5 KPIs mit denen WorkSmart nicht die Arbeits- sondern die Lebensqualität der Mitarbeiter steigert

Bild: Alla Mingalewa

Die Arbeitswelt wandelt sich. Wir werden mobiler, wollen flexibler arbeiten und erledigen auch noch total andere Sachen. Nicht alles davon ist besser, aber immerhin anders. WorkSmart ist die Devise und immer mehr Unternehmen entscheiden sich dafür.

Die Charta der Initiative klingt vielversprechend:

Allerdings klingt es so, als dass die Mitarbeiter sich der Arbeitsumgebung anpassen. Dabei sollte es doch eigentlich umgekehrt sein, oder? Unserer Auffassung nach steht bei WorkSmart immer noch flexibles Arbeiten als Ausgangspunkt der Strategie in den Vordergrund wie etwa diese Studie von 2016 zeigt.

Entlang der bestehenden Silos kümmert sich das Facility Management um die Räumlichkeiten, die IT um die neuesten Kommunikationsmittel und das HR nimmt sich den Mitarbeitern an.

Bild: Alla Mingalewa

Homeoffice am Freitag ist verboten!

Das funktioniert klasse in der alten Organisationsaufteilung. Man kann einfach jeder Abteilung einen Auftrag geben und diese unabhängig am Thema arbeiten lassen. Das Risiko ist dabei, dass jede zuständige Abteilung diese kleinen Schritte mit ihren bestehenden Methoden behandelt und dadurch kein richtiger Wandel durch die ganze Organisation durchzogen wird.

Oder kurz gesagt: Beton trifft Gras.

Wenn wir nur über Homeoffice sprechen sieht Worksmart eben sehr unbedeutend aus.

Statt Abgrenzungen plädieren wir Schnittstellen eher auszuweiten:

Schon viel besser…

Mit der Veränderung des Fokus rücken nun andere übergreifendere Aspekte von WorkSmart ins Zentrum.

Bild: Alla Mingalewa

Wir wünschen uns selbstlernende Organisationen, Performance Reviews werden abgeschafft und es dreht sich alles um Kultur und Sinnstiftung. Zu all diesen Aspekten trägt die Raumgestaltung, IT Hilfsmittel und HR gleichzeitig bei.

Wir müssen also WorkSmart vom Ziel her und grösser denken und statt “nur” die Arbeitsqualität auch die “Lebensqualität” unserer Mitarbeiter verbessern.

Selbstverständlich sollten wir es auch messen können. Uns interessieren nun aber nicht mehr die Desksharing-Rate, Smartphone-Durchdringung oder die Verteilung der Noten im Performance-Tool von HR.

Vielmehr lautet die Messfrage: Wie könnten wir anhand einzelnen Kennzahl, messen ob die Vision von WorkSmart den Weg in den Alltag eines jeden Mitarbeiters gefunden hat?

Hier unsere Top 5 Ziele wobei wir uns vom Prinzip der Objective Key Results haben inspirieren lassen:

1 — Wir reduzieren krankheitsbedingte Abwesenheiten jährlich um 50%!

Warum Betriebliche Gesundheit wichtig ist, haben wir im letzten Artikel über Peter O’Neill schon gezeigt. Im Rahmen von WorkSmart kann euch für einen ersten Schritt der Friendly Work Space Check der Betrieblichen Gesundheitsförderung helfen. Mit der Vorlage der WorkSmartInitative für einen Feel Well Workshop könnt ihr im Team auch gleich erste Massnahmen und Experimente erarbeiten.

Starten ist bekanntlich einfacher als stoppen.

2 — Wir steigern die Anzahl der WorkSmart Experimente und entscheiden bei über 50% nach 3 Monaten über Umsetzung oder Abbruch.

Alles ändern ist häufig ein zu grosser Schritt für ein Unternehmen, deshalb braucht es zeitlich begrenzte Experimente. Es geht darum rauszufinden, wie wir in unserem Unternehmen mit WorkSmart die Problem-Löser unterstützen können. Um das Reiten auf toten Rössern zu verhindern, wird nach 3 Monaten entweder umgesetzt oder gestoppt.

3 — Wir verbessern die Zufriedenheit mit Meetings, online wie offline, um 50%.

Meetings sind die neuen Mails

4–50% der Führungskräfte arbeiten Teilzeit

Die Selbstorganisation nimmt zu und dementsprechend verändert sich die Rolle der Führungskräfte. Da Führungskräfte vermehr Leader sein werden, sollten sie auch gleich den ersten Schritt machen und vermehrt Teilzeit arbeiten.

5 — Mittels “Artificial-Intelligence-enhanced processes” verringern wir den Anteil nicht-wertschöpfender Arbeit aus Perspektive des jeweiligen Mitarbeiters um 30%.

Weniger Zeit erhöht die Notwendigkeit Teams und Mitarbeitenden mehr Handlungsspielraum zu geben und Selbstorganisation zu fördern. Damit sie die Zeit auch nutzen können, sollten wir die Potentiale der künstlichen Intelligenz nutzen, um Mitarbeitenden bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Fazit: WorkSmart heisst die Befreiung der Dogmen aus Bürokratie und Industrialisierung

Es gibt immer noch Firmen, in denen Homeoffice-Tage erstmal beantragt werden müssen.

Kontrolliertes flexibles Arbeiten ist wahrscheinlich noch schlimmer als fixe Strukturen.

Netflix hatte zu Beginn schon keine Arbeitszeitregeln und dann hat man kurzerhand auch die Urlaubsregeln aufgehoben.

Eigenverantwortung verstehen wir auch eher so, dass Freiheiten und Verantwortungsbewusstsein gelebt werden sollte, statt “Homeoffice” Pilotprojekte…