The Bling Ring

Universal, 19.12.2013

Das sinnlos Schöne ist Sofia Coppolas Spezialgebiet. Ihre erste Realverfilmung macht daraus Belanglosigkeit statt Poesie. Bisher hat das immer so wunderbar geklappt, von The Virgin Suicides über Lost In Translation und Marie Antoinette bis Somewhere: melancholische Bilder, tolle Schauspieler, so viel Gefühl. Auch aus der wahren Geschichte einer Gruppe Jugendlicher, die aus lauter Langeweile und Zukunftslosigkeit anfangen, in die Häuser von Hollywood-Berühmtheiten einzubrechen, hätte die Regisseurin pastelligen Kult machen können; statt aber ein eigenes Drehbuch zu schreiben, filmt sie nur Bild für Bild einen Vanity-Fair-Artikel über die Geschichte ab, der zwar gut geschrieben ist, dafür aber nicht gemacht. So ist es zwar nett, dass Paris Hilton ihr echtes Haus für die Dreharbeiten zur Verfügung stellte, Gavin Rossdale eine fiese Nebenrolle spielt und die Jugendlichen zu Musik von Sleigh Bells, Kanye West und M.I.A. durch die Gegend tanzen, nur kommt dabei weder Satire noch Exzess noch großes Kino heraus. Warum Coppola ausgerechnet Emma Watson in der Rolle der oberflächlichen Nikki Moore besetzt hat, ist sowieso nicht klar. Ihren gesichtslos hübschen Komplizinnen und Komplizen nimmt man das dumme Teenagerdasein noch so gerade ab, während sich die brave Hermine mit Extensions und aufgerissenen Augen zu Tode spielt.

Erschienen in Visions 250, 2014