Was tun gegen parasitäre Plagegeister?

Es brennt, es juckt, es krabbelt — deine Pflanze hat sich etwas eingefangen! Selbst bei noch so guter Pflege kann es vorkommen, dass sich ein Schädling auf deinem Grün breit macht und eine kleine Kolonie gründet. Wie kannst du die kleinen Übeltäter erkennen und wirst du sie wieder los? Doktor Bosque in der Sprechstunde.


Grundsätzlich solltest du infizierte Pflanzen unbedingt von deinen anderen trennen, um eine Ausbreitung der Plage in der gesamten Wohnung zu verhindern. Stelle hierfür den botanischen Pflegefall idealerweise in ein recht trockenes Zimmer, das bestenfalls seinem üblichen Lichtbedarf entspricht und –logisch– keine anderen Pflanzen oder Lebensmittel in unmittelbarer Nähe beherbergt.

Achtung: Trigger-Warnung! Bei empfindlicher Leserschaft könnte der folgende Part zu exzessivem Jucken von Haut und Kopf führen. Ist aber nur psychosomatisch, versprochen.


Bild: COMPO GmbH

Symptome:

Die Stängel und Blätter deiner Pflanze sind mit weißen, wollartigen Flöckchen besetzt, die zwar sehr flauschig aussehen, deine Mitbewohner aber zusehends auslaugen. Die Wollläuse vermehren sich rapide und saugen Flüssigkeit aus den Zellen, wodurch Blätter welken.

Behandlung:
Neemöl (findet ihr bald in unserem Shop). Vor der Anwendung solltest du deine Pflanze einmal unter der Dusche abbrausen, um erste Übeltäter abzuwaschen. Dazu nimmst du deine MitbewohnerIn mit ins Bad und nimmst einen Duschkopf zur Hand. Mit lauwarmem Wasser kannst du nun bei etwa mittlerer Wasserstärke die Blätter abbrausen und parallel leicht mit der Hand abwaschen. Danach unbedingt überschüssiges Wasser aus dem Topf laufen lassen! Auf die Schädlinge gesprüht, verhindert das Neemöl anschließend die Entwicklung frischer Larven und tötet die restliche Kolonie schleichend ab.


Bild: COMPO GmbH

Symptome:

Wenn ein kleiner Luftzug reicht, um einen Schwarm winziger Insekten aufzuscheuchen wie Hunde mit einem Staubsauger, dann hat sich deine Pflanze Trauermücken eingefangen. Grundsätzlich sind die verstimmten Blutsauger nicht zwingend schädlich für eure Pflanze, da sie sich -ganz vampirisch- in die Dunkelheit des Topfes zurückziehen und dort ihre Eier legen. Sollte euch die Einflugschneise an deiner Pflanze jedoch nerven oder wenn Blätter beginnen zu welken, wird es Zeit zu handeln.

Behandlung:

Wie auch bei ausgewachsenen Vampiren setzt man hier am besten auf Dehydrierung. Lasse das Substrat deiner Pflanze gänzlich austrocknen, das tötet die Larven ab. Das kann -je nach Pflanze- bis zu einer Woche dauern. Anschließend gießt du nur sehr sparsam –zum Beispiel ein Schnapsglas Wasser pro Woche– bis die Mücken ausgestorben sind. Unterstützend kannst du dazu auch auf Neemöl zurückgreifen. Gib davon 5–10ml in einen Liter Gießwasser und gieße anschließend in kleinen Dosen. Sollte dies nicht helfen, stelle ein Glas Rotwein neben die befallene Pflanze. Nicht für deine Nerven, sondern für die Mücken. Die kleinen Plagegeister stehen nämlich auf einen vollmundigen Roten, werden magisch angezogen –wer kann es ihnen verübeln– und ertrinken anschließend beschwipst. Im Extremfall sollte die Pflanze umgetopft und hierbei die gesamte Erde sorgfältig ausgetauscht werden.


Bild: COMPO GmbH

Symptome:

Ein regelmäßiger Blick auf die Blattunterseiten eurer Pflanzen lohnt sich, um den kleinen Krabblern möglichst schnell vorzubeugen. Sie machen sich als gesellige Grüppchen winziger grüner bis schwarzer Tierchen bemerkbar. Zusätzlich findet sich oft eine klebrige Flüssigkeit auf Blättern und anderen Pflanzenteilen: Honigtau. Dieser wird von den gierigen Käfern ausgeschieden, wenn sie sich am Zucker in deiner Pflanze laben. Schnell führt der Flüssigkeits- und Nährstoffverlust zu welken Blättern.

Behandlung:
Stark infizierte Blätter sollten präventiv abgeschnitten werden und (nicht im Hausmüll) entsorgt werden. Weniger radikal, aber logistisch teilweise etwas schwieriger: Der Erdballen der Pflanze kann in eine Plastiktüte verpackt werden und die Blätter anschließend kopfüber in einen Eimer oder eine Tonne Wasser gesenkt werden. Der kleine Tauchgang sollte etwa einen Tag anhalten; er ertränkt die Läuse, die anschließend vorsichtig von den Blättern geschabt werden können.

