Stück für Stück — wie Sacher Tradition & Innovation jongliert

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Nov 4 · 5 min read

Wenn man an österreichische Marken mit internationaler Strahlkraft denkt, kommt man an der Original Sacher Torte nicht vorbei. Als ein Unternehmen mit einer bewegten Geschichte, das sich stets treu bleibt und doch immer wieder neu erfinden muss, ist das Sacher einer der spannendsten Partner von Bluecode. Wir haben uns mit Mag. Matthias Winkler, dem Geschäftsführer der Sacher-Gruppe, zum Gespräch getroffen und über Herausforderungen und Chancen gesprochen.

Bluecode: Das Sacher ist eine richtige Institution in Wien. Bitte erzählen Sie uns, wie sie entstand.

Winkler: Sacher entstand 1832, als ein 16-jähriger Lehrling von seinem Chef aufgefordert wurde, schnell eine Torte zu fabrizieren. Und der hat in absoluter Krisensituation — keiner seiner Kollegen war mehr da, mit kaum Zutaten die Original Sacher Torte entworfen. Und seither ist es eine große Erfolgsgeschichte, die mit der Torte begonnen hat und inzwischen Kaffeehäuser, Restaurants und auch zwei Hotels in Österreich repräsentiert.

Die Geschichte von Sacher ist geprägt von Frauen. Anna Sacher war eine zentrale Figur, eine Vorreiterin ihrer Zeit, die als ihr Mann verstorben war, hart kämpfen musste, um überhaupt eine Lizenz zu bekommen, das Hotel weiterzubetreiben. Sie hat es zur Hochblüte geführt. Sie hat es auch leider in die Nähe des Bankrotts geführt. Aber sie ist eine Ikone: nicht nur in Wien, sondern eben speziell für das Sacher.

Viele prominente Gäste besuchten das Sacher in seiner bewegten Geschichte.

Bluecode: Und wie kam es dazu, dass sie das Sacher leiten?

Winkler: Ich bin zu Sacher durch Heirat gekommen. Meiner Frau und meinen Schwager gehören die Hotels. Beide haben gemeinsam beschlossen, dass ich die Arbeit der nächsten Generation anführen soll.

Bluecode: Was macht das Sacher besonders?

Winkler: Sacher kann man nicht beschreiben, man muss es eigentlich erleben. Aber die Geschichte, die auf 1832 zurückgeht und bis heute von diesem Geheimnis rund um die Original Sacher Torte lebt. Zudem zwei prachtvolle Häuser in Salzburg und in Wien mitten in den Städten. Und letztlich fantastische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das privateste Fünfstern-Erlebnis zaubern wollen, das Gäste je erlebt haben.

Bluecode: Wir können uns die Antwort bereits denken, versuchen müssen wir es dennoch: Verraten Sie uns das Rezept der Sacher Torte?

Winkler: Die Original Sacher Torte ist die Botschafterin von Wien, ist die Botschafterin von Österreich - ist ein Stück Geheimnis. Das Rezept wird auch heute nicht verraten.

Bluecode: Was war die größte Herausforderung für Sie in der Anfangsphase?

Winkler: Meine größte Herausforderung war das Gesamterlebnis richtig begreifen und verstehen zu können, dass es eben mehr ist als nur ein schönes Haus, dass es mehr ist als gutes Essen. Dass es um mehr geht als nur um Wohnen, sondern es geht um ein Erlebnis. Und dieses Erlebnis zaubern unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das zu verstehen, zu verinnerlichen und jetzt auch in die Zukunft zu führen: Das war und ist die größte Aufgabe.

Bluecode: Was ist das schönste am Unternehmersein?

Winkler: Am Unternehmersein das Schönste ist, jeden Tag in ein prachtvolles Haus zu kommen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüberzustehen, die mit Leidenschaft und Empathie ihren Job tun, die mit Begeisterung Dienstleistungen erbringen - und da vorneweg zu gehen, das ist die größte Freude. Natürlich gehört zu einem Unternehmer auch ein unbedingter Gestaltungswillen. Den muss man haben um eben nicht mit dem, was uns in der Vergangenheit ausgemacht hat zufrieden zu sein, sondern zu sagen: “Was müssen wir heute tun, um morgen erfolgreich zu sein?”

