muss man zunächst eine Weile sehr schlecht sein. Je mehr man verliert, umso größer sind die Chancen, am Ende der Saison den nächsten Superstar ins Team zu holen. Verlieren ist zwar keine hinreichende, aber eine notwendige Bedingung für den späteren Erfolg. Während man in europäischen Sportligen die Verlierer am Ende der Saison mit dem Abstieg bestraft, werden die schlechten Mannschaften in der NBA belohnt, mit den besten Talenten des jeweiligen Jahres. Deshalb sind auch die schlechtesten Teams nie wirklich hoffnungslos.

Als Fan von, sagen wir, Hannover 96 geht man davon aus, dass die Meisterschaft oder der Champions-League-Gewinn unmöglich sind. Man setzt sich kleinere Ziele, Klassenerhalt, vielleicht einmal Europaliga. Fans von schlechten NBA-Teams hingegen träumen davon, an die absolute Spitze zu gelangen. Es ist die Sportversion des amerikanischen Traums, vom Tellerwäscher zum Millionär. Man kann noch so schlecht sein, der Aufstieg ganz nach oben ist immer möglich.

Um eine Klassengesellschaft unter ihren Klubs zu verhindern, macht es die NBA unmöglich, die besten Spieler zusammenzukaufen, wie es die reichen Fußballklubs Europas betreiben. Wie viel Spieler verdienen dürfen, ist streng limitiert. Junge Talente werden für viele Jahre an ihre Vereine gebunden, keine Chance, sie einfach wegzuholen mit einem höheren Angebot. Selbst wenn der Vertrag ausläuft, können die Teams, bei denen ein Spieler unter Vertrag stand, mehr Gehalt anbieten als alle anderen. Wenn ein guter Spieler einmal unter Vertrag ist, hat man Zeit, viel Zeit.

Deshalb beginnt der Traum von der Meisterschaft ganz am Anfang, mit der Auswahl der jungen Talente, dem sogenannten Draft. Jedes Jahr drängen Dutzende Nachwuchsspieler aus Universitäten, Schulen und internationalen Ligen in die NBA. Im Draft werden diese Talente auf die Mannschaften verteilt. Die Reihenfolge im Draft wird vorher durch eine Lotterie bestimmt. Das schlechteste Team darf nicht automatisch als erstes auswählen, sondern hat nur die höchste Wahrscheinlichkeit auf den ersten “Pick” im Draft, und zwar 25%. In drei von vier Fällen erhält nicht das schlechteste Team das Recht, den besten Spieler auszuwählen, sondern ein anderes schlechtes Team, das nur mehr Glück in der Lotterie hatte. Das schlechteste Team erhält dann nur den zweit-, dritt- oder viertbesten Spieler im Draft.

Die Lotterie soll absichtliches Verlieren eindämmen, aber getankt wird natürlich trotzdem. In einem Sport mit nur fünf Feldspielern ist der eine Superstar, der Michael Jordan oder Lebron James, so wertvoll, dass die Unwägbarkeiten der Lotterie kaum ein schlechtes Team vom Tanking abhalten. Entweder ganz oben oder ganz unten sein, so heißt es, nur nicht in der Mitte. Die Mühle der Mittelmäßigkeit vermeiden. In der Saison 1996–97 verletzten sich bei San Antonio zwei etablierte Spieler., Die Mannschaft verlor 62 Spiele, fast dreimal soviel wie im Vorjahr, und wurde mit Superstar Tim Duncan belohnt, der das Team seitdem zu fünf Meisterschaften geführt hat. Tanking funktioniert. Alle machen es, gelegentlich, heimlich.

Tanking hat nichts mit dem zu tun, was auf dem Spielfeld stattfindet. Die Spieler verlieren nicht absichtlich, sie versuchen weiterhin, jedes Spiel zu gewinnen, vielleicht abgesehen von ein paar lustigen Ausnahmen. Aber das Siegen wird ihnen so schwer wie möglich gemacht. Wichtige Spieler werden aus fadenscheinigen Gründen nicht aufgestellt, gute Spieler eingetauscht gegen schlechte. Selbst wenn man Geld übrig hat, werden keine erfahrenen Spieler unter Vertrag genommen. Wenn man nur gelegentlich die Spiele sieht, wird man nicht herausfinden, ob ein Team absichtlich verliert oder nicht. Man muss sich ansehen, wer nicht spielt und was nicht passiert ist, die Leerstellen auf dem Spielberichtsbogen.

