Gibt’s das auch in schön? ODER Ein Leben ohne Bildredaktion

Der Alltag eines Redakteurs wird immer vielseitiger: Früher hieß es recherchieren, grübeln, texten. Heute kommen im Alltag mehr und mehr Schlüsselfunktionen hinzu

Jedes Magazin hat eine Bildredaktion — dachte ich. Denn in meiner Stammredaktion, der SUPERillu, sind wir tagtäglich im ständigen Austausch mit unseren Bildredakteuren: Sie suchen, was wir wollen — auch, wenn wir vorher oft gar nicht so genau wissen, was das eigentlich ist. So sorgen sie dafür, dass das Heft schön wird.

In meiner Zweitredaktion, der Lust auf Genuss, geht es allerdings auch ohne: Hier sind die Redakteure größtenteils selbst dafür verantwortlich, dass Bilder ins Heft kommen. Und dabei stellt der verwöhnte Volontär schnell fest: Wo man sonst oft meckert, kommt man in Windeseile selbst an die Grenzen. Manche Motive scheint es einfach nicht in schön zu geben. Und “schnell” geht die Suche erst recht nicht! Immerhin gibt es vieles zu beachten: Tragen die Menschen passende Kleidung zu der Jahreszeit, in der das Heft im Laden liegt? Passt der Stil des Bildes zum Magazin? Und zeigt das Bild wirklich etwas, das ich im Artikel erwähne — oder steht es vielleicht sogar im Gegensatz?

Hinzu kommt: Manche Fotos muss man erst bestellen, weil man zum Beispiel gute Restaurants oder „echte“ Bauern im Heft vorstellen möchte. Das Problem: Nicht jeder liest täglich seine Mails, nicht jeder hat (schöne) Fotos, und nicht jeder möchte diese günstig rausrücken. Da ist es wichtig, Geduld und einen langen Atem zu haben.

Natürlich lernt man nach und nach dazu. Man weiß dann, wie man suchen muss, um schneller und effektiver ans Ziel zu gelangen. Man lernt aber auch, die Arbeit der Bildredakteure zu schätzen. Denn die ist gar nicht so leicht, wie man immer denkt!