Bluecode: Welchen Herausforderungen stehen Sie aktuell gegenüber?

Winkler: Das Geschäft verändert sich in drei Kernbereichen. Erstens Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden immer wichtiger. Unsere Sacher Botschafterinnen und Botschafter, die direkt mit jedem unserer Gäste und Kunden arbeiten, sind heute von zentraler Bedeutung. Zweitens unser Geschäft und die Hotellerie. Gastronomie ist umgeben von Disruptoren, Airbnb und andere inklusive auch den großen Ketten, die immer größer werden. Also das private Luxushaus ist heute eher schon die Ausnahme. Ich sehe das trotzdem als eine Chance und weniger als Risiko. Und drittens hat natürlich Digitalisierung, vor allem bevor Menschen in Hotels ankommen und nachdem sie wieder abgereist sind, eine zentrale Bedeutung. In diesen drei Kernbereichen sind wir gefordert, weit über das, was wir bisher getan haben, hinaus zu denken. Bluecode ist für uns im Rahmen dieser Herausforderungen die Möglichkeit, mit neuen Gästen in Kontakt zu treten. Wenn wir analysieren, woher das große Wachstum der nächsten Jahre kommen wird, dann wird es weniger Europa, weniger die USA sein, sondern da spielt Asien schon eine große und zentrale Rolle. Bluecode ist letztlich mittels der nahtlosen Akzeptanz von Alipay-Transaktionen die Möglichkeit, mit asiatischen Gästen, vor allem aus China kommunikativ in Kontakt zu treten und darüber hinaus auch ein für sie gewohntes Zahlungsmittel anzubieten. Frei nach dem Motto: nicht die Gäste sollen sich uns anpassen, sondern wir passen uns den Wünschen der Gäste an.

Bluecode: Wie sind sie auf Mobile Payment aufmerksam geworden?

Winkler: Ich verbinde mit Bluecode beziehungsweise dem mobilen Bezahlen ein ganz besonderes, ein spezielles Erlebnis. Ich war in Shanghai, stieg in ein Taxi und wollte so wie in Wien oder Salzburg oder anderswo zuerst mit Bargeld bezahlen, dann mit Kreditkarte. Dafür habe nur ungläubige Blicke geerntet. Da habe ich gewusst, wir sind einfach viel zu spät dran — bin zurückgekommen nach Österreich und hatte die Möglichkeit, mit Bluecode zusammenzuarbeiten. Da war für mich sonnenklar: Das ist der Weg, den wir gemeinsam gehen wolle

Bluecode: Was waren Ihre Gedanken bei der ersten Bezahlung?

Winkler: Mein Gedanke bei der ersten Bluecode-Transaktion? Einfach nur: Cool, jetzt bin auch ich in der Gegenwart angekommen.

Bluecode: Was möchten Sie angehenden Unternehmern mitgeben?

Unser Besuch bei Sacher Wien.

Winkler: Meine Tipps für angehende Unternehmer lauten eigentlich nur: Fail fast, recover fast. Das heißt die Zeiten, wo wir alles planen können, die sind längst vorbei. Weil planen zu viel Zeit in Anspruch nimmt. Probieren, vorher schon gut drüber nachdenken, gut analysieren, das Erfolgreiche weiter tun und das nicht Erfolgreiche nicht ein zweites Mal versuchen.

Bluecode: Abschließend: Wo sehen Sie das Sacher in fünf Jahren? Und wo in 20?

Winkler: Das Sacher Wien wird hoffentlich immer noch hier in Wien stehen, das Sacher Salzburg immer noch an der Salzach stehen (lacht). Wir werden hoffentlich immer noch ein a Fünf-Sternen familiengeführtes Haus sein. Das Beste am Markt, eines der besten der Welt. Das ist hoffentlich in fünf Jahren so, und das wird noch viel schwieriger in 20 Jahren sein. Aber daran arbeiten wir hart.


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