Weniger kompliziert ist die Zuhilfenahme von Neemöl, das auf Stängel und Blätter gesprüht wird.


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Symptome:

Blätter deiner Pflanze erinnern zunehmend an verschlungene Korridore eines Labyrinths? Dann hat sie sich Blattminierer eingefangen. Diese fleißigen Kriecher fressen sich akribisch durch die Blätter deines Grüns und hinterlassen dabei (oft erschreckend grade) Gänge. Die Hohlräume gefallen dem Immunsystem deiner Pflanze überraschend wenig, was schnell zu braunen Verfärbungen führt.

Behandlung:
Bekämpfe eventuellen Ekel frei nach den Methoden der Konfrontationstherapie und sammele die kleinen Raupen (am besten mit Pinzette und Lupe bewaffnet) von den befallenen Blättern. Sie sollten auf keinen Fall im Hausmüll entsorgt werden, da sie schnell wieder aus eurer Mülltonne kriechen. Stark betroffene Blätter müssen leider in Stammnähe abgeschnitten werden. Auch hier gilt: nicht in deiner Wohnung entsorgen!


Bild: COMPO GmbH

Symptome:

Häufig finden sich die kleinen Schildträger auf den Stängeln eurer Pflanzen. Sie sind als knapp 3 Millimeter große, dunkelbraune Knubbel erkennbar. Die Parasiten haften sich an eine Stelle und schlürfen von dort aus genüsslich den Saft aus den Zellen ihres Opfers. Dabei sondern sie fleißig Honigtau ab, der sich als klebriges Sekret auf der Pflanze finden lässt.

Behandlung:
Da die Tierchen verhältnismäßig groß sind, lassen sie sich teilweise vorsichtig vom Stängel kratzen. Etwas schonender für die Nerven aller Beteiligten ist eine Tinktur die aus einem Teil Seife und einem Teil Isopropanol (in der Apotheke erhältlich) angemischt wird. Dieses träufelst du zweimal täglich auf die kleinen Parasiten und kannst ihnen langsam beim Schrumpfen zusehen. Sollte dies nicht helfen, beträufle sie zweimal täglich mit Olivenöl. Dieses legt einen Ölfilm auf das Krabbeltier und erstickt es. Pflanzliches Öl (zum Beispiel Neemöl) darf außerdem zum Einsatz kommen, um den klebrigen Honigtau zu entfernen. Bei den beschriebenen Schädlingen handelt es sich um die üblichen Verdächtigen in unseren Breitengeraden. Sollte sich jedoch ein exotischer Parasit auf eurer Pflanze breitmachen oder trotz aller Tipps keine Besserung eintreten, melde dich unbedingt bei Mary; sie hilft dir gerne individuell weiter.


Da Vorsorge prinzipiell immer empfehlenswerter ist als Nachsorge, hier noch ein paar Tipps, wie du Parasitenbefall vorbeugen kannst.

Generell gilt: Pflanzen, die unter schlechten Standortbedingungen gehalten werden, sind weniger vital und folglich anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. Achtet also immer auf unsere Empfehlungen zum perfekten Platz.

Gerade im Winter trocknet die Luft in euren Wohnungen durch die Heizungsluft rapide aus. Das zieht Schädlinge magisch an, denen es draußen zu kalt und feucht wird. Regelmäßiges Besprühen stärkt daher deine Pflanzen und legt zudem einen Wasserfilm auf ihre Blätter. Dieser erschwert es den kleinen Plagegeistern, sich auf deinen Mitbewohnern festzusetzen.

Zudem solltest du regelmäßig die Blätter von allen Seiten akribisch auf erste Schädlinge überprüfen. Diese sind häufig sehr klein, weshalb sich genaues Hinschauen lohnt. In einem frühen Stadium des Befalls lässt sich eine Ausbreitung häufig noch vermeiden. Hierzu kannst du 5–10ml Neemöl in einen Liter Sprühwasser geben und damit die Pflanze einmal täglich befeuchten.

Neemöl –das ihr jetzt auch im Bosque-Onlineshop findet– beinhaltet den Stoff Azadirachtin, der die Entwicklung der Schädlingslarven behindert. Als rein natürliches Mittel ist er jedoch gänzlich unschädlich für deine Pflanze und die Umwelt. Chemische Schädlingsbekämpfungsmittel mögen zwar einen schnelleren Effekt versprechen, schwächen aber deine Pflanze, wodurch sie letztlich anfälliger wird. So entsteht schnell ein Teufelskreis.

Bosque

Bosque helps you to discover the best plants for your home, ships them to your doorsteps and assists you with everything around your plantcare.

    Fabian Alexander Stammen

    Written by

    Editor & Content-Creator bei Bosque.Berlin

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