„Stark steigende Bitcoin-Nachfrage von institutionellen Investoren geprägt”

BLOXXON AG
Jan 12, 2021 · 5 min read

Erst kürzlich hat der Bitcoin die Marke von 30.000 Dollar überwunden. Bis Ende des Jahres sind sogar Kursziele von 100.000 bis 300.000 Dollar im Umlauf.

Bloxxon-Kryptoexperte Björn Siegismund gibt einen Einschätzung, wie hoch die Kryptowährung noch steigen kann, was die aktuelle Rally vom Bitcoin-Hype des Jahres 2017 unterscheidet und warum Kryptowährungen ins Portfolio institutioneller Anleger gehören.

Herr Siegismund, erste Stimmen werden laut, die für den Bitcoin bis Ende 2021 Kursziele von 100.000 bis 300.000 Dollar ausrufen. Ein realistisches Szenario?

Björn Siegismund: Übergeordnet rechne ich durchaus mit einer Fortsetzung des Kursanstiegs in den nächsten Jahren. Die zitierten Kursziele stützen sich zum großen Teil darauf, dass der Bitcoin angesichts der expansiven Geldpolitik der US-Notenbank Fed in den kommenden Monaten und Jahren vor allem verstärkt als Wertaufbewahrungsmittel angesehen wird.

Kurzfristig können aber nach dem starken Anstieg selbstverständlich auch erst einmal Gewinnmitnahmen und damit Rücksetzer erfolgen.

Spielt für den raschen Anstieg des Kursziels auch das Bitcoin-Halving eine Rolle?

Die Blockhalbierung ist sicherlich ein weiterer wichtiger Punkt. Beim Bitcoin-Halving wird die Belohnung für das Mining pro Block durch zwei geteilt. Das sorgt für eine künstliche Verknappung des Bitcoin-Angebots, was bei Anlegern in aller Regel zu Wertsteigerungen führt. Sobald all diese Halbierungen abgeschlossen sind, wird es keine weiteren Halbierungen mehr geben und es werden auch keine weiteren Bitcoins mehr erzeugt. Auf der anderen Seite erhöhen die Zentralbanken seit Jahren die Geldmenge des klassischen „Papiergeldes“ sehr dynamisch. Dennoch sollte man derart hohe Kursziele mit Vorsicht genießen, da erfahrungsgemäß eine Vielzahl von Faktoren Einfluss auf die Entwicklung von Vermögenspreisen hat. Vor diesem Hintergrund sollten Kryptowährungen nicht als große Wette aber sehr wohl als attraktive Beimischung einer modernen Portfolioallokation betrachtet werden.

Wie unterscheidet sich die aktuelle Rally von der Entwicklung im Jahr 2017?

Ein Spekulationsrausch wie vor drei Jahren ist dieses Mal -trotz steigender Aufmerksamkeit- nicht zu erkennen. Schaut man sich zum Beispiel das Interesse an Suchanfragen bei Google an, dann liegt es aktuell nur bei einem Drittel des Niveaus von 2017.

Die aktuelle Entwicklung wird offensichtlich weniger von spekulativen Kleinanlegern getrieben. Man könnte sagen, dass die Bitcoin-Währung 2020 in eine neue Phase eingetreten ist, die insbesondere durch eine stark steigende Nachfrage institutioneller Investoren geprägt ist.

Im Jahr 2017 dominierten Nachrichten über erfolgreiche Hackerangriffe auf Krypto -Börsen und ein mögliches Verbot von Bitcoin. Diese bleiben in diesem Jahr aus. Zudem hat sich der regulatorische Rahmen für den Krypto-Markt in 2020 weiter professionalisiert. Das schafft das notwendige Vertrauen, das jede Innovation benötigt und hat den Markt für institutionelle Investoren geöffnet. So startet beispielsweise Bloxxon in Kooperation mit Hauck & Aufhäuser in diese Woche den ersten voll regulierten Krypto-Fonds.

Liegt Warren Buffet mit seiner negativen Einschätzung zum Bitcoin daneben?

