Das Prinzip Hoffnung — Hope matters!

von Mag. Anna Jantscher

Vor kurzem traf ich mich mit einem ehemaligen Arbeitskollegen. Wir hatten viele Jahre gemeinsam in der selben Firma verbracht. In unserem Gespräch fragte er mich, warum ich mich schlussendlich entschieden hatte mein Dienstverhältnis zu beenden. Meine Antwort kam ganz spontan: “Hoffnungslosigkeit“. In vielen Gesprächen, die ich dort als Personalistin mit den Führungskräften führte, wurde nur noch erzählt, was alles schlecht läuft und nicht funktioniert. Ich beobachtete die Entwicklung der Organisation und ab einem gewissen Zeitpunkt hatte ich die Hoffnung auf eine positive Veränderung verloren, so dass ich mich entschied, zu gehen.

Durch dieses Gespräch wurde mir schlagartig am eigenen Leib bewusst, wie relevant das Thema Hoffnung im organisationalen Kontext ist. Hoffnung zu haben, macht einen großen Unterschied!

Positive Leadership heißt ein Führungskonzept aus der positiven Psychologie. Es beschäftigt sich mit der wichtigen Frage wie Führungskräfte aktiv für ein konstruktives und produktives Arbeitsklima sorgen können. Dabei wird Hoffnung als der wichtigste Faktor dieser stärkenorientierten Führung beschrieben. Laut einer Studie von Willibald Ruch hat Hoffnung den höchsten Einfluss auf ein zufriedenes Leben.

Hoffnung zu spüren bedeutet eine zuversichtliche innerliche Ausrichtung zu haben. Menschen die hoffnungsvoll sind, richten den Blick auf Möglichkeiten und sehen Potential für Weiterentwicklung. Sie haben die positive Erwartungshaltung, dass etwas Wünschenswertes in der Zukunft eintreten wird.

Wer im Gegensatz dazu hoffnungslos ist, glaubt, die Dinge seien problematisch und würden sich nicht verbessern. Das Gefühl der Resignation und die Gewissheit, dass die Zukunft nichts Positives bereit hält, können im schlimmsten Fall sogar zur Depression führen.

Hoffnung in Zeiten von einschneidenden Veränderungen aufrecht zu erhalten, ist eine wichtige Herausforderung für jedes Unternehmen. Nur wenn ich Hoffnung habe, dass die Ergebnisse einer Veränderung möglich und realistisch sind, werde ich als Mitarbeiter/-in auch große Anstrengungen unternehmen, um sie zu erreichen.

Studien von Dr. Markus Ebner, einem österreichischen Vordenker und Forscher zum Thema Positive Leadership, beweisen: Jede Führungskraft hat durch den eigenen Denkrahmen und das vorgelebte Verhalten enormen Einfluss darauf wie hoffnungsvoll oder hoffnungslos sich die geführten Mitarbeiter/-innen fühlen. Es macht einen großen Unterschied, ob der Fokus der Führungskraft eher auf Problemen liegt, darauf wer sie verursacht hat und was alles nicht funktioniert. Oder ob auch in schwierigen Momenten auf vorhandene Ressourcen und Möglichkeiten geschaut wird.

Wie geht es Ihnen mit dem Thema Hoffnung?

Wenn Sie an die Hochs und Tiefs Ihres beruflichen/privaten Lebens denken — empfinden Sie sich selbst als Menschen mit eher viel oder weniger Hoffnung?

Betrachten Sie das Leben als ein Problem das gelöst werden muss oder spüren Sie Gewissheit, dass die Zukunft Wünschenswertes für Sie bereit hält?