Tanking ist eine disruptive, subversive Strategie. Es ist nicht verboten, aber auch nicht erlaubt. In seiner Logik erinnert Tanking an das Hacken von Computernetzwerken. Wie der Hacker bewegt sich das tankende Team in einer Grauzone des Regelwerks, auf der Suche nach Schwächen im System, Fehlern in der Logik der Welt, die man ausnutzen kann, um sich einen Vorteil zu verschaffen. Gerade für Teams in den langweiligen Städten der USA, wie Minneapolis, Memphis, Indiana, Orte, die keinen Medienrummel bieten, keinen Strand haben, keine berühmten Nachtclubs, keinen Markt für Sportschuhe, kann Tanking die beste Strategie sein, sich nach oben durchzumogeln. Es ist die Strategie der Außenseiter.

2. Amerikas Team

Die Philadelpha 76ers sind nicht irgendein Basketballteam. Im Unterschied zu den meisten NBA-Mannschaften haben sie eine Geschichte, die bis in die 1940er zurückreicht. Der Verein gehört zu den Gründungsmitgliedern der NBA und ist einer von acht, die seit den Anfängen im Jahr 1949 in der Liga sind. Über ein halbes Jahrzehnt ging es mit den Sixers bergauf und bergab, in einer Wellenbewegung, wie sie typisch für NBA-Mannschaften ist. Drei Meisterschaften in den Jahren 1955, 1967 und 1983 wurden unterbrochen von traurigen Zeiten des Verlierens. In der Saison 1966–67 gewannen die Sixers 68 von 82 Spielen, eine Bilanz, die seitdem nur viermal übertroffen wurde. Nur sechs Jahre später verlor das Team 73 Mal in einer Saison, ein Negativrekord, der bis heute steht. Die Philadephia 76ers sind Weltspitze, sowohl im Siegen als auch im Verlieren.

In den Glanzzeiten waren die Sixers immer unterhaltsam. Vor allem vier Spieler sorgten dafür, dass Generationen von jungen Basketball-Enthusiasten im Tal des Delaware River zu Sixers-Fan wurden. Wilt Chamberlain, der große Center der 1960er, der so dominant spielte, dass man seinetwegen die Regeln verändern musste. Julius Erving, genannt Dr. J, Star des Meisterteams von 1983, der als erster “über dem Korb” spielte, sprunggewaltig, elegant, cool. Charles Barkley in den 1980ern, der körperlich dominante Power Forward, der alle Rebounds holte, obwohl er oft kleiner war als seine Gegenspieler. Und Allen Iverson, der ab 1996 die Position des Aufbauspielers neu erfand. Chamberlain, Irving, Barkley und Iverson sind nicht nur legitime Superstars, sie haben den Sport und sein Image revolutioniert. Sowohl Barkley als auch Iverson blieb die ultimative Krönung, der Titel, versagt.

Die Sixers sind Amerikas Team. Die Clubfarben rot-weiß-blau sind auch die Farben Amerikas. Das Logo enthält dreizehn Sterne, für die dreizehn Gründungsstaaten der Vereinigten Staaten. Der Teamname, 76ers, erinnert an das Jahr der Unterzeichung der Unabhängigkeitserklärung in Philadelphia. Bevor das Team im Jahr 1963 nach Philadelphia umzog, spielte es in Syracuse und hieß “Syracuse National”. Das aktuelle Maskottchen ist ein blauer Hund, der “Franklin” heißt. Von den legendären Korblegern des Dr. J führt eine dünne, imaginäre Linie zweihundert Jahre tief in die Ursuppe Amerikas.

3. Drei Jahre Tanking

Kein Team hat sich jemals so bedingungslos und so öffentlich dem Tanking verschrieben wie die Philadelphia 76ers. Seit drei Jahren verlieren die Sixers andauernd und gründlich, um eine möglichst große Chance auf den höchsten Draftpick und damit das beste Talent zu haben. Die vielen Niederlagen sind das Fundament eines Plans, der die Sixers in einigen Jahren an die Spitze führen soll, ein Plan, den sich Sam Hinkie ausgedacht hat, bis April Manager des Teams. Der Plan heisst “The Process” und hat nichts mit Kafka zu tun.

Hinkie erfindet nichts Neues. Er nimmt ein bekanntes Prinzip und wendet es rigoros an, ohne Kompromisse. Konsequent tauscht er Spieler, die beim Gewinnen helfen könnten, gegen weitere Picks oder gegen die Rechte auf internationale Talente, die noch in Europa oder anderswo spielen. Die Sixers sind eine ewige Baustelle, oder, wie Hinkie es nennt, ein Obstgarten. Mehr als hundert zukünftige Spieler, mögliche zukünftige Spieler und echte Spieler standen in den letzten drei Jahren bei den Sixers unter Vertrag. Für ein NBA-Team braucht man nur fünfzehn.