Blickt man auf den Siegeszug neuer Technologien hat sich auch Warren Buffet in den vergangenen Jahren als fehlbar erwiesen. Anders als Warren Buffet akzeptieren immer mehr Wall-Street-Investoren Bitcoin mittlerweile als alternativen Vermögenswert. So hat beispielsweise der US-Lebensversicherer Massachusetts Mutual Life Insurance Fund zuletzt Bitcoins im Wert von 100 Millionen Dollar für seinen General Investment Fund erworben. Die Investmentfirma Jefferies verringert seit geraumer Zeit ihren Portfolioanteil von Gold zu Gunsten von Bitcoin. In den von Jefferies verwalteten Pensionsfonds stecken jetzt fünf Prozent Bitcoins. Auch die Finanzchefs von Unternehmen beginnen, Bitcoin als Liquiditätsreserve einzusetzen. Das Webportal cointreasueries.org hat bereits rund 30 Unternehmen ermittelt, die zusammen 1,1 Millionen Bitcoin in ihrem Firmenvermögen halten. Nicht zuletzt will der Zahlungsdienstleister Paypal Bitcoin bald standardmäßig als Option anbieten.

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Der Bitcoin wird also zu einer echten Alternative für Investoren?

Das Kryptogeld wird für Investoren immer interessanter, weil es sich mehr verbreitet. Diesen Netzwerkeffekt kennt man bereits von Plattformen wie Facebook. Jeder neue Teilnehmer erhöht den Wert des gesamten Netzwerkes.

Aktuell bewegen sich Kryptowährungen damit aus der Nische in den Mainstream. Alle Bitcoins der Welt sind derzeit ca. 400 Milliarden Dollar wert. Nach Angaben der US-Bank JP Morgan halten Investoren aktuell ca. 2,6 Billionen Dollar in Goldmünzen, -Barren und -Fonds. Bei einer leichten Umschichtung zu Gunsten von Bitcoin könnten also mehrere hundert Milliarden Dollar in Bewegung gesetzt werden. Meines Erachtens wird sich Bitcoin daher in den nächsten Jahren als alternativer Vermögenswert etablieren.

Die Kryptowährung Ether wird für das neue Jahr ebenfalls ein großes Potenzial zugesprochen. Was ist Ihre Einschätzung?

Das gestartete „Ethereum 2.0“ ist womöglich das bis dato ambitionierteste Krypto-Projekt. Die Ethereum Blockchain soll sich damit langfristig vor allem in puncto Transaktionsvolumen signifikant verbessern. In Zukunft sollen dann mehrere Tausend Transaktionen pro Sekunde abwickelbar sein. Tendenziell werden in Zukunft also auch die Währungen aus der zweiten Reihe, wie etwa Ether an Bedeutung gewinnen.

Wie können Investoren am besten in Kryptowährungen investieren?

Da der direkte Erwerb von Kryptowährungen über die entsprechenden Handelsplattformen wie Bitcoin.de noch recht komplex ist und auch nicht dem notwendigen regulatorischen Rahmen für viele institutionelle Anleger entspricht, investieren Anleger aktuell am einfachsten über Zertifikate.

Mit unserem HAIC Digital Asset Fund I- der erste in Deutschland zugelassene Spezial-AIF für Kryptowährungen- bieten wir Anlegern ab dieser Woche eine Investitionsmöglichkeit im klassischen regulierten Fondsmantel, der über 85% des gesamten Marktes für Krypto-Vermögenswerte abdeckt. Im Verlauf des ersten Quartals werden wir den Kunden unserer Vermögensverwaltung zudem die direkte Integration von Kryptowährungen in ihre Vermögensallokation ermöglichen. Auf Basis eines individuellen Wallets, also eines digitalen Geldbeutels, können die Anleger Kryptowährungen dann so einfach und sicher wie Wertpapiere in ihrem Depot etablieren.

Über BLOXXON

Bloxxon bündelt Digital Asset & Investment-Kompetenzen mit den Services Custody, Tokenisierung und Asset Servicing für Crypto Assets. Mit eigenen Lizenzen für die Kryptoverwahrung, Anlagevermittlung und Finanzportfolioverwaltung ist BLOXXON führender Crypto-as-a-Service Partner für Investmentgesellschaften, Vermögensverwalter und Banken. Unternehmen und Asset Managern bietet BLOXXON einen One-stop-Shop für tokenisierte Wertpapieremissionen. Emittenten wie die L’Osteria und renommierte Bankpartner wie Hauck & Aufhäuser vertrauen auf die Leistungen der BLOXXON.

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