Herausforderung Unternehmensnachfolge

Vanessa Hillebrand
blueworld.group
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2 min readNov 22, 2021

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Mittelständische Unternehmen und ihre Inhaber stehen immer häufiger vor dem Problem, keinen geeigneten Unternehmensnachfolger zu finden. Somit gehört die Nachfolgeregelung neben der Digitalisierung und dem Fachkräftemängel zu einer der größten Herausforderungen für den Mittelstand. Die Gründe für eine Nachfolge sind vielfältig und die Vorgehensweise zur Gestaltung der Nachfolge muss individuell auf das jeweilige Unternehmen abgestimmt werden.

Gründe

In den nächsten 2 Jahren planen etwa 260.000 Unternehmen eine Nachfolge (Quelle: KfW). Davon ist bereits die Hälfte der Unternehmensnachfolgen fertig verhandelt. In den nächsten 5 Jahren sind es circa 500.000 Unternehmer, die planen, ihr Unternehmen an die nächste Generation zu übergeben (Quelle: BMWI). Unternehmensnachfolgen können verschiedene Gründe haben. Am häufigsten erfolgen geplante Unternehmensnachfolgen aus altersbedingten Gründen, was durch den demographischen Wandel verstärkt wird. Laut BMWI sind in Deutschland 1,5 Millionen Unternehmensinhaber 55 Jahre alt oder älter. Neben einer geplanten Nachfolge können jedoch auch unerwartete Ursachen wie Krankheit oder Unfälle zu plötzlichen Unternehmensnachfolgen führen. Diese bergen insbesondere dann erhebliche Risiken, wenn sie durch einen fehlenden Notfallplan ungeplant eingeleitet werden müssen und können so zu einem erheblichen Schaden führen.

Ablauf

Sich mit der eigenen Unternehmensnachfolge zu beschäftigen ist für viele ein unangenehmes Thema und stellt einen Kraftakt dar. Dennoch sollte bereits frühzeitig mit der Planung der Unternehmensnachfolge begonnen und ein Zeitplan aufgestellt werden.

Die Vorbereitung ist daher das A und O und sollte eine strukturierte Analyse des Unternehmens beinhalten. Dabei gilt es zu prüfen, wie gut ein Unternehmen auf eine Übergabe vorbereitet ist und wo möglicherweise Schwächen und damit weiterer Handlungsbedarf bestehen. Ebenfalls dient die Analyse als Grundlage der Unternehmensbewertung und damit einhergehend auch der Kaufpreisermittlung. Darüber hinaus sollten die unternehmerischen und persönlichen Ziele während und nach der Übergabe festgelegt werden.

Häufig findet sich ein geeigneter Nachfolger in den eigenen Reihen, sei es familien- oder betriebsintern. Findet sich intern kein Nachfolger zum angepeilten Übergabezeitpunkt oder ist dies nicht gewünscht, sollte eine externe Übernahme in Betracht gezogen werden. Für jede Form der Nachfolge finden sich passende Anlaufstellen wie Vereine oder Unternehmensberatungen, die unterstützend oder beratend zur Seite stehen und mitunter den gesamten Prozess begleiten.

Ein wesentlicher Faktor einer erfolgreichen Nachfolgeregelung ist die in- und externe Kommunikation, wobei das Timing und die Transparenz eine zentrale Rolle spielen. Auf diese Weise können Spekulationen und Unsicherheiten vorgebeugt werden.

Nicht nur für eine geplante Nachfolge gilt es, einen Plan aufzustellen. Auch ein Notfallplan für eine unvorhergesehene Nachfolge durch Krankheit oder Unfälle ist unerlässlich und sollte frühzeitig aufgestellt werden.

Möglichkeiten

Eine Unternehmensnachfolge eröffnet zahlreiche Möglichkeiten — sowohl den Abgebenden als auch den Übernehmenden. Die Abgebenden können sich nach der Nachfolge neuen Aufgaben widmen und neue Ziele verfolgen.

Das neue Management übernimmt mit der Nachfolge neue Verantwortung und kann seine Erfahrung und Kompetenzen aus vorangegangenen Engagements einbringen und neue Impulse setzen. So kann eine Unternehmensnachfolge auch eine attraktive Möglichkeit in die Selbstständigkeit darstellen.

„Unternehmer sein heißt, eine differenzierte Sicht der Zukunft zu haben.“
Ludwig von Mises

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