Der “Prozess” begann im Sommer 2013, drei Jahre nach Iversons endgültigem Abschied aus Philadelphia. Im Jahrzehnt zuvor hatten die Sixers nur einmal die zweite Runde der Playoffs erreicht, die Runde der besten acht, ein Jahrzehnt im Mittelmaß. Innerhalb von ein paar Monaten schickte Sam Hinkie die meisten etablierten Spieler weg und ersetzte sie durch unerfahrene Talente. Unter den Neulingen auch Center Nerlens Noel, der als bester Spieler im Draft 2013 galt, sich aber verletzt hatte und ein ganzes Jahr ausfiel. Im Winter 2014 verlor das Team 23-mal in Folge innerhalb einer Saison, ein neuer NBA-Rekord.

Im nächsten Draft wählten die Sixers abermals zwei Spieler, die nicht sofort einsetzbar waren: Joel Embiid, ein 2,13 Meter großer Wundermann aus Kamerun, der sich von einer Fußoperation erholte, und den kroatischen Starspieler Dario Saric, der in der Türkei unter Vertrag stand. Im Sommer 2015 stieß Jahlil Okafor zur Mannschaft, hochgehandelter Center von Duke University in North Carolina. Embiid brach sich seinen Fuß zum zweiten Mal und fiel auch für die folgende Saison aus.

Weder im Jahr 2014 noch im Jahr 2015 waren die Sixers am Ende das schlechteste Team, irgendjemand tankte immer noch härter. Und weder 2014 noch 2015 gewannen die Sixers die Lotterie. In beiden Jahren zogen sie mit dem dritten Pick in den Draft. Mit Noel, Embiid und Okafor stehen jetzt drei junge, hochtalentierte Spieler im Kader der Sixers, die auf derselben Position spielen, als Center, in der Nähe des Korbes. Dafür ist das Team auf den anderen Positionen, im Spielaufbau und auf dem Flügel, äußerst dünn besetzt.

Für den “Prozess” sind diese Probleme nebensächlich, er dauert dadurch nur länger. Das ist letztlich die Idee — so lange durchhalten, bis man das Glück auf seiner Seite hat. Bis dahin muss man mit den Unwägbarkeiten leben. In der ersten Phase holt man sich die Spieler, die man für die besten im jeweiligen Jahr hält, ohne Rücksicht auf Positionen. Man denkt nicht über das Team nach, sondern sammelt Talente. Erst, wenn man seinen Superstar gefunden hat, konstruiert man um ihn herum die Mannschaft der Zukunft. Wenn man in der Lotterie kein Glück hat, verliert man einfach im nächsten Jahr weiter, bis es irgendwann klappt.

Das ist Hinkies größte Stärke: Unwägbare Vorgänge rational zu analysieren, Entscheidungen zu treffen, die auf statistischen Erhebungen beruhen und sich in einem emotionalen Geschäft nicht von Emotionen lenken zu lassen.

4. Die Welt der Fans

Als ich im November 2015 beginne, mich durch die Sixers-Blogs und Kommentarspalten im Internet zu lesen, interessieren mich nur die Fans. Menschen, die es trotz aller Niederlagen irgendwie schaffen, enthusiastisch zum Team zu halten. Leute, die an Hinkie und seinen Plan glauben. Wenige Tage später bin ich mittendrin in den Debatten. Sind Noels Hände schlecht oder gut? Ist Okafor eine Katastrophe oder ein Supertalent? Wird Embiid zurückkommen? Wie geht es seinem Fuß zur Zeit? Wer ist der beste Spieler im Draft 2016, Simmons oder Ingram? Debatten, die sich vornehmlich um die Zukunft drehen, denn eine Gegenwart hat dieses Team nicht. Ich stehe auf der umtriebigen Sixers-Baustelle und sehe fasziniert den Kränen zu.

Am Anfang des Jahres 2016 zeigen sich die ersten Symptome von Obsession. Ich kenne die Sixers-Spieler nicht nur beim Namen, sondern erkenne sie an der Art, wie sie laufen, am Bewegungsablauf beim Sprungwurf, an ihrem Dribbling. Ich entwickle Sympathien und Antipathien, aber vorwiegend Sympathien für die Sixers-Spieler. Jerami Grants fulminante Angriffe auf den Korb. McDaniels’ saubere Würfe aus der Mitteldistanz. Covingtons trauriger Blick. Ich beklage mich über den Schiedsrichter, wenn Noel geschubst wird. Ich denke “wir”, wenn ich über die Sixers rede.

Was geht hier vor? War ich nicht eben noch objektiver Beobachter der Sixers, wie ein Wissenschaftler, der Pantoffeltierchen unter dem Mikroskop betrachtet? Wieso bin ich jetzt mittendrin? Die Idee, dass man sich für ein Problem, eine Theorie, einen Gegenstand begeistern kann, ohne sich emotional darin zu verwickeln, gehört zu den althergebrachten Kernideen von Wissenschaft und Journalismus. Die Idee ist außerdem falsch. Rationale, nüchterne selbstkritische Menschen, die neutral und abwägend über einen Vorgang berichten, gibt es nicht. Da ist niemand am anderen Ende des Mikroskop, wir sind alle Pantoffeltierchen.

