God Help The Girl

Alive/30.1.2015

Und wieder retten sich ein Nerd und ein labiles Mädchen gegenseitig. Hammer Idee, Stuart Murdoch. Dass es niedlich wird, wenn der Chefsongschreiber von Belle & Sebastian sich einen Indie-Musical-Film ausdenkt, ist klar, und es dauert nur ein paar Sekunden, bis Emily Browning mit einer charmanten Ausbüchsszene inklusive passendem Song all die hat abschalten lassen, die auf Musiknummern in Filmen einfach nicht können. Danach verliert God Help The Girl aber nach und nach auch die, denen beispielsweise Garden State damals zu anstrengend kitschig war, oder die einfach grundsätzlich ein Problem mit unoriginellen Geschichten und zermatschten Genres haben. Eve (Browning) haut aus der Psychiatrie ab, in der sie ihrer Magersucht wegen behandelt wird, um eine Band zu gründen, und trifft dabei nicht nur den netten Bademeister-Nerd James (Olly Alexander) und dessen Bekannte Cassie (Hannah Murray), mit denen sie eine Band gründen will, sondern auch den doofen Musiker-Schönling Anton (Pierre Boulanger), der sie mit tollen Haare und französischem Akzent bezirzt. Dabei kommen sich nachdenkliche Problemfilmszenen und spontane Gesangsausbrüche zu oft in die Quere und geben schließlich ganz auf, als die Dreiecksgeschichte übernimmt. Die paar schönen Ohrwürmer sind so viel unmotivierte Handlung nicht wert.

Erschienen in Visions 263, 2015