Öffis ohne Subventionen [Notiz]

Ich besitze kein Auto. Mit meiner autobesitzenden Partnerin habe ich den Deail abgemacht, dass ich bei Nutzung 30 Cent/Kilometer bezahle. Bei gemeinsamen Fahrten bezahle ich den anteiligen Preis.

Auf diese Idee sind wir gekommen, weil ich das Auto maximal 30 km im Monat verwende aber immer die Hälfte der Werkstattkosten übernommen habe. Das empfand meine Partnerin als unfair — und mir tat jede Rechnung natürlich doppelt weh.

Seitdem ich das Auto pro genutzten Kilometer bezahle, habe ich eine viel bessere Vergleichsmöglichkeit mit anderen Verkehrsmitteln. Das Auto ist meistens das teuerste Vehikel.

Während ich also mal wieder grob die Preise für einige Pendelfahrten überschlage, fällt mir der Podcast mit Martin Randelhoff ein. Darin spricht er von einer fehlenden Kostentransparenz im öffentlichen Verkehr.

Und es ist tatsächlich so. Öffentliche Verkehrsmittel sind meistens stark subventioniert. Aber warum eigentlich?

Klar — ein Argument ist natürlich der “typische” Auftrag von Kommunen im Speziellen und dem Staat im allgemeinen. Günstige Mobilität für alle.

Das ist ein sinnvolles Ziel. Aber bei jeder Art von Subvention kommt es unweigerlich zu Fehlanreizen (oder gar keinen Anreizen). Man hat es auch bei der Mobilität mit einem komplexen Thema zu tun.

Ich könnte mir vorstellen, dass die Preise ohne Subventionen deutlich teurer werden. Auf der anderen Seite wären einige kommunale Gelder frei und könnten anders investiert werden (es wäre illusorisch zu denken, dass es zu einer Steuerentlastung kommt).

Wenn etwas genau das kostet, was es kostet, um kostendeckend zu sein, dann erst gibt es Kostentransparenz. Und dann gäbe es eine gute Möglichkeit für neue regionale Mobilitätsideen. Kurz: Es würde neue unternehmerische Chancen liefern und die Probleme vermutlich besser lösen, als bisher.

Ich profitiere von Öffi-Subventionen. Dennoch halte ich sie für einen Wrong-Turn.

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