Der Fan hat eine völlig neue Sicht auf die Welt. Er denkt nicht mehr als Individuum, sondern aus dem Inneren eines Organismus heraus. Er löst seine eigenständige Person auf. Das Fan-Dasein ist die harmlose Variante der mannigfaltigen Bestrebungen, Personen in ein größeres Ganzes zu überführen — Nationen, Religionen, politische Parteien, das heilige Sakrament der Ehe. Der Fan ist natürlich parteiisch, er kann nicht anders.

Als Fans der Sixers sind wir in einem emotionalen Dilemma. Einerseits leiden wir, wie alle Fans, bei jeder Niederlage, bei jedem Wurf, der daneben geht, bei jedem Treffer der gegnerischen Mannschaft. Andererseits wissen wir natürlich, dass wir verlieren müssen, um gewinnen zu können, in der seltsamen Logik des Systems. Eigentlich müssten wir froh sein über jede weitere Niederlage, aber es sieht nicht so aus, als könnte man als Fan über Niederlagen froh sein.

Wir lösen das Problem, indem wir uns über kleine Momente freuen. Der gelungene Spielzug, auch wenn der abschließende Wurf danebengeht. Die Überraschung, wenn einem Spieler aus der zweiten Reihe endlich einmal etwas gelingt. Die Freude über einen lustigen Ballverlust. Die Befriedigung, obskure Bankspieler, die sonst niemand kennt, an der Frisur zu erkennen. Ich erwische mich dabei, überhaupt nicht mehr auf den Punktestand zu schauen, eine Erlösung. Sport ohne Spielstand. Es ist immer noch Basketball, egal, ob man verliert oder gewinnt. Vielleicht heißt Tanking auch, das beste Spiel der Welt nicht länger unter dem Diktat des Gewinnens betrachten zu müssen. Vielleicht bringt mich Tanking näher an die Seele des Sports.

5. Hot Dogs in Philadelphia

Am 17. März 2016 sehe ich das Spektakel der tankenden Sixers zum ersten Mal live vor Ort. Es ist “Hot Dog Night” im Wells Fargo Center in Philadelphia. Für nur einen Dollar bekommt man ein schwammiges Brötchen mit Industriewurst, dazu drei Sorten Senf zur Wahl. Ein halber Liter Dünnbier dagegen kostet das Zehnfache. Die Sixers gegen die Washington Wizards, ein bedeutungsloses Spiel im fünften Monat der langen Saison der NBA. Die Mannschaft hat bisher ganze neun Spiele gewonnen, neun von 67.

Washington mit seinem Superstar John Wall zieht scheinbar uneinholbar davon und führt im dritten Viertel mit 24 Punkten. Zehn Minuten vor Schluss sind es immer noch 17 Punkte Vorsprung. Es sieht wie so oft nach einer klaren Niederlage aus. Die Sixers nehmen eine Auszeit. Die Frau neben mir hat genug gesehen. “They are losing”, murmelt sie vor sich hin, und schickt sich an, ihren Platz aufzugeben. Sie verlieren nicht, sie gewinnen, erwidere ich, mit soviel Überzeugung in der Stimme, wie ich aufbringen kann. Sie sieht mich an als wäre ich entweder ein Fan aus Washington oder wahnsinnig, bemerkt dann aber meine Mütze mit Sixers-Logo. Ich bin eindeutig von Sinnen. Mitleidig fasst sie mir an den Arm, klagt noch ein wenig, und verlässt die Arena.

Die Sixers werden dieses Spiel nicht gewinnen, aber viel fehlt nicht. Innerhalb von ein paar Minuten kann sich beim Basketball alles verändern. Wir leben von dieser Ungewissheit, der Hoffnung auf die überraschende Wende, auf das Unvorhersagbare. Die Sixers rennen verzweifelt gegen die drohende Niederlage an, die deutlich besseren Wizards wirken gelangweilt und passen nicht auf. Sechs Minuten vor Schluss schlägt Washingtons Morris unserem Isaiah Canaan versehentlich auf den Kopf und wird folgerichtig aus dem Spiel geworfen. Morris protestiert nicht einmal.

Eine Minute später ist der Vorsprung von Washington dahin, das Spiel ausgeglichen 82 zu 82. Die Zuschauer, die noch da sind, werden mit fünf äußerst aufregenden Minuten belohnt. Hollis Thompson, ein Spieler aus der zweiten Garnitur, den außerhalb Philadelphias nur Freaks kennen, macht 10 seiner 15 Punkte innerhalb dieser fünf Minuten. Ish Smith, einer der wenigen erfahrenen Spieler im Team, dirigiert seine 20jährigen Vorderleute. Zwölf Sekunden vor Schluss beträgt der Rückstand nur einen einzigen Punkt. Dann macht John Wall alle seine Freiwürfe und hält damit den Sieg für Washington fest. Die Sixers verlieren zum 68. Mal in dieser Saison. “Got that L”, sagen die Prozess-Fans betrübt und erleichtert zugleich. “L”, kurz für Loss, also Niederlage.

Im Rest der Saison 2015–16 gewinnen die Sixers nur noch einmal und beenden die Saison mit zehn Siegen, sechs Siege weniger als das zweitschlechteste Team der Liga, aber ein Sieg mehr als das legendäre Team von 1973. Der Tanking-Job ist vollendet. Die Sixers haben das große Ziel erreicht; sie sind ganz unten angekommen.

Foto: Derek Bodner

6. Die Kunst des Verlierens

Es ist nicht einfach, ständig zu verlieren. Ein Grund dafür ist der übervolle NBA-Kalender. Von Ende Oktober bis Mitte April spielt eine Mannschaft im Mittel alle zwei Tage. Regelmäßig kommt es zu sogenannten “Back to Backs”, wenn ein Team an zwei aufeinanderfolgenden Tagen antreten muss, oft kombiniert mit einer Reise zum Spielort. Man spielt am Abend in Detroit, steigt spät in der Nacht ins Flugzeug und kommt früh um vier in Orlando im Hotel an. Nur wenige Stunden später muss man sich für das nächste Spiel warmmachen. Spieler sind müde, gelangweilt, gestresst, angeschlagen, verletzt. Viele NBA-Teams schonen ihre Stars ein paarmal im Jahr. Keine Mannschaft ist durch die gesamte lange Saison konsistent und stabil. Selbst die besten Teams der Liga verlieren zwanzig Spiele im Jahr.

Ab Februar fallen die ersten Teams aus dem Rennen für die Playoffs. Diese Teams können theoretisch aufgeben, mehr noch, sie haben unter Umständen ein Interesse daran, soviel wie möglich zu verlieren, um genau wie die Sixers möglichst gute Chancen im Draft zu haben. Wer es schafft, auch in dieser Saisonphase konsequent weiterzuverlieren, verdient Bewunderung und Respekt. Es gäbe genug Gelegenheiten, ab und zu ein Spiel aus Versehen zu gewinnen.

Und doch verlieren die Sixers immer weiter. Dabei spielen sie hart und motiviert. Immer wieder holen sie Rückstände auf, auch gegen deutlich überlegene Teams wie die Wizards, nur um am Ende doch zu kollabieren. Die Spieler, die auf dem Feld stehen, wollen nicht verlieren. Sie spielen für ihren nächsten Vertrag, für ihre Zukunft und für die Zukunft ihrer Familien. Der Trainer Brett Brown, ein Schüler von Meistercoach Greg Popovich und ehemaliger australischer Nationaltrainer, arbeitet hart, um für jedes Spiel erneut die richtige Einstellung und die richtige Taktik zu finden, auch wenn es am Ende wieder nicht reichen wird.

Tanking findet auf der Ebene des Managements statt. Die meisten Teams, die sich über den Draft neu aufbauen, umgeben ihre neuen Talente mit einer Garde aus mittelmäßigen Veteranen, die gut genug sind, um immer mal wieder ein paar Spiele zu gewinnen. Warum? Weil man sich nicht traut, den Zuschauern eine wirklich unfähige Truppe vor die Nase zu setzen. Weil man sich nicht traut, soviel Ansehen und damit Geld zu verlieren. Weil man den Anschein wahrt, gewinnen zu wollen.

Nicht so die Sixers. Wenn ihnen Spieler fehlen, holen sie sich welche aus der D-League, der Liga, in der die Spieler landen, die es nicht in die NBA schaffen. Die Sixers treten mit Leuten an, die irgendetwas gut können, aber auch ziemlich viel überhaupt nicht gut. Normalerweise konstruiert man ein Team so, dass die Schwächen des einen Spielers durch die Stärken des anderen kompensiert werden. Bei den Sixers dagegen überlagern sich die Schwächen so gründlich, dass sie zu einer Supermonsterkatastrophe führen.

Branding gehört dazu. Niemand redet wirklich davon, absichtlich verlieren zu wollen. Man spricht von Neubeginn, von weitreichenden Entscheidungen, von der goldenen Zukunft. Man verkauft die Niederlagen als notwendiges Übel, als Opfer, das man bringen muss. Und man redet davon, wie schlecht alles in der Vergangenheit war. “The crops had been eaten”, sagt Hinkie über die Zeit vor 2013, die Ernte war aufgegessen. Man hatte keine Wahl. Der Neustart war logisch, konsequent und notwendig. Ergebnisse zählen nicht. Was zählt, ist der Prozess.

Die Kontrahenten sehen dem Experiment mit einer Mischung aus Skepsis und Bewunderung zu. Professioneller Sport beruht auf dem Mandat des Gewinnens. Dem Sieg ist alles untergeordnet. Wie lange kann man überleben, wenn man sich dem Dogma des Gewinnens so konsequent verweigert? Kann das gutgehen? Das dürften sich vor allem die schlechten und mittelmäßigen Teams fragen, die seit Jahren halbherzig genau dasselbe tun.

Die Vertreter der Liga beobachten die Vorgänge in Philadelphia mit Argwohn. Noch nie gab es soviel Berichterstattung über die seltsamen Anreize zum Verlieren in der NBA. Eine “corrosive perception”, eine zersetzende Sichtweise, nennt es NBA-Chef Adam Silver. Sam Hinkie zerstört den Sport, die Liga und die Sixers, so reden viele Experten. Disruptive Strategien sind eben disruptiv. Im Herbst 2014 versucht die Liga das System zu verändern, um aggressives Tanking in Zukunft einzudämmen. Dreizehn der dreißig Vereine stimmen dagegen, die Reform scheitert.

Wie wirkt sich das dauernde Verlieren auf die Spieler aus? Kann ein Spieler, der drei Jahre lang überwiegend verloren hat, später zu einem Siegertypen werden, oder wird Verlieren zur Gewohnheit? Wie verändert eine solche Serie aus Niederlagen die Spieler, den Trainer und die Fans? Zerstört man die Grundfeste des Sports, wenn man zweihundertmal absichtlich verliert, nur um vielleicht später zu gewinnen? Ist Tanking noch Sport oder etwas ganz anderes?

7. Der Aufstieg der Nerds

Der sogenannte Prozess in Philadelphia ist die Ausgeburt einer großen Verschiebung im Basketball. Zur Beurteilung von Spielern und Mannschaften werden zunehmend statistische Indikatoren und empirische Messungen herangezogen. Die “Analytics”-Bewegung begann in den 1990ern im Baseball als “Sabermetrics”, popularisiert im Buch “Moneyball” von Michael Lewis, und gewann in den früher 2000ern auch in der NBA Einfluss. Heute sind nach jedem Spiel lange Zahlenkolonnen im Internet abrufbar. Die meisten Vereine beschäftigen Wissenschaftler, die sich mit Datenverarbeitung auskennen. Die “MIT Sloan Sports Analytics Conference” begann im Jahr 2007 mit knapp 200 Teilnehmern, heute sind es mehrere Tausend.

Von Anfang an gab es heftigen Gegenwind für die Analytiker, Kritik, die leiser geworden ist, aber bis heute anhält. Basketball ist wie jeder andere Sport ein Traditionsunternehmen, in dem ehemalige Spieler und Trainer die Deutungshoheit haben. Es ist wenig überraschend, dass diese Experten nicht damit einverstanden sind, wenn ihnen ein paar Nerds, die nie professionell Basketball gespielt haben, erklären, wie ihr Sport funktioniert. “I think all that stuff is stupid”, so Sixers-Legende Charles Barkley noch im Jahr 2014.

Von den Protesten der Traditionalisten abgesehen gibt es natürlich auch gute Argumente gegen die Überbewertung von Formeln und Zahlen. Zumindest in den ersten Jahren fehlten den Statistikern die verlässlichen empirischen Daten, die den Spielablauf und die Aktionen der Spieler erfassen. Mittlerweile werden alle Bewegungen auf dem Spielfeld per Video aufgezeichnet und in Echtzeit analysiert. Über zu wenig Daten kann sich niemand mehr beklagen.

Das Ziel aller Analysen ist das möglichst effiziente Erreichen der sportlichen Ziele. Analytics ist immer eine Marktstrategie, die Spielern und Teams einen Wert zuweist, ein Wert, der sich allein nach der Anzahl der Siege richtet, die am Ende zu Buche stehen. Kritiker wie Yago Colas, ein Literaturwissenschaftler, der an der Universität von Michigan Vorlesungen über “The Culture of Basketball” hält, sehen darin ein Problem. Effizienz ist zweifelsohne ein Wert im Sport, aber nicht der einzige. Viele gelungene Aktionen sind ästhetisch wertvoll, aber ineffizient. Spieler sind Individuen, die man nicht nur nach Effizienz beurteilen kann. Die Einführung von Metriken verändert das Spiel, genau wie die Einführung von neuen Regeln oder neuen Schuhen. Der Trend zu Big Data im Basketball löst komplizierte Diskussionen über das Wesen des Sports aus.

Wie dem auch sei, die Bewegung ist nicht aufzuhalten. Sam Hinkie ist ein Teil davon. Unter Hinkie wurden die Sixers zu einem Hauptschauplatz von Analytics. Wenn das Ziel die Meisterschaft ist und man logisch und vorurteilsfrei an dieses Ziel herangeht, dann muss als Erstes ein paar Jahre lang getankt werden, auch wenn das für alle Beteiligten unangenehm ist und hässlich aussieht. “Ich versuche, Informationen zu verwenden, um Entscheidungen zu treffen, genau wie jeder andere”, erklärt Hinkie seine Vorgehensweise. So ausgedrückt macht es natürlich Sinn.

8. Sam Hinkies Abschied

Am 6. April 2016 platzt Sam Hinkie der Kragen..

In einem dreizehnseitigen Schreiben, addressiert an die Besitzer der Philadelphia 76ers, tritt er von seinem Amt als Manager zurück. Der Brief gelangt innerhalb weniger Stunden an die Öffentlichkeit. Die erste Hälfte des Pamphlets handelt nur peripher von Basketball. Es geht um Geschäftsstrategien, Wissenschaft, Lebensphilosophie und den Umgang mit Unsicherheiten. Hinkie zitiert unter anderem Atul Gawande, Seth Klarman, Charlie Munger, Phil Tetlock und Tim Urban. Seinen Bossen wirft er Kurzsichtigkeit und Geldgier vor, aber so subtil, dass man es fast als Kompliment verstehen könnte. Auf Seite sieben erwähnt er den ausgestorbenen Riesenvogel Moa als Beispiel für die Allgegenwärtigkeit von disruptiven Strategien. Den Moas ging es sehr gut in Neuseeland, bis im 13. Jahrhundert die ersten Menschen eintrafen. “I will be repotted professionally”, schreibt er über seine Zukunft, er wird also umgetopft werden.

Angedeutet hat sich Hinkies Abschied schon vor Monaten. Im Dezember 2015 stellen die Bosse Jerry Colangelo ein. Am selben Tag verlieren die Sixers mit fünfzig Punkten Differenz gegen San Antonio, eine der spektakulärsten Niederlagen in den letzten Jahren. Jerry Colangelo ist die graue Eminenz der NBA, ehemaliger Besitzer und Manager von diversen Mannschaften, und seit 2005 Chef der amerikanischen Nationalmannschaft. Jetzt soll er Hinkie bei seinen Entscheidungen “beraten”, ein klarer Misstrauensbeweis. Gegen Ende der Saison tauchten Gerüchte auf, dass ein weiterer Manager eingestellt werden soll, der Hinkies Kompetenzen weiter eingrenzen würde. Offenbar war Hinkie nicht bereit, diese erneute Degradierung hinzunehmen.

Im Frühjahr 2013 hatten die Besitzer Hinkies langfristigem Tanking-Plan zugestimmt. Drei Jahre und knapp 200 Niederlagen später haben sie ihre Meinung offensichtlich geändert. Wenige Stunden nach Hinkies Abschied präsentieren die Sixers seinen Nachfolger. Es handelt sich um Bryan Colangelo, Jerrys Sohn. Bryan sei der beste Mann für den Job. Die alte Garde hat gewonnen, die Wissenschaft verloren. Man arbeitet jetzt wieder nach Gutdünken und Bauchgefühl.

Die Welt der Sixers-Fans liegt in Trümmern. Normalerweise reagieren Fans nicht schockiert, wenn der Manager ihres Teams sie verlässt. Spieler, ja, Trainer eventuell, aber Manager sind kein zentraler Bestandteil des Teams, das man anhimmelt. Hinkie ist anders. Für Fans, die bis hierhin durchgehalten haben, spielt er eine zentrale Rolle. Hinkie ist wichtiger als all die Spieler, die der Prozess nach Philadelphia gebracht hat. Spieler sind austauschbar, Hinkie nicht. Ende April hängt über einer Autobahn in Philadelphia ein von Fans bezahltes Banner, das “Hinkie Forever” proklamiert. Es ist vielleicht Hinkies größte Leistung, dass er das schlechteste Team der Welt konstruiert hat, dann gehen musste, und trotzdem als Märtyrer gefeiert wird.

Das unterscheidet Sixers-Fans von anderen Fans. Wir haben Hinkies Plan wirklich ernstgenommen. Wir waren bereit, viele Spiele zu verlieren, weil er uns am Ende des Tunnels das Licht gezeigt hat. Wir waren bereit, große Opfer zu bringen, weil am Ende die Erlösung stand. Für uns ist Hinkie der Mann, der den Mut hatte, neue Wege zu gehen, das System herauszufordern und Entscheidungen zu treffen, die so weitreichend sind, dass sie zunächst niemand verstehen wird. Für viele von uns war der Prozess eine religiöse Erfahrung, ein Kult, und Sam Hinkie unser Prophet. Jetzt müssen wir damit klarkommen, dass ungläubige Narren unser schönes goldenes Kalb zerstört haben. Uns wurde der Boden unter den Füßen weggezogen.

