Wer auf Weltreise geht, kommt wohl auf so manche Idee. Bei Clemens Rieder, Gründer und Geschäftsführer der Juicefactory, waren es gleich mehrere. Wie es zum Konzept der Juicefactory kam und warum sich Qualität einfach durchsetzt — im Interview mit Bluecode.

Bluecode: Wie kam es überhaupt zur Idee?
Clemens Rieder: Meine damalige Freundin, jetzige Frau, und ich haben uns vor etwas mehr als zehn Jahren kennengelernt. Nach sechs Wochen haben wir beschlossen, dass wir auf Weltreise gehen. Wir haben beide unsere Jobs hingeschmissen und waren dann fast ein Jahr unterwegs. In dieser Zeit habe ich sieben oder acht Businesspläne geschrieben, unter anderem zur Juicefactory. Und wie wir dann nach Wien zurückgekommen sind haben wir uns gedacht, „So, eins von diesen acht Konzept müssen wir jetzt umsetzen“ — und da war eben die Juicefactory am naheliegendsten. Wir haben dann ein Jahr lang Standort gesucht und haben nach einem Jahr diesen Standort am Schottentor angeboten bekommen und sofort unterschrieben. Inspiriert hat uns dazu übrigens Neuseeland — von der Landschaft her. Kulinarisch war es vielleicht eine Mischung aus Australien und USA.

Bluecode: Was macht die Juicefactory besonders?
Clemens Rieder: Ich glaube, was uns vom Mitbewerb unterscheidet, ist diese absolute Frische, die wir leben. Bei uns wird wirklich alles auf Bestellung frisch zubereitet, vom Sandwich über den Juice über den Kaffee. Dazu verwenden wir extrem hochwertige Zutaten, kaufen diese auch viel zu teuer ein (lacht). Dabei versuchen wir, alles was geht regional einzukaufen, Ananas und Avocados kriegt man halt relativ schwer in Österreich. Aber am Ende des Tages macht es sich bezahlt, weil das, was ich da oben in den Entsafter reinschmeiße, kommt unten auch wieder im Becher raus. Und deswegen glaube ich, was uns wirklich ausmacht, ist die Qualität.
Bluecode: Clemens, wo findet man die Juicefactory?
Clemens Rieder: Wir haben vor sieben Jahren unseren ersten Standort hier am Schottentor aufgesperrt und haben mittlerweile drei weitere Locations in Wien. In Kürze auch kommt noch ein zweites am Flughafen in Wien dazu und haben außerdem eins in Palma de Mallorca.
Bluecode: Was waren die Challenges am Weg dorthin, wo ihr jetzt seid?
Clemens Rieder: Die größte Herausforderung für mich als Gründer war der Umgang mit Behörden und da nett zu bleiben. Weil ich mir irrsinnig oft gedacht habe: „Was wollen die eigentlich?“ Also, das war für mich mit Sicherheit die größte Herausforderung.
Bluecode: Was schätzt du an der Selbstständigkeit?
Clemens Rieder: Das Schönste am Unternehmerdasein ist die Freiheit, die man genießt. Es ist zwar oft irrsinnig mühsam und irrsinnig anstrengend und man ist selbst und ständig (lacht), aber ich war vor kurzem einmal mit einem Freund am Donnerstag am Nachmittag am Naschmarkt. Und da haben wir beide gesagt: „Das ist eigentlich so schön. Alle anderen müssen arbeiten, wir sitzen da am Naschmarkt bei einem Glaserl Wein.“ Du kannst dann bis zwölf in der Nacht weiterarbeiten. Aber du kannst dir die Freiheit herausnehmen, zu sagen du arbeitest, wann du willst.

Bluecode: Wie sieht es mit neuen Produkten aus? Entwickelt ihr die selbst?
Clemens Rieder: Neue Produkte entwickeln wir, indem sich meine Frau, der Dudy, einer unserer Mitgründer und ich am Abend bei ihm oder bei uns treffen und uns eine Flasche Wein aufmachen und herumprobieren — bis wir irgendwas haben, was unseren Ansprüchen gerecht wird. Und dann wird es oft eine zweite Flasche und eine dritte Flasche. Aber so machen wir Produktentwicklung, ganz easy.
Bluecode: Wann wusstest du, dass aus der Idee etwas werden kann?
Clemens Rieder: Der Moment war eigentlich an dem Tag, an dem wir aufgesperrt haben. Weil es haben uns von unserer Familie angefangen, bis zu unserem Freundeskreis durchgehend alle gefragt ob wir komplett spinnen, dass wir unsere Jobs hingeschmissen haben, dann auf Weltreise waren und dann zurückkommen und dann einen Saftladen aufmachen — also meine Eltern waren fertig mit den Nerven (lacht). Und das Schönste war eigentlich, wie wir dann aufgesperrt haben hier vor sieben Jahren und eine Schlange bis unten hin gestanden ist. Und die Leute haben das Konzept von Tag eins an eigentlich super angenommen.

Bluecode: Aus Geschäftsperspektive gefragt — wie läuft’s aktuell?
Clemens Rieder: Unser Geschäft entwickelt sich eigentlich ganz positiv. Wir sind ein bisschen zu schnell gewachsen die letzten Jahre, weil wir permanent jedes Jahr einen oder zwei Standorte aufgemacht haben — teilweise auch im Ausland, wie in Palma de Mallorca. Der Umsatz entwickelt sich grandios, die ganzen Fixkosten, die hinten anfangen mitzulaufen entwickeln sich aber dementsprechend mit. Dieses Jahr sind wir sehr zufrieden. Nachdem letztes Jahr durchwachsen war, konsolidieren wir dieses Jahr ein bisschen, und das tut uns ganz gut. Und wir werden auch nächstes Jahr den Fokus auf Konsolidierung legen und nicht auf ganz massive Expansion. Ein, zwei neue Stores machen wir vielleicht, aber easy.

Bluecode: Was hat dich dazu bewogen, mit Bluecode zusammen zu arbeiten?
Clemens Rieder: Was ich an Bluecode so spannend finde, ist zum einen einmal, dass Bluecode sich als Zahlungsdienstleister etabliert gegen die amerikanischen Großkonzerne Visa, Mastercard. Dass wir in Europa einen eigenen Payment Provider aus Europa haben, ist aus Datenschutzgründen ganz wichtig. Und zum anderen ist es für mich als Unternehmer einfach irrsinnig praktisch, wenn die Kunden mit dem Handy kommen, hinhalten, zack, fertig. Das ist für mich als Unternehmer der Riesenvorteil.
Bluecode: Mobile Payment war ja wohl recht neu für euch, oder?
Clemens Rieder: Also mein erster Gedanke bei der ersten Bluecode Zahlung war, dass es extrem convenient ist und extrem schnell geht, das war für mich schon sehr überraschend. Und das war auch der Grund, warum wir uns dann entschieden haben, alle Filialen damit auszustatten. Bluecode macht unsere Geschäftsvorgänge einfach deutlich schneller, weil die Zahlungen schneller durchlaufen — und wir uns auf die Zubereitung der Produkte konzentrieren können.
Bluecode: Abschließend — wo geht die Reise hin für Juicefactory?
Clemens Rieder: In fünf Jahren sehe ich die Juicefactory in Deutschland, vielleicht Paris. Da sehe ich uns in fünf Jahren mit vielleicht 15 Stores. Und in 20 Jahren sehe ich die Juicefactory irgendwie als Konkurrenz zu Starbucks vielleicht, wenn’s wahr ist (lacht). Wir werden sehen!


