Worksmart 1987: Ein CEO setzt das Wohl seiner Mitarbeiter in den Vordergrund. Die Aktie flippt total aus.

Bild: 煜翔 肖

Gehen wir 30 Jahre zurück in die Vergangenheit.

1987 gelang Paul O’ Neill ein disruptiver Paukenschlag: In einer der konservativsten Industrien und in der Hochphase des Shareholder Value. Als neuer CEO von Alcoa, einem der weltweit grössten Aluminiumherstellern, gab er gleich in seiner Eröffnungspressekonferenz das neue Ziel der Firma vor:

Unfallbedingte Arbeitsausfälle auf Null reduzieren.

In der goldenen Ära der Wall Street kam also einer daher, der von Health und Safety sprach statt vom Aktienkurs und fetten Gewinnen.

Paul O’Neill

Was passierte entsprechend mit dem Aktienkurs?

Er brach gleich nach der Ansprache um 24% zusammen.

Paul O’Neill hielt jedoch den Kampf mit seinem Aufsichtsrat und seinen Vorstandskollegen stand und verteidigte seine Strategie. Er suchte nämlich die beste Stellschraube, die den grössten Hebel für die Gesamtperformance bedeutete.

Diese fand er in der Kennzahl “Unfallbedingte Arbeitsausfälle”

Für die Umsetzung der Strategie gab er die Anweisung, dass jeder Betriebsunfall an Ihm persönlich gemeldet werden musste.

Folglich wurden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alle Stellschrauben genutzt, um die Betriebsunfälle zu minimieren: von der Kommunikation bis zur übergreifenden Zusammenarbeit wurden Prozesse ständig optimiert.

Silos wurden so abgebaut und Kollaborationen ersetzten die Kleingärtnerei.

Das Ergebnis der 12 Jährigen Amtszeit von Paul O’Neill ist verblüffend: Der Unternehmenswert stieg von 3 Mrd USD auf 27.5 Mrd USD während der Net Income von $200 million auf $1.5 Milliarden stieg! Allein in den ersten 2 Jahren verdoppelte sich der Aktienkurs!

Das bedeutet, dass der gute Paul es geschafft hat das Unternehmensziel (Shareholder Value) zu übertreffen und gleichzeitig das Leben seiner Mitarbeiter zu verbessern. (“Geht nicht, gibts nicht”)

Das ist in unseren Augen ein Paradebeispiel wie Gras aus Beton wachsen kann.

Spulen wir die Zeit nun vor in die Gegenwart. Es ist 2018.

Seien wir ehrlich: Machine Learning ersetzt nicht nur Menschen, sondern reproduziert dessen Leistung exponentiell. Am besten drückt es Ben Evans aus, der in seinem Artikel die Perspektive aufwirft, dass die Maschine beispielsweise nicht einen Mitarbeiter oder ein Team ersetzt, dass sich mit der Datenanalyse befasst. Sondern dass durch Machine Learning plötzlich die Power von 100'000 Mitarbeiter sich mit der gleichen Datenanalyse befasst.

Die Frage lautet daher: Was machen wir mit dem ganzen Potential des Menschen?

Was ist die eine Kennzahl, die eine “People, First!” Strategie überhaupt messbar macht?

Können wir nur anhand einer einzelnen Kennzahl, messen ob die oben genannten Punkte ihren Weg in den Alltag eines jeden Mitarbeiters gefunden haben?

Können wir den den Tellerrand des Shareholder Value verlassen und den Employer Value messen?

Dazu mehr hier in unserem nächsten Worksmart Beitrag!

Wie immer ein Nicht-Zitat von Winston :)

PS.: die Geschichte von Paul O’Neill und andere tolle Storys finden sich in einem unserer Lieblingsbücher: The Power Of Habit