9. Die vierte Lotterie

Der Prophet ist fort, aber sein Werk geht weiter. Für den Draft 2016 haben die Sixers dank Hinkies durchtriebener Manöver Zugriff auf drei Picks innerhalb der ersten Runde, in der die dreißig besten Talente vergeben werden. Einer davon ist der eigene, hervorragend positioniert durch die übermäßig schlechte Saison 2015–16. Dazu kommen weitere Picks in der zweiten Runde des Drafts. Die Sixers werden talentierte Spieler bekommen, keine Frage. Aber wird darunter der nächste Superstar sein? Wird Saric endlich nach Amerika wechseln? Wird Embiid endlich spielen?

Ein wesentlicher Teil dieser Fragen klärte sich am 17. Mai in New York City. Der Vorgang der Lotterie ist höchst obskur und findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Eine Maschine wirbelt vierzehn weiße Kugeln durcheinander, die mit den Zahlen eins bis vierzehn nummeriert sind. Für jeden Pick wird in vier Durchgängen jeweils eine Kugel gezogen, was eine vierstellige Zahlenkombination ergibt. Insgesamt sind tausend Kombinationen möglich*, den Sixers gehören 250 davon, der Rest geht an die anderen schlechten Teams. Wird für den ersten Pick eine Kombination gezogen, die den Sixers gehört, haben sie das Spiel gewonnen.

Währenddessen trifft sich die Kultgemeinde zur Lottery-Party im XFinity Live, einem Club in Philadelphia. Das Ganze wird organisiert von den Sixers-Podcastern von “Rights to Ricky Sanchez”, die schon für das Autobahnbanner verantwortlich waren. Zweitausend Fans feiern Sam Hinkie, den Prozess und ihre eigene Nervosität. Am Dienstag abend, für Europäer Mittwoch morgen, treten die Vertreter der NBA vor die Kameras und verlesen die Ergebnisse der Lotterie. Es dauert nur fünf Minuten, mit Werbepausen fünfzehn, dann ist alles vorbei.

“The number one pick in the 2016 NBA draft goes to: The Philadelphia 76ers.”

Die Party explodiert. Arme recken sich gen Himmel. Menschen, die sich nie zuvor gesehen haben, liegen sich in den Armen. Körper fallen ekstatisch durch Räume. Wir haben es geschafft. Wir haben das System betrogen. Wir haben endlich genug verloren, um zu gewinnen. Im nächsten Jahr wird es aufwärts gehen.

Long live the Process.

10. Epilog

Natürlich ist die Geschichte damit nicht zu Ende. Sportgeschichten sind nie wirklich zu Ende. Am 23. Juni draften die Sixers ihren neuen Helden, Ben Simmons, ein eleganter Flügelspieler, der aus Australien stammt und ein Jahr am College in Louisiana gespielt hat. Für sein College-Team, die Tigers, kam er im Mittel auf 20 Punkte, 12 Rebounds und 5 Assists, unglaubliche Statistiken für einen so jungen Spieler. Ben Simmons könnte der neue Lebron James werden. Joel Embiid könnte sein kongenialer Partner unter dem Korb sein. Beide erfüllen die Anforderungen, die man heute an NBA-Spieler stellt, sie sind vielseitig, athletisch und ballsicher.

Später im Draft wählen die Sixers zwei Spieler aus Europa mit enigmatischen Namen, Furkan Korkmaz aus der Türkei und Timothe Luwawu, ein Franzose vom serbischen Team “Mega Leks”, das in den spektakulären Teamfarben dunkelpink und apfelgrün aufläuft. Außerdem verpflichten die Sixers ein paar erfahrene, unauffällige Aufbauspieler, für ein oder zwei Jahre. Irgendjemand muss ja spielen.

Bisher hat der neue Manager, Bryan Colangelo alles richtig gemacht. Bisher hat er Hinkies Obstgarten nicht mit einer Planierraupe zerstört. Bisher hat er allen Versuchungen widerstanden, den langfristigen Plan gegen kurzfristige Erfolge einzutauschen. Aktuelle Vorhersagen sehen das Team nächstes Jahr leicht verbessert, aber noch weit entfernt von den Playoffs. Sie werden voraussichtlich wieder ausreichend schlecht sein, um 2017 erneut eines der besten fünf Talente ins Team zu holen. Aber dann. Dann geht es richtig los.

Vielleicht.

* Fußnote für Mathematiker: Wenn man es genaunimmt, sind es 24024 Permutationen, nämlich 14x13x12x11. Die Reihenfolge in den Zahlencodes spielt keine Rolle, zum Beispiel gilt 1–2–3–4 als derselbe Code wie 4–2–3–1 oder 2–3–1–4. Deshalb reduziert sich die Anzahl auf 1001, nämlich 24024 / (4x3x2x1). Von diesen 1001 wird ein Code weggeworfen, um die Rechnung einfacher zu machen. Der Rest wird auf die Teams verteilt.

Like what you read? Give Dalcash Dvinsky a round of applause.

From a quick cheer to a standing ovation, clap to show how much you enjoyed this story.