Carl Sagan’s Skate Shoes - Carl Sagan’s Skate Shoes

Super Secret/19.08.2016

Umschubsen ist okay, aber nur mit Matte drunter. Der Einsteigerkrach von Carl Sagan’s Skate Shoes gibt Hilfestellung, damit sich niemand zu doll wehtut. Was überhaupt nichts Schlechtes ist, schließlich will man sich auch nicht pausenlos um die nächsten Mittzwanziger mit ernsthaften Problemen sorgen müssen. Die drei Texaner haben sich für ihr erstes Album die zugänglichsten Kräche von Shellac und Unwound geliehen, um sie in gut verpackten Dreieinhalb-Minuten-Songs wieder zurückzugeben. Es gibt zügig wabernde Stücke wie Smoke auf Carl Sagan’s Skate Shoes, die fast schon wieder an moderne Grunger wie Cloud Nothings erinnern, und schleppende Wüstennummern wie Sundance Kid, weil Shoes den mal zusammen mit ihren Eltern im Spätprogramm gucken durften. Dafür, dass die Band optisch an die mittleren Geschwister von Fidlar und Title Fight erinnern, bekommt sie das mit dem wirren Lärm schon ziemlich gut hin, auch wenn die Punksonne dabei aus allen Ritzen scheint. Hätten Sonic Youth weder diese anstrengenden Eheprobleme noch den Kunstanspruch gehabt, könnte man fast verstehen, warum Carl Sagan’s Skate Shoes sie als großen Einfluss nennen; wer sich über Kool Thing nie hinausgetraut hat, rollt hiermit goldrichtig. Steve Pike röchelt sich schon ganz überzeugend durch die wumsenden Stellen, in die Jacob Cruz und Rob Glynn so viel Gewicht hämmern, als würden sie dabei nicht heimlich Kaugummi kauen. Carl Sagan’s Skate Shoes sind keine kaputte Band und erst recht keine böse, das merkt man ja am Namen schon. Für Anfänger gibt es kaum besseren Punknoise, um sich dazu mit Schwung gegen Matratzenwände zu werfen und anschließend unversehrt wieder rauszugehen.

8/12

Erschienen in Visions 282, 2016