Wie wir mit 5 einfachen Mitteln aktiver zuhören können

http://www.bjennymontero.com/art/

Ich würde gerne mal ein Meeting komplett aufnehmen und es dann abtippen. Anschliessend würde ich die Teilnehmer die Unterhaltung einander laut vorlesen lassen, damit wir sehen wie diszipliniert wir aneinander vorbei reden und uns hinter Wänden zubetonieren.

Stephen R. Covey erkannte, dass wir “zuhören um zu antworten und nicht zu verstehen” während Bernard Shaw dazu ergänzt, dass oft nur die Illusion entstünde, dass Kommunikation tatsächlich stattgefunden hat.

Warum fällt es uns so schwer zuzuhören?

Solange wir uns in streng hierarchischen Strukturen “bewegten”, läuft die Kommunikation von oben nach unten. Beton sendet. Beton empfängt.

Neu schlüpfen wir als Design Thinker und Innovatoren in die Kundenrolle und kreieren Personas und sprechen von Pains und Gains, die wir mit der Empathy Map dokumentieren.

Aber hören wir mit der gleichen Empathie und Geduld einander dann zu, wenn in unseren Workshops und Meetings die Ergebnisse präsentiert werden?

Wann konntet ihr das letzte mal im Meeting zusehen wie sich zwei Personen missverstehen? Ein Wort ist gefallen und schon geht das Ping-Pong los. Zuhören und verstehen? Fehlanzeige!

Es wird gemauert und wenn etwas aufgenommen wird, dann nur um den eigenen Standpunkt zu verstärken.

Wir glauben: Das Zuhören ist eine Kompetenz, die gelernt und geübt werden kann.

Daher haben wir recherchiert und einige Tipps gefunden, die Euch helfen sollen bessere Zuhörer zu werden:

1- Handys weg vom Tisch

Auch wenn das Smartphones upsidedown neben Dir liegt: Dein Gehirn leidet und damit Deine Aufnahmefähigkeit. Die Universität von Chicago hat das “Braindrain”-Phänomen untersucht und kam zum Ergebnis, dass wir unsere Geräte in einen anderen Raum legen sollten, um der Ablenkung nicht zum Opfer zu fallen.

Übungstipp: Schalte Dein Telefon auf lautlos und leg Dein Smartphone in Deine Tasche. Nimm Dein Smartphone auch nicht raus, wenn Ihr eine Pause macht.

2- Richte Deine Aufmerksamkeit auf Dein Gegenüber

Schau Dein Gegenüber an und achte auch auf die Körpersprache. Lass die Person ausreden und ermutige sie dazu weiterzuerzählen, in dem Du offen nachfragst. Dein Ziel sollte nicht sein, Bestätigung zu suchen sondern Neues zu erfahren. Sei neugierig auf die Gedanken Deines Gegenübers!

Übungstipp: Achte auf Körperbereiche, auf die Du normalerweise nie einen Blick wirfst. Was macht die Person zum Beispiel mit ihren Händen? Wann schaut sie weg, wann schaut sie Dich an?

3- Lass die Person ausreden und fasse das Gesagte zusammen

Manchmal tendieren impulsive Menschen (kennen keine GRENZEN) dazu in ihrem Enthusiasmus den/die Gesprächspartner/in zu unterbrechen. Mal ist es weil wir glauben zu wissen worauf der/die andere hinaus will. Mal sind wir ungeduldig und möchten unsere Meinung los werden. Beides führt dazu, dass sich ein Gespräch unnötig in die Länge zieht, da die andere Seite nicht das Gefühl bekommt, dass die Informationen bei Dir korrekt verarbeitet werden.

Übungstipp: Probiere mal aus im nächsten Gespräch bevor Du antwortest zuerst das Gesagte zusammen zu fassen und erst dann darauf ein zu gehen. Dadurch signalisierst Du Deinem Gegenüber, dass seine Inhalte bei Dir angekommen sind und es zwingt Dich wirklich auf die Inhalte zu konzentrieren.

4- Offene Fragen stellen, statt Killerphrasen vorzubereiten

Killerphrasen sind die besten Freunde des Beton. Sie sorgen dafür, dass das Gras gleich im Keim erstickt wird. Das Gegenteil von Killerphrasen sind offene Fragen, die ehrliche Neugierde signalisieren. Bei offenen Fragen bewegen wir uns schnell im Bereich der Empathie.

Übungstipp: Formuliere offene Fragen, die es Deiner Gesprächspartnerin vereinfachen ihre Bedürfnisse auszudrücken. So gelangt ihr schneller zum Ergebnis und redet eventuell weniger um den heissen Brei herum.

Unser Fazit

Die Kompetenz des Zuhörens ist ein Schlüssel zu Innovationen und nachhaltigen Veränderungen.

Es lohnt sich, darin zu investieren und es ist einfacher als Du denkst:

  1. Sich nicht ablenken lassen
  2. Ergebnisoffen in ein Gespräch treten
  3. Versuchen von Deinem Gegenüber etwas Neues zu erfahren
  4. Im Gespräch erst das Gesagte zusammenfassen und dann darauf antworten
  5. Offene Fragen stellen und wertfrei bleiben

Wie immer ein Nicht-Zitat von Winston :)

Zum Guten Schluss:

Gut getroffen, den Tweet